Usedomer Malerei des 20. Jahrhunderts


„Usedomer Malerei des 20. Jahrhunderts“ vom 8.2.-12.5.2018

Koserower Kunstsalon zeigt Neuerwerbungen

In der ersten Ausstellung des Jahres zeigt der Koserower Kunstsalon traditionell Neuerwerbungen und Arbeiten aus seinem Bestand. Die diesjährige Präsentation trägt den Namen „Usedomer Malerei des 20. Jahrhunderts“. Unter den Neuerwerbungen befinden sich beispielsweise ein museales, außergewöhnlich interessantes Werk des Wolgaster Landschafts- und Marinemalers Alex Schöngrün (1854 – 1942), das eine reizvolle Peenestromlandschaft mit Personenstaffage und Segelschiffen zeigt. Der Sohn eines Kapitäns, der schon seit seinem 14. Lebensjahr zur See fuhr und nach vielen Jahren in Schweden und Amerika seit 1892 wieder in seiner Heimatstadt lebte, wurde über Jahrzehnte zum malenden Chronist der Stadt Wolgast. Einige seiner Werke sind u.a. in der Wolgaster St.-Petri-Kirche zu bewundern.

Ausstellung - Usedomer Malerei

Schöngrün am Peenestrom


Ein weiteres Highlight ist eine sehr atmosphärische Swinemünder Hafenansicht aus den 1930er Jahren. Der Maler Erich Jaeckel (1901 – 1947), der als einer der ersten bedeutenden einheimischen Künstler zählt, bildete sich autodidaktisch aus und hatte seinerzeit auf zahlreichen nationalen Ausstellungen großen Erfolg. In vielen Bildern thematisiert er den Alltag der Fischer mit seiner herben Schönheit. Auch im neu erworbenen Bild „Pommerscher Hafen“ knüpft er mit der Darstellung der robusten und zugleich formschönen Zeesboote an diese Motivwelt an. Die ausgestellte Arbeit ist besonders repräsentativ und zeugt eindrucksvoll vom Können und der eigenständigen Gestaltungskraft Erich Jaeckels.

Aus den frühen 1960er Jahren stammt dagegen eine monumentale Arbeit des bekannten ostdeutschen Künstlers Gerhard Bondzin (1930 – 2014). Durch sein Wandbild am Kulturpalast in Dresden erlangte er bis zum heutigen Tag große Popularität. Mit dem ausgestellten Werk „Jugend im Urlaub“ beteiligte er sich 1962 an der 5. Deutschen Kunstausstellung der DDR in Dresden. Zusammen mit Walter Womackas Gemälde „Junges Paar am Strand“ - einer Ikone der DDR-Malerei - hing es seinerzeit im Albertinum und spiegelt den Zeitgeist dieser Epoche wider. Nach den schweren Aufbaujahren der Nachkriegszeit war nun auch wieder mehr Raum für Erholung und Freizeit.

Allein diese drei Werke lohnen den Besuch des Koserower Kunstsalons. Insgesamt werden über 100 Arbeiten gezeigt, darunter auch Werke von Otto Niemeyer-Holstein, Rosa Kühn, Klaus Rößler, Karen Schacht oder Herbert Wegehaupt. Die Ausstellung im Koserower Kunstsalon, Karlstraße 3 in 17459 Koserow läuft vom 8.2.-12.5.2018 und ist Donnerstag – Sonnabend von 11-13 und 14-16 Uhr geöffnet.

Koserow - 07.02.2018
Quelle: Koserower Kunstsalon