Landwirtschaftszählung 2020


Pachtpreise seit fünf Jahren um 18 Prozent gestiegen

In den vergangenen fünf Jahren ist die Pacht für landwirtschaftlich genutzte Flächen (LF) in Mecklenburg-Vorpommern um 18 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern betrug landesweit der jährliche Pachtpreis je Hektar LF im Jahr 2020 durchschnittlich 288 EUR. 2016 lag er noch bei 245 EUR. Je Hektar Ackerland, als Teil der landwirtschaftlich genutzten Fläche, mussten im Land 2020 durchschnittlich 322 EUR gezahlt werden (2016: 271 EUR, + 19 Prozent), für Dauergrünland 158 EUR (2016: 137 EUR, + 15 Prozent).

Der Pachtflächenanteil lag 2020 mit 810 200 Hektar bei gut 60 Prozent und der Eigenflächenanteil mit 519 300 Hektar bei knapp 39 Prozent. 14 100 Hektar bzw. 1 Prozent der LF wurde den Betrieben unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Eine überdurchschnittliche Pacht mussten 2020 insbesondere die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe bezahlen. In der Größenklasse unter 5 Hektar LF, die unter anderem für kleine Gartenbau- und Obstbaubetriebe typisch ist, musste 2020 im Durchschnitt 524 EUR Pachtentgelt je Hektar bezahlt werden.

Neben der Betriebsgröße hat auch die Bodenqualität Auswirkungen auf die Höhe der Pacht. Deshalb mussten die höchsten Pachtpreise vor allem in Regionen mit ertragsfähigen Böden wie dem Landkreis Nordwestmecklenburg (378 EUR je Hektar) entrichtet werden. Dagegen wurden für die Landkreise Vorpommern-Greifswald und Ludwigslust-Parchim mit 225 bzw. 236 EUR die niedrigsten Hektarpreise ermittelt.

Weiterführende Informationen u. a. zum Thema ökologische Landwirtschaft in Form der StoryMap Wem gehört die Landwirtschaft? finden Sie in dem gemeinsamen Statistikportal des Bundes und der Länder unter https://lz2020.statistikportal.de und www.landwirtschaftszaehlung2020.de .

Schwerin - 20.07.2021
Quelle: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern


Öko-Landbau in Mecklenburg-Vorpommern nimmt weiter zu – Anstieg seit 2010 um 39 Prozent

Im Jahr 2020 wirtschafteten in Mecklenburg-Vorpommern 987 Betriebe nach den Regeln des ökologischen Landbaus. Das sind fast 21 Prozent aller 4 784 Agrarbetriebe im Land. Wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern mitteilt, wurden gut 12 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) ökologisch bearbeitet. Das geht aus den endgültigen Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 hervor.

Während die Zahl der Öko-Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern seit 2010 um fast 39 Prozent gestiegen ist, war es deutschlandweit sogar ein Anstieg von rund 58 Prozent. Die Flächenausstattung der hiesigen Öko-Betriebe betrug durchschnittlich 166 Hektar LF, konventionell arbeitende Betrieben kamen auf 311 Hektar LF. Bundesweit waren Öko-Betriebe im Durchschnitt lediglich gut 61 Hektar groß, konventionell wirtschaftende Betriebe fast 65 Hektar.

37 Prozent der ökologisch genutzten Fläche im Land war Ackerland (deutschlandweit: 46 Prozent). Auf knapp 44 Prozent davon wuchs Getreide, weitere 37 Prozent standen der ökologischen Futtererzeugung zur Verfügung und auf rund 11 Prozent reiften Hülsenfrüchte wie Erbsen und Lupinen.

Ökologische Tierhaltung übten 693 Betriebe aus. Das sind gut 24 Prozent aller landwirtschaftlichen Tierhaltungs-Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern (deutschlandweit: 66 Prozent). In den Öko-Betrieben im Land standen 75 589 Rinder, 24 964 Schafe, 25 359 Schweine sowie 1 270 478 Hühner. Damit wurden 15,6 Prozent der Rinder, 28,9 Prozent der Schafe, 3,3 Prozent der Schweine und 15 Prozent der Hühner ökologisch gehalten. Bundesweit waren es fast 8 Prozent der Rinder, knapp 14 Prozent der Schafe, weniger als 1 Prozent der Schweine und gut 5 Prozent der Hühner.

Beim Produktionsschwerpunkt der Öko-Betriebe im Land dominierte mit rund 49 Prozent der Futterbau, gefolgt vom Ackerbau mit rund 27 Prozent. Für Deutschland errechnet sich ein Anteil von fast 51 Prozent für den Futterbau und gut 27 Prozent für den Ackerbau.

Die größte Bedeutung besaß der ökologische Landbau im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Dort wurde von knapp 25 Prozent der ansässigen Betriebe ein Fünftel der landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet. Im Landkreis Nordwestmecklenburg hingegen waren es 14 Prozent der Betriebe, die gut 5 Prozent der im Kreis vorhandenen landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bearbeiteten.

Weiterführende Informationen zum Thema ökologische Landwirtschaft in Form der StoryMap Ökolandbau in Deutschland: Auf dem Weg aus der Nische? finden Sie in dem gemeinsamen Statistikportal des Bundes und der Länder unter https://lz2020.statistikportal.de und www.landwirtschaftszaehlung2020.de .

Schwerin - 13.07.2021
Quelle: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern


Betriebe mit Schweine- und Milchkuhhaltung besonders vom Strukturwandel betroffen

Im Jahr 2020 gab es in Mecklenburg-Vorpommern knapp 2 853 Betriebe mit Viehhaltung. Damit sank die Zahl der viehhaltenden Betriebe in den vergangenen zehn Jahren in Mecklenburg-Vorpommern um 7 Prozent. Das geht aus den endgültigen Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 hervor. Wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern weiter mitteilt, hielten knapp 60 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe im Land Vieh. Den größten Anteil daran hatten 1 860 Betriebe mit Rinderhaltung. Das entspricht 65 Prozent aller viehhaltenden Betriebe.

Die Zahl der rinderhaltenden Betriebe sank in den vergangenen zehn Jahren um 10 Prozent, die Zahl der milchkuhhaltenden sogar um 34,5 Prozent, auf nunmehr 540 Betriebe mit 163 208 Milchkühen. Insbesondere bei diesen zeigt sich ein deutlicher Strukturwandel zu weniger, aber größeren Betrieben: Wurden im Jahr 2010 noch durchschnittlich 208 Milchkühe je Betrieb gehalten, stieg die Zahl im Jahr 2020 auf 302 Milchkühe je Betrieb. Bundesweit wurden durchschnittlich 72 Milchkühe je Betrieb gehalten.

Zudem hielten 329 Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern 762 636 Schweine. Im Jahr 2010 waren es noch 484 Betriebe mit rund 765 399 Schweinen. Innerhalb von zehn Jahren reduzierte sich die Zahl der Betriebe somit um 32 Prozent, wobei der Tierbestand nur geringfügig um 0,4 Prozent sank. Die durchschnittliche Zahl der Tiere pro Betrieb stieg von 1 581 auf 2 318, also um knapp 47 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit waren es 826 Schweine je Betrieb.

Geringere Veränderungen gab es in den vergangenen zehn Jahren im Land bei den Betrieben mit Schafhaltung: Während die Zahl um 3 Prozent auf 511 Betriebe zurückging, stieg die Anzahl der gehaltenen Schafe um 3 Prozent auf 86 409 Tiere. Im Jahr 2010 hielt ein Betrieb im Durchschnitt 158 Schafe, im Jahr 2020 waren es durchschnittlich 169 Schafe (Deutschland: 91 Schafe je Betrieb).

Bei den Betrieben mit Hühner- und Legehennenhaltung sanken in den vergangenen zehn Jahren dagegen sowohl die Betriebs- als auch die Bestandszahlen. Im Jahr 2010 hielten noch 686 Betriebe rund 8,72 Millionen Hühner, im Jahr 2020 waren es 611 Betriebe mit einem Bestand von rund 8,46 Millionen Hühnern. Die Zahl der Legehennenbetriebe reduzierte sich im selben Zeitraum von 614 auf 528 Betriebe, der Bestand wuchs von 2,15 Millionen Legehennen auf 3,47 Millionen Legehennen.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 sind im gemeinsamen Statistikportal des Bundes und der Länder zu finden. Unter anderem werden die Ergebnisse in Form einer interaktiven StoryMap mit dem Titel „Viehbestände in Deutschland“ dargestellt.

Die Landwirtschaftszählung 2020 erfolgte zum Stichtag 1. März 2020. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Landwirtschaft, wie etwa die fehlenden ausländischen Erntehelferinnen und Erntehelfer im Gemüsebau, sind somit nicht in den Ergebnissen enthalten.

Schwerin - 02.07.2021
Quelle: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern


Erste endgültige Ergebnisse liegen vor; M-V setzt auf Getreide, Ölfrüchte und Öko-Landbau

Im Jahr 2020 wurden in Mecklenburg-Vorpommern rund 1,34 Millionen Hektar Land für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern mitteilt, standen damit knapp 60 Prozent der gesamten Landesfläche für Anbau, Haltung, Nutzung und Ernte von Erzeugnissen aus der Landwirtschaft zur Verfügung. Das geht aus den endgültigen Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 hervor.

Die Art der Bodennutzung hängt mit der Größe der Betriebe eng zusammen. In Mecklenburg-Vorpommern weisen landwirtschaftliche Betriebe im Vergleich zu den anderen Bundesländern die größte Flächenausstattung auf. So lag im Jahr 2020 die durchschnittliche Größe der Betriebe im Land bei 281 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche je Betrieb (Deutschland: 63 Hektar). Im Rahmen der letzten Strukturerhebung aus dem Jahr 2016 wurde in Mecklenburg-Vorpommern noch eine durchschnittliche Betriebsgröße von 275 Hektar je Betrieb ermittelt.

Nach Hauptnutzungs- und Kulturarten war der Anteil des Ackerlandes an der landwirtschaftlich genutzten Fläche mit 79,6 Prozent überdurchschnittlich hoch (Deutschland: 70,3 Prozent). Dagegen war der Grünlandanteil mit 20,1 Prozent vergleichsweise niedrig (Deutschland: 28,5 Prozent). Der Anteil von Dauerkulturen, wie Obstanlagen, Rebland und Baumschulen, gehörte mit 0,2 Prozent zu den bundesweit niedrigsten Werten.

In Mecklenburg-Vorpommern waren es im Jahr 2020 vor allem Getreide und Ölfrüchte, die angebaut wurden. Sie nahmen zusammen gut zwei Drittel (68,5 Prozent) der Ackerfläche ein. Während der Getreideanteil mit 51,6 Prozent leicht unterdurchschnittlich war (Deutschland: 52,1 Prozent), nahm das Land bei Raps mit 16,7 Prozent die Spitzenstellung in Deutschland (8,2 Prozent) ein. Hackfrüchte wurden auf 4,1 Prozent des Ackerlands angebaut (Deutschland: 5,7 Prozent). Gemüse und Erdbeeren spielten mit einem Flächenanteil von zusammen lediglich 0,3 Prozent eine untergeordnete Rolle (Deutschland: 1,1 Prozent). Pflanzen zur Grünernte, das sind Futterpflanzen einschließlich Pflanzen zur Energiegewinnung, standen auf 20,1 Prozent des Ackerlandes (Deutschland: 26,5 Prozent).

12,2 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen - das sind 164 258 Hektar Land - wurden im Jahr 2020 für Gemüse, Obst, Fleisch, Milch oder Getreide aus ökologischem Landbau genutzt. In ganz Deutschland waren es knapp zehn Prozent. Vor zehn Jahren standen im Land 117 826 Hektar Land für Bio-Erzeugnisse und damit nur 8,7 Prozent zur Verfügung.

Weiterführende Informationen zum Thema Bodennutzung in Form einer StoryMap
(https://www.giscloud.nrw.de/arcgis/apps/storymaps/stories/5fe8efbd8c774031a276714f52d05366)
finden Sie in dem gemeinsamen Statistikportal des Bundes und der Länder unter https://lz2020.statistikportal.de und www.landwirtschaftszaehlung2020.de.

Insgesamt werden zehn interaktive StoryMaps zu den Themen Ackerbau, Viehbestand, Ökolandbau, Pachten, Arbeitskräfte und Beruf, Betriebsformen und Hofnachfolge, Weinbau, Dünger, Boden und Bewässerung und Viehhaltung veröffentlicht.

Die Landwirtschaftszählung ist die größte landwirtschaftliche Erhebung und erfasst im Abstand von zehn Jahren wichtige Daten der landwirtschaftlichen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern und den anderen Ländern. Auf Basis der Ergebnisse lassen sich bestehende Strukturen sowie Trends und Entwicklungen in der Landwirtschaft abbilden. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nutzen diese Daten als Informationsquelle und Entscheidungsgrundlage.

Da die Landwirtschaftszählung 2020 eine Stichtagserhebung zum 1. März 2020 ist, kann aus den vorliegenden Daten kein Bezug zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf einzelne Bereiche hergestellt werden.

Schwerin - 18.06.2021
Quelle: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern


Interaktive Ergebnisse aus den Regionen und aus Deutschland

Die Ergebnisse der Landwirtschaftszählung (LZ 2020) veröffentlichen die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder in den kommenden Wochen sukzessive in Form interaktiver
StoryMaps im gemeinsamen Statistikportal. Zum Auftakt gibt es einen Überblick über die Erhebungsmethodik und -inhalte sowie den rechtlichen Rahmen der LZ 2020.

Im Jahr 2020 fand europaweit eine umfassende statistische Bestandsaufnahme in der Landwirtschaft statt. Landwirtschaftszählungen liefern zuverlässige statistische Informationen für Deutschland und seine Bundesländer, aber auch für die Kreise und Gemeinden sind unter Beachtung der aktuell gültigen Geheimhaltungsbestimmungen Daten verfügbar.

Speziell in Zeiten, in denen nicht nur die Landwirtschaft im Spannungsfeld kontroverser Diskussionen steht, sind aktuelle und wirklichkeitsgetreue Daten wichtig, um beispielsweise

- eine sachliche Diskussion in Politik und Öffentlichkeit führen zu können,
- die Basis für die Ausgestaltung zukünftiger Rechtsgrundlagen zu liefern,
- die Einflüsse der landwirtschaftlichen Produktion auf die Umwelt beurteilen zu können,
- die Auswirkungen agrarpolitischer Maßnahmen einschätzen zu können.

Zum 1. März wurden im Rahmen der LZ 2020 in Mecklenburg-Vorpommern 4 784 aktiv wirtschaftende landwirtschaftliche Betriebe ermittelt (Deutschland rund 262 800 Betriebe). Die endgültigen Ergebnisse der Erhebung werden in den kommenden Monaten sukzessive neben den klassischen Veröffentlichungsformaten der statistischen Ämter des Bundes und der Länder in Form so genannter StoryMaps veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Texten, Grafiken und interaktiven Karten.

Die erste StoryMap mit dem Titel „Landwirtschaftszählung 2020: Ein weltweiter Agrarzensus“ gibt einen Überblick über die Erhebungsmethodik und -inhalte sowie den rechtlichen Rahmen der LZ 2020 (https://www.giscloud.nrw.de/arcgis/apps/storymaps/stories/fd4712a982a1475aab532577a0972795).

Die LZ 2020 erfolgte zum Stichtag 1. März 2020. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Landwirtschaft, wie etwa die fehlenden ausländischen Erntehelferinnen und Erntehelfer im Gemüsebau, sind somit nicht in den Ergebnissen enthalten.

Weiterführende Informationen finden Sie im gemeinsamen Statistikportal des Bundes und der Länder https://LZ2020.statistikportal.de.Tabellen und regional tiefer gegliederte Ergebnisse finden Sie demnächst auch in der Regionaldatenbank https://www.regionalstatistik.de/genesis/online .

Schwerin - 28.05.2021
Quelle: Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern