Wirtschaftstreffen in Wismar


Staatssekretär Dr. Stefan Rudolph: Region entwickelt sich durch unternehmerisches Engagement hervorragend – Qualifizierung und Weiterbildung sind strategisch wichtige Themen

Die Unterstützungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen standen im Mittelpunkt eines Wirtschaftstreffens, das der Wirtschaftskreis „Mittwochsrunde zu Wismar“ veranstaltet hatte. „Wismar und die gesamte Region Nordwestmecklenburg entwickeln sich dank des unermüdlichen Engagements der Unternehmerschaft hervorragend. Die Wirtschaft wächst, neue Gewerbeflächen entstehen. Als echter Standortvorteil für neue Unternehmensansiedlungen und Betriebserweiterungen erweisen sich die attraktive Lage mit dem Hafen Wismar sowie den Autobahnen 20 und 14. Aber wir dürfen uns nicht auf dem wirtschaftlich positiven Trend ausruhen. Es gilt für Unternehmen und ihre Mitarbeiter gleichermaßen, sich stetig den neuen technischen und organisatorischen Arbeitsanforderungen anzupassen. Qualifizierung und Weiterbildung sind dabei die strategisch wichtigen Themen in den Unternehmen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph am Mittwoch vor Ort.

Gut ausgebaute Infrastruktur ist Basis wirtschaftlichen Wachstums

Für die Realisierung von Infrastrukturmaßnahmen erhielt die Hansestadt Wismar vom Wirtschaftsministerium seit dem Jahr 2007 für 15 Investitionsvorhaben Fördermittel in Höhe von 17,7 Millionen Euro. Die Mittel kamen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) sowie dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER). Damit sind Investitionen in Höhe von 28,8 Millionen Euro realisiert worden; unter anderem handelte es sich dabei um die Erschließung des Gewerbegebietes, die Infrastruktur für die Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen im Alten Hafen Wismar und die Anbindung des Großgewerbestandortes Wismar-Kritzow (1. Bauabschnitt). „Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist die Basis wirtschaftlichen Wachstums. Damit können wir in der Region punkten – hier gibt es zahlreiche Flächen für die Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen. Der rote Teppich für Investoren ist ausgerollt“, sagte Rudolph.

Derzeit werden beispielsweise 19 Standorte der Region über die Datenbank der Landes-Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in M-V GmbH vermarktet, davon sechs in Wismar.

Unternehmen investieren in der Region – seit 1990 rund 16.400 Arbeitsplätze gesichert und 6.550 neue Jobs geschaffen

„Die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen ist für Unternehmen eine große Aufgabe. Das braucht unternehmerischen Mut und strategischen Weitblick. Das Wirtschaftsministerium unterstützt Investitionen durch attraktive Rahmenbedingungen“, sagte Rudolph. So wurden seit 1990 in der Region Wismar und Nordwestmecklenburg 482 Investitionsvorhaben mit einem Gesamt-Investitionsvorhaben in Höhe von 1,9 Milliarden Euro vom Wirtschaftsministerium in Höhe von rund 383 Millionen Euro unterstützt. Die Förderung erfolgte aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). Durch die Investitionen wurden seit 1990 rund 16.400 Arbeitsplätze gesichert und 6.550 neue Jobs geschaffen.

Wirtschaftsministerium unterstützt Einstellung und Qualifizierung von Fachkräften

„Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für Unternehmen sind derzeit die Fachkräfte. Die Arbeitswelt unterliegt starken Veränderungen, etwa durch die Digitalisierung. Dafür benötigt jedes Unternehmen motivierte Mitarbeiter, die sich den Herausforderungen stellen und offen sind für das Erlernen neuer Fähigkeiten und Fertigkeiten. Das Wirtschaftsministerium unterstützt diesen Weg und fördert auf die Unternehmensbedürfnisse zugeschnittene Weiterbildungsprojekte sowie passgenauen Qualifizierung der Fachkräfte“, sagte Rudolph. Das Wirtschaftsministerium hat unter anderem die „Richtlinie zur Förderung der berufsbegleitenden Qualifizierung der Beschäftigten in Unternehmen“ (Qualifizierungsrichtlinie) auf den Weg gebracht. Dabei geht es um Bildungsschecks für die Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen. Neu eingeführt wurde im Rahmen der Richtlinie die sogenannten „Unternehmensspezifischen Maßnahmen“: Gefördert werden hier mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten Maßnahmen zur Kompetenzfeststellung der Mitarbeiter (Beratung), zur Analyse des Qualifizierungsbedarfs (Beratung) und zur beruflichen Qualifizierung der Mitarbeiter (Schulung, Qualifizierung). Die Höchstförderung kann 100.000 Euro pro Förderfall betragen. Dies gilt für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft insgesamt.

Neben der Weiterbildung der in den Unternehmen bereits tätigen Beschäftigten unterstützt das Wirtschaftsministerium mit einem weiteren neuen Instrument die Wirtschaft mit der „Richtlinie zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der Ersteinstellung von Personal mit Hochschulabschluss in einer technischen Fachrichtung“ (Einstellungsrichtlinie). Kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit überregionalem Absatz können für 24 Monate Zuschüsse zu Personalausgaben (einkommenssteuerpflichtiges Bruttogehalt und Arbeitgeberanteil) erhalten, wenn sie zusätzlich zum vorhandenen Personal einen Hochschulabsolventen mit technischem Abschluss einstellen (1. Jahr max. 30.000 Euro, 2. Jahr max. 15.000 Euro). Für den zukünftigen Arbeitnehmer muss es sich dabei um eine Ersteinstellung handeln (höchstens drei Jahre nach Abschluss) und es muss sich um ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis handeln, das tarifgleich vergütet wird.

Schwerin - 02.05.2018
Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit