Vorstadt der Bürger


Neue Sonderausstellung im Kulturhistorischen Museum „Vorstadt der Bürger. Zwischen Steintor und Bahnhof in Rostock“


Den Auftakt des Ausstellungsjahres 2017 im Kulturhistorischen Museum Rostock gibt am 9. März 2017 die Exposition „Vorstadt der Bürger.
Zwischen Steintor und Bahnhof in Rostock“ (9. März bis 11. Juni 2017). Im Mittelpunkt steht ein historisches Rostocker Stadtviertel, ehemals und heute wieder ein begehrtes Quartier. Das Museum präsentiert Einblicke in die reiche und lebendige Geschichte der Straßen und Plätze zwischen Steintor und Bahnhof in Rostock.

Rostock - Kaiser-Wilhelm-Straße, vor 1918

Bildrechte: Kulturhistorisches Museum Rostock


Mitte des 19. Jahrhunderts wuchsen die Städte über ihre Mauern hinaus. Mit dem Entstehen des Friedrich-Franz-Bahnhofs verloren auch in Rostock die Wälle ihre Funktion und verschwanden allmählich. Rostock dehnte sich ab 1850 im Süden aus. Vor dem Steintor wuchsen anstelle von Gärten und Ackerbürgerhäusern Häuser zum Wohnen. Aus Feldwegen wurden Straßen. Schon bald zierten erste prächtige Villen die neuen Straßen. Die Vorstadt zwischen Wallpromenade und St.-Georg-Straße entstand. Mit der Eröffnung des Lloyd-Bahnhofs 1886 begann dann die Entwicklung einer geplanten Vorstadt aus bürgerlichen Villen und Wohnungen zwischen St.-Georg-Straße und Centralbahnhof an breiten, großzügigen von Bäumen gesäumten Straßen und Plätzen. Um 1900 lebten in der neuen Steintor-Vorstadt bereits 6.970 Menschen in 784 Häusern. Aus dem Raum vor dem Steintor wurde das beste Viertel Rostocks.

Die Ausstellung widmet sich erstmals Rostocks Vorstadt im Süden zwischen Steintor und Hauptbahnhof. Sie lädt ein zu einem Spaziergang durch die im Wachsen begriffenen Straßen und die bürgerliche Geschichte Rostocks zu bekannten und vergessenen Plätzen der Geschichte. Bekanntere und unbekannte historische Fotografien, in der Ausstellung in großen Bildpanoramen inszeniert, bilden den Hintergrund für eine Reise durch das Stadtviertel und in die Gründerzeit um 1900. Geschichten und Erinnerungen von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Besucherinnen und Besuchern ergänzen den Blick auf das Leben in den Villen und Wohnungen Rostocker Bürger und lassen die Vorstadt lebendig werden.

Die Ausstellung wird am 9. März 2017 um 17 Uhr eröffnet. Zur Ausstellung erscheint im Verlag Redieck & Schade eine zweibändige Begleitpublikation aus Begleitband und Ausstellungskatalog.

Rostock - 06.03.2017
Text: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Rostock


Sonderausstellung „Vorstadt der Bürger. Zwischen Steintor und Bahnhof in Rostock“ im Kulturhistorischen Museum nur noch bis 11. Juni


Die aktuelle Sonderausstellung „Vorstadt der Bürger. Zwischen Steintor und Bahnhof in Rostock“ im Kulturhistorischen Museum Rostock ist noch bis zum 11. Juni 2017 zu sehen.

Die Ausstellung widmet sich Rostocks Vorstadt im Süden zwischen Steintor und Hauptbahnhof. Sie lädt ein zu einem Spaziergang durch die im Wachsen begriffenen Straßen und die bürgerliche Geschichte Rostocks, zu bekannten und vergessenen Plätzen der Geschichte. Bekanntere und unbekannte historische Fotografien, in der Ausstellung in großen Bildpanoramen inszeniert, bilden den Hintergrund für eine Reise durch das Stadtviertel und in die Gründerzeit um 1900. Geschichten und Erinnerungen von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Besucherinnen und Besuchern ergänzen den Blick auf das Leben in den Villen und Wohnungen der Rostocker Bürgerinnen und Bürger und lassen die Vorstadt lebendig werden.

Bis zum Ende der Ausstellung bietet das Kulturhistorische Museum Rostock noch ein umfangreiches Begleitprogramm aus Führungen, Vorträgen und Lesungen. Am Sonntag (4. Juni 2017) findet um 11 Uhr eine Führung durch die Ausstellung statt. Am 10. Juni 2017 berichtet eine Führung in der Ausstellung um 14 Uhr über eine besondere Straße in der Steintorvorstadt. Anschließend geht es um 14.30 Uhr auf einen Rundgang in die Vorstadt. Am letzten Tag der Ausstellung (11. Juni 2017) veranstaltet das Museum um 11Uhr und um 15 Uhr zwei Sonderführungen. Am 6. Juni referiert der Rostocker Diplomrestaurator Jörg Schröder um 19 Uhr zum Thema „Ein Stück Theatergeschichte. Das Thalia in der Augustenstraße. Bauhistorische Erkenntnisse“. Sein Vortrag widmet sich dem letzten noch erhaltenen Theatergebäude in der Steintorvorstadt.

Hildegard Kempowski, die Witwe des Autors Walter Kempowski, begleitet die letzten drei Tage der Ausstellung, die sich wie eine baugeschichtliche Folie über den Roman „Aus großer Zeit“ legt, mit Lesungen. Sie wird am 9. Juni, am 10. Juni und am 11. Juni von 17 bis 18 Uhr im Museum aus dem Roman „Aus großer Zeit“ lesen. In seinem Roman bildet Walter Kempowski die bürgerliche Welt zwischen 1900 und 1918 ab.

Die Zeit des Kaiserreichs und des vermeintlich heilen Bürgertums aus einer Rostocker Perspektive werden nachgezeichnet. Der wohlhabende Reeder Robert William Kempowski führte ein großes Haus in der Steintorvorstadt. Man schaut mit Neugier und Interesse auf diese Epoche und doch ist es ein kritisch-distanzierter Blick, denn der erste Weltkrieg wird alles ändern.

Rostock - 30.05.2017
Text: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Rostock