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Große Sonderausstellung zum 150. Büchsel-Geburtstag


Wohl keine andere Malerin erfreut sich bei Stralsundern und Kunstliebhabern der Region so großer Beliebtheit wie Elisabeth Büchsel. Im Jahr 2017 jährt sich der Geburtstag dieser großartigen Stralsunder Malerin, die weit über ihre Geburtsstadt hinaus wirkte, zum 150. Mal. „Für das STRALSUND MUSEUM ist das ein guter Grund, Elisabeth Büchsel erneut eine Sonderausstellung zu widmen“, so Kuratorin Dorina Kasten. Damit erfüllen die Museumsmacher mit Sicherheit die Wünsche der vielen Büchsel-VerehrerInnen in und außerhalb der Hansestadt.

In der Bilderschau sind ab 20. Mai bis zum 29. Oktober ausschließlich Leihgaben zu sehen, die dann zum Teil auch erstmals öffentlich gezeigt werden. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Vorabend (19. Mai) um 18:00 Uhr statt.

Geboren wurde Elisabeth Büchsel am 29. Januar 1867 als zweites Kind eines Stralsunder Tuchhändlers. Der wohlhabende Status ihres Elternhauses ermöglichte der kleinen Elisabeth Charlotte Helene Emilie eine gute schulische Ausbildung. Da man ihr zeichnerisches Talent bereits im Kindesalter erkannte, erfuhr sie hier anfangs auch Förderung durch die Familie. Doch der Besuch einer Zeichen- und Malschule blieb ihr seitens der Eltern verwehrt. Somit begann sie, ihr Leben früh selbst in die Hand zu nehmen.

Die amtierende Leiterin des STRALSUND MUSEUM, Claudia Hoffmann und die Kuratorin der Ausstellung, Dorina Kasten, vor dem Büchsel-Bild mit dem Titel "Kinder auf Hiddensee" von 1912. Bildcollagen 2 - 4: Zusammenstellung eines kleines Teiles der fast 100 Bilder, die zum Teil erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen sind. Dazu kommen noch einmal ca. 100 Ausstellungsstücke + die original erhaltenen Staffelei der Malerin Elisabeth Büchsel (Fotos: Pressestelle Hansestadt Stralsund)


Elisabeth bildete sich zuerst in eigener Regie weiter. Ihr Wunsch, professionell als Künstlerin zu arbeiten war so übergroß, dass sie diesen für Frauen ihrer Zeit steinigen Weg mit enormer Willensstärke verfolgte. Privatunterricht - unter anderem bei Professor Paul Flickel und Franz Scarbina in Berlin, Studienreisen bis nach Frankreich, Geldverdienen, um weiter lernen zu können - sie tat alles für ihre künstlerische Entwicklung. Frühzeitig machte sie sich als eine ausgezeichnete Porträtistin einen Namen. Heute werden vor allem ihre hinreißenden Kinderbildnisse besonders geliebt. Zudem wird sie nicht nur in Fachkreisen als die Hiddensee-Malerin geschätzt.

Ihr Vermögen, Menschen und Landschaft gleichrangig auf die Leinwand zu bannen, begeistert Betrachter ihrer Arbeiten immer wieder aufs Neue. Elisabeth Büchsels Werk ist zutiefst den Menschen, die sie umgaben, zugetan. Sie zeigt die Fischer beim Netze einholen ebenso wie die Bäuerin beim Spinnen oder die Frauen und Kinder beim Warten auf die Rückkehr der Boote von See. Ihre Porträts sind charakterstark und voller Seele. Was letztlich auch darauf beruht, dass sie das einfache Leben ihrer „Modelle“ teilte.

Bereits seit 1904 lebte und arbeitete die Malerin vom Frühling bis zum Herbst auf der kleinen Ostseeinsel, denn neben deren Bewohnern hat sie auch die Schönheit des „Söten Lännekens“ immer wieder fasziniert. Ihre Landschaftsbilder zeigen Hiddensee in allen Facetten. Als Henni Lehmann 1919 hier den „Hiddensoer Künstlerinnenbund“ gründete, gehörte Elisabeth Büchsel, neben Clara Arnheim, mit zum Vorstand.

Ihre letzte Ruhestätte fand „Tante Büchsel“, wie sie besonders die Kinder immer riefen, 1957 in Stralsund auf dem St.-Jürgen-Friedhof.

Lebenslauf tabellarisch