Keine Beschäftigungstherapie für die Klimabewegung


Till Backhaus (SPD), Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umweltschutz, hat Fridays for Future und dem Rat für Umwelt und Nachhaltigkeit (RUN) ein Waldstück zur gemeinsamen Nutzung und Bepflanzung angeboten.

Jetzt ist der Minister offenbar irritiert, dass die Klimaaktivist*innen nicht in Jubelgeschrei ausbrechen. So lässt sich zumindest seine PM verstehen, in der er sich empört, dass auf seine PR-Aktion der Waldschenkung nicht angemessen reagiert wird.

Grüne Jugend - Katharina Horn

(Foto: Privat)

Katharina Horn, Sprecherin der GJ MV, dazu: „Hier fühlt sich ein alter, weißer Mann ganz offensichtlich auf den Schlips getreten. Ich bin 23 Jahre alt - ebenso lange ist Till Backhaus Landesminister, viele Jahre davon auch Umweltminister. Wenn Herr Backhaus in den rund 3600 Arbeitstagen seinen Job auch nur ansatzweise zufriedenstellend ausgefüllt hätte, wäre der Protest der Klimabewegung heute nicht nötig. Statt sich jetzt zu empören, wäre eine Entschuldigung und ein Anpacken der Probleme notwendig.“

Die Klimaaktivist*innen handeln unserer Meinung nach vollkommen richtig, wenn sie sich von Backhaus nicht in einem Wald verstecken lassen. Uns läuft die Zeit für die Bekämpfung der Klimakrise davon. Und anstatt sich PR-Aktionen zu überlegen, sollte der Minister lieber die CO2-Emissionen in MV bekämpfen. Die kommen zu einem Drittel aus trockengelegten Mooren. Statt Bäume im Wald pflanzen muss das Gebot der Stunde also wiedervernässen heißen.

Schwerin - 10.01.2022
Quelle: GRÜNE JUGEND Mecklenburg-Vorpommern

 


Minister Backhaus missachtet Klimaschutzengagement

zum Statement von Minister Backhaus bzgl. des Engagements von Klimaschutzaktivist*innen erklärt Hannes Damm, klimapolitischer Sprecher der BÜNDNISGRÜNEN Landtagsfraktion:

Die Grünen - Hannes Damm

(Foto: Privat)

"Viele Engagierte investieren seit Jahren unfassbar viel Zeit für den Klimaschutz. Diese Menschen brauchen keine Belehrungen, wie man Klimaschutz macht, erst recht nicht von Till Backhaus. Statt nur einmal 'Danke' zu sagen, versucht der Minister weitere seiner eigenen Aufgaben auf die Aktivist*innen von RUN und FFF abzuwälzen. Als diese das sogenannte 'Angebot' ausschlagen, spielt er beleidigte Leberwurst und wertet die wichtige Arbeit der jungen Menschen auch noch öffentlich ab. Till Backhaus sollte wertschätzen, dass die Ehrenamtlichen und Aktiven sich dafür einsetzen, auch seine persönlichen Fehlleistungen zu korrigieren. Wenn der Minister in den letzten 30 Jahren, in denen er für Umwelt- und Klimaschutz zuständig war, an nur einem Tag pro Woche den Klimaschutz vorangebracht hätte, stünden wir heute wesentlich besser da. Seit Till Backhaus Anfang der Neunziger Jahre mit seiner Arbeit im Landtag und in der Landesregierung begonnen hat, haben sich die CO2-Emissionen in unserem Bundesland nicht reduziert. Statt mit dem Finger auf Kinder und Jugendliche zu zeigen, sollte der Minister endlich anfangen seine Jahrzehnte alten Hausaufgaben zu machen und den Klimaschutz im Land seriös aufzustellen."

Schwerin - 10.01.2022
Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Mecklenburg Vorpommern