Bahn-Chaos und Polizeieinsätze


9-Euro-Ticket kann so nicht weitergeführt werden

Wie jetzt erst medial bekannt wurde, kam es am 19. Juli am schleswig-holsteinischen Timmendorfer Strand aufgrund eines überfüllten Zuges zu einem Polizeieinsatz, als verzweifelte und letzten Endes aggressive Strandgäste den Heimweg bestreiten wollten. Ähnliche Fälle geschehen momentan deutschlandweit, unter anderem auch bei einem Regionalexpress von Berlin nach Rostock im Juni. Unter diesen Umständen kann das 9-Euro-Ticket nicht weitergeführt werden, meint der verkehrspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Stephan J. Reuken:

AfD - Stephan Reuken

(Foto: Privat)

„Das 9-Euro-Ticket ist ein klassischer Fall von ‚Gut gemeint, aber schlecht gemacht‘. Die immer wieder an die Öffentlichkeit kommenden tumultartigen Szenen und Handgreiflichkeiten beim Besteigen von hoffnungslos überfüllten Zügen zeigen, dass das Angebot der Bahn der Nachfrage nicht gerecht wird. Es war leider abzusehen, dass insbesondere Zugfahrten nach und von touristischen Gebieten stark frequentiert werden und es zu einer Überlastung kommt. Leidtragende sind dabei nicht nur die enttäuschten und gestressten Fahrgäste, sondern auch das Zugpersonal, welches sich den Anfeindungen und dem Unverständnis der Mitfahrenden ausgesetzt sieht.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ist das 9-Euro-Ticket absolut nicht zukunftsfähig. Hinzu kommt, dass eine dauerhafte Finanzierung des verbilligten Fahrpreises durch das Land oder den Bund nicht möglich ist. Personal-, Betriebs- und Investitionskosten können nicht gedeckt werden. Die zurückliegenden Monate haben gezeigt, dass das 9-Euro-Ticket vor allem für den Freizeitverkehr genutzt wurde. Sollen die Steuerzahler also billige Freizeit-Tickets für Andere finanzieren?

Die Berufspendler und Bürger auf dem Land haben bislang von dem günstigen Preis kaum bis gar nicht profitiert. Hier wird auch in Zukunft das Auto das Hauptverkehrsmittel bleiben. Das 9-Euro-Ticket hat gezeigt, dass es ein Angebots- und kein Nachfrageproblem gibt. Zukünftig sollte wieder der Markt dahingehend freier agieren können und der Staat sich rausnehmen. Der Wettbewerb regelt den Markt und lässt die Preise sich dem entsprechend einpendeln.“

Schwerin - 29.07.2022
Text: AfD Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern