Zum Tode von Detlef Schmidt


Mit großer Bestürzung haben wir vom viel zu frühen Tod von Herrn Detlef Schmidt erfahren. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Frau und seiner Familie.

Detlef Schmidt war Träger des Ehrenringes der Hansestadt Wismar, den er im Jahre 2014 für seinen ganz besonderen Beitrag zur Entwicklung von Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft in der Hansestadt Wismar verliehen bekam. Sein ehrenamtliches Wirken für das Gemeinwohl unserer Stadt in verschiedensten regionalen und überregionalen Einrichtungen, Vereinen, Verbänden und Gremien war etwas ganz Besonderes. Als Heimatforscher und Stadtchronist war Detlef Schmidt ständig dabei, mit seinem persönlich angelegten Wismar-Archiv über Geschichtliches und Erhaltenswertes zu informieren sowie zu dessen Bewahrung zu motivieren. Seine Grundhaltung, geprägt von traditionellen hanseatischen Werten, Toleranz und friedlichem Miteinander, vertrat er öffentlich und verband seine Ideale mit Initiativen verschiedener Kulturen und Wissenschaften.

Er wurde als Sohn eines Malermeisters geboren – im Jahr 1945. Er hat die Ruinen in Wismar erlebt. Als kleiner Rabauke waren sie für ihn Abenteuerspielplatz. Der Pastor von St. Georgen hatte mit ihm wohl alle Hände voll zu tun. Später wurde er Elektriker, man nannte ihn „Meister Lampe“, weil er ständig mit einer Leuchte oder Lampe durch die Stadt lief, um diese, wo es „angeblich“ nötig war, zu wechseln. Manch einer behauptete, das sind natürlich ausschließlich böse Zungen, dass das alles ein Alibi war, letztlich wollte er durch seine Stadt laufen, um sie zu erforschen. Das wurde ein Markenzeichen von Detlef Schmidt, seine Heimatstadt zu erforschen.

Er hat wohl jeden Zettel, jede E-Mail, jedes Bild aus Wismar archiviert, und das mit einer Inbrunst, die ihresgleichen sucht. Wollte man etwas über die Stadt wissen, dann fragte man ihn. Die Bezeichnung „Ortschronist“ war dafür fast zu wenig, weil sie die Leidenschaft, mit der er das tat, nicht erfasst.

Es würde den Rahmen sprengen, alle Vereine aufzuzählen, für die er sich engagierte. Er tat das mit großer Ernsthaftigkeit. Dass er sich durchaus auch über den Tellerrand der Stadt hinaus für die Belange der Region interessierte, wird daran deutlich, dass er Ehrenmitglied im Verein der Freunde der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern war, dessen Vorstand er lange Zeit angehörte. Unter anderem mit seinem Namen sind Spielorte wie Nakenstorf, Schloss Bothmer und Heiligen Geist in Wismar verbunden. Er gehörte den Kuratorien der Kulturstiftung für den Landkreis Nordwest-Mecklenburg sowie der Bürgerstiftung der Hansestadt Wismar an.

Er organisierte den Wirtschaftsbeirat für Wismar und Nordwestmecklenburg. Überhaupt, die Wirtschaft, die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und der Region interessierten ihn immer. Vor der Wende arbeitete er für die IHK, später war die WWG, die Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft, sein Baby.

Als Autor fast schon zahlreicher Bücher und „Kalenderblätter“ über die Stadtgeschichte Wismars, die in verschiedenen Medien erschienen, ist er insbesondere in den letzten Jahren einem breiten Publikum bekannt geworden. Er verstand es, alteingesessenen und neu hinzugezogenen Bürgern die Stadtgeschichte nahe zu bringen; damit trug er ganz wesentlich zur Förderung einer Verbundenheit der Wismarerinnen und Wismarer zu ihrer Stadt bei.

Detlef Schmidt hat die Stadtkultur maßgeblich mitgeprägt. Er wird Wismar fehlen.

Wismar - 01.10.2018
Quelle: Pressestelle Hansestadt Wismar