Grünes Licht für Werft-Unterstützung


Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU): Landesregierung gibt grünes Licht für Unterstützung der MV Werften

Sicherung von Arbeitsplätzen – Weiterbau der Schiffe ermöglichen

Die Landesregierung in Schwerin hat am Dienstag über Unterstützung für die MV Werften beraten. Für das Unternehmen ist eine Zwischenfinanzierung erforderlich, um in den Monaten Juli bis September einen Finanzierungsbedarf abzudecken. Es wird die Möglichkeit für die MV Werften geprüft, ob ein durch den Mutterkonzern Genting Hong Kong (GHK) an die Banken und Bürgen verpfändetes Kontoguthaben - eine sog. „locked box“ - freigegeben werden kann. „Um dies zu ermöglichen, ist die Zustimmung von den beteiligten Banken und dem Land als Bürgen erforderlich. Mit dem Zwischenschritt soll unter anderem die Liquidität der Werften weiter sichergestellt und auch ausstehende Rechnungen von Zulieferern bezahlt werden. Die Landesregierung hat heute grünes Licht gegeben, diesen Weg zu gehen. Die Banken sind am Zug“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe nach dem Kabinett.

Unter den Rettungsschirm des Bundes kommen

Bei den Mitteln der „locked box“ handelt es sich nicht um öffentliche Mittel, sondern um ein verpfändetes Guthabenkonto des Gesellschafters GHK, das auch für einen möglichen Krisenfall während der Bauphase auf den MV Werften vorgesehen war. 175 Millionen Euro werden aus der „locked box“ benötigt. „Ziel der Bemühungen ist es, dass das Unternehmen unter dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes kommt. Auf diese Weise können Schiffe weitergebaut und geplant werden. Der Rettungsschirm des Bundes würde verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten für die MV Werften eröffnen“, so Glawe weiter.

Schiffbau im Land weiter ermöglichen

„Angesichts der enormen wirtschaftlichen Schäden der COVID-19-Pandemie und der existenzgefährdenden Situation vieler Werften weltweit ist es wichtig, den Schiffbau im Land weiter zu ermöglichen. Unser gemeinsames Ziel ist es, die MV Werften mit den Standorten Rostock, Stralsund und Wismar zu halten. Jetzt geht es darum die Kräfte zu bündeln, um ein aktives Hochfahren der Werften zu ermöglichen. Im Mittelpunkt steht der Erhalt der Arbeitsplätze auf den Werften und auch von vielen Zulieferbetrieben“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend. Etwa 3.100 direkte Arbeitsplätze sind in den Werftbetrieben der MV Werften vorhanden. Aufgrund der Corona-Pandemie befindet sich ein großer Teil der Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Schwerin - 16.06.2020
Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit


Bürgermeister Thomas Beyer und Oberbürgermeister Alexander Badrow begrüßen die Entscheidung der Landesregierung, die MV Werften zu unterstützen

"Wir freuen uns sehr über das deutliche Signal der Landesregierung, die MV Werften zu unterstützen. Es ist ein klares Bekenntnis zum Schiffbau, der tief in unserer Historie verwurzelt und aus unserem Bundesland nicht wegzudenken ist. Die Werften haben, wie viele Unternehmen, seit Corona schmerzhafte Einschnitte verzeichnen müssen. Damit die Wirtschaft in Zukunft wieder funktionieren kann, ist es wichtig, auch hier zu helfen. Von der maritimen Industrie in Mecklenburg-Vorpommern hängen viele Arbeitsplätze ab - direkt und indirekt. Mit seiner langen Tradition ist der Schiffbau nicht nur ein Herzstück dieser Industrie, sondern auch Teil unseres Selbstverständnisses als Hansestädte. Darum begrüßen wir es sehr, wenn das Land dies erkennt und den MV Werften deutlich den Rücken stärkt."

Wismar / Stralsund - 16.06.2020
Quelle: Pressestellen der Hansestädte Wismar und Stralsund