Textile Schätze gehen auf Reise nach Florenz


STRALSUND MUSEUM: Textile Schätze gehen auf Reise nach Florenz


Wo der David von Michelangelo jährlich über eine Million Besucher anzieht, werden ab Dezember auch zwei Textilien aus dem Stralsunder Paramentenschatz zu sehen sein. Das Museum Galleria dell’Accademia im italienischen Florenz bereitet derzeit eine große Sonderausstellung mit dem Titel „Stoffe und Malerei in Florenz im 14. Jahrhundert“ vor. Angefragt sind dafür auch Teile des Stralsunder mittelalterlichen Paramentenschatzes, den Direktorin Dr. Cecile Hollberg kürzlich im STRALSUND MUSEUM in Augenschein nahm. Paramente sind im Kirchenraum und in der Liturgie verwendeten Textilien, die oftmals künstlerisch aufwendig gestaltet sind.

Stralsund Museum

Die Museumsdirektorin aus Florenz, Dr. Cecilie Hollberg (l.), gemeinsam mit der amtierenden Museumsleiterin Claudia Hoffmann vor einem Teil des Stralsunder Paramentenschatzes. (Foto: Stralsund Museum)


Die Museumsfachfrau zeigte sich von den hiesigen Beständen begeistert: „Der textile Erhaltungszustand ist fantastisch, da gibt es in Deutschland nichts Vergleichbares“. Dass sich in Stralsund solche Stoffe finden lassen, ist zum einen Beleg für die weitverzweigten Handelsbeziehungen im Mittelalter. Zugleich kann man daraus schließen, dass hier äußerst wohlhabende Bürger gelebt haben, die sich diesen Luxus leisten konnten. Immerhin kostete ein vergleichbares Gewand im mittelalterlichen Florenz 270 Goldflorine. Das entspricht den Baukosten für ein palastartiges Gebäude.

Die Ausstellung mittelalterlicher Gemälde und textiler Kostbarkeiten ist in Florenz voraussichtlich vom 4. Dezember bis März 2018 zu sehen.

Stralsund - 08.06.2017
Text: Stralsund Museum


Textile Schätze aus Stralsund vor Ausstellung in Florenz auf Zwischenstation in Brandenburg


Bereits im Juni freute sich das STRALSUND MUSEUM , dass zwei hochwertige Textilien aus dem Paramentenschatz für eine große Sonderausstellung in der Galleria dell Accademia in Florenz angefragt sind. Bevor die beiden Dalmatiken ihre Reise nach Italien antreten können, machen sie nun in der Werkstatt für Textilkonservierung/-restaurierung des Domstifts Brandenburg Zwischenstation.

Hier werden die mittelalterlichen Kirchengewänder von Textilrestauratorin Geertje Gerhold unter die Lupe genommen. Erneut - denn bereits 2008 war von ihr eine der beiden Dalmatiken wissenschaftlich untersucht und restauratorisch bearbeitet worden. Damals hatte sie in einer umfangreichen Dokumentation neben der Analyse von Materialien und Techniken der unterschiedlichen Seidenstoffe, aus denen das Gewand aus dem 14. Jahrhundert besteht, auch dessen Erhaltungszustand mit allen Schadstellen, Be- und Umarbeitungen kartiert. Anschließend ergänzte die Fachfrau Fehlstellen und sicherte Schadstellen auf neu eingefärbten Seidenstoffen nähtechnisch von Hand.

Während die verwandten Seidenstoffe hier vermutlich aus Zentralasien oder Nordchina stammen, wurde der für die zweite Dalmatik verarbeitete Stoff ein halbes Jahrhundert später in Italien hergestellt. Gerhold will diesmal das zweite Gewand genau unter die Lupe nehmen und notwendige Konservierungsarbeiten vornehmen. Schließlich werden von ihr für beide Gewänder individuell angepasste Figurinen gebaut.

Auf diesen maßangefertigten Objekträgern präsentieren sich die Stralsunder textilen Kostbarkeiten vom 4. Dezember bis zum März kommenden Jahres in der Sonderausstellung „Textil und Reichtum in Florenz – Stoffe und Malerei im 14. Jahrhundert“.

Info Paramente

Paramente sind im Kirchenraum und in der Liturgie verwendeten Textilien, die oftmals künstlerisch aufwendig gestaltet sind.
Das STRALSUND MUSEUM birgt einen kostbaren Bestand, der in Norddeutschland seinesgleichen sucht. Über viele Jahrhunderte hinweg haben sich in Stralsund etwa vierzig mittelalterliche Paramente erhalten. Dabei handelt es sich vor allem um Prachtgewänder, Kaseln (liturgisches Gewand, welches den ganzen Körper umhüllte) und Dalmatiken (Amtsgewand eines Diakons), welche die Priester in der Messe getragen haben, aber auch um Decken und Vorhänge für die Altäre.

Die vierzehn Priesterkleider in Stralsund stammen zumeist aus dem 15. Jahrhundert. Sie sind aus verschiedenen reichgemusterten Seidenstoffen gefertigt worden, die außerordentlich teuer waren und über weite Strecken hinweg gehandelt wurden. Die Farben, vor allem aber die Muster der Stoffe, verweisen auf die Herkunft aus den großen italienischen Seidenzentren Lucca und Venedig. (siehe auch: http://bit.ly/2eZxgoZ)

Stralsund - 15.09.2017
Text: Pressestelle Hansestadt Stralsund


Ausstellung von Stralsunder Schätzen in Florenz


Im italienischen Florenz ist in dieser Woche die Ausstellung „Textil und Reichtum in Florenz – Stoffe und Malerei im 14. Jahrhundert“ am 5. Dezember eröffnet worden. Hier, wo der David von Michelangelo jährlich über eine Million Besucher anzieht, werden mittelalterliche textile Kostbarkeiten aus dem europäischen Raum vereint mit Malerei präsentiert und das Großartige ist - das STRALSUND MUSEUM ist dabei. Das STRALSUND MUSEUM glänzt also nicht nur mit dem Wikingergold über Ländergrenzen hinweg.
Bereits im Frühjahr gab es ein Leihersuchen aus Italien. Die Galleria dell‘ Accademia Firenze (Florenz) hatte darum gebeten, zwei Gewänder aus der musealen Paramentensammlung für ein internationales Ausstellungsprojekt als Leihgabe zu erhalten.
Nach einem restauratorischen Zwischenstopp in Brandenburg konnten die kostbaren Gewänder entsprechend aufbereitet auf die Reise gehen und sind nun bis März 2018 neben weiteren Schätzen des 14. Jahrhunderts in Florenz zu sehen.

Info Paramente

Paramente sind im Kirchenraum und in der Liturgie verwendeten Textilien, die oftmals künstlerisch aufwendig gestaltet sind.
Das STRALSUND MUSEUM birgt einen kostbaren Bestand, der in Norddeutschland seinesgleichen sucht. Über viele Jahrhunderte hinweg haben sich in Stralsund etwa vierzig mittelalterliche Paramente erhalten. Dabei handelt es sich vor allem um Prachtgewänder, Kaseln (liturgisches Gewand, welches den ganzen Körper umhüllte) und Dalmatiken (Amtsgewand eines Diakons), welche die Priester in der Messe getragen haben, aber auch um Decken und Vorhänge für die Altäre.

Die vierzehn Priesterkleider in Stralsund stammen zumeist aus dem 15. Jahrhundert. Sie sind aus verschiedenen reichgemusterten Seidenstoffen gefertigt worden, die außerordentlich teuer waren und über weite Strecken hinweg gehandelt wurden. Die Farben, vor allem aber die Muster der Stoffe, verweisen auf die Herkunft aus den großen italienischen Seidenzentren Lucca und Venedig. (siehe auch: http://bit.ly/2eZxgoZ)

Stralsund - 07.12.2017
Text: Pressestelle Hansestadt Stralsund


Stralsunder Schätze länger als geplant in Florenz


Seit Dezember letzten Jahres werden sie von tausenden internationalen Besuchern bestaunt, die Exponate der inzwischen überaus erfolgreichen Ausstellung “Textil und Reichtum im Florenz des 14. Jahrhunderts. Wolle, Seide, Malerei”. Zu den Kostbarkeiten, die in der Galleria dell‘ Accademia Firenze (Florenz) zu sehen sind, gehören aus Stralsund sogenannte Paramente, das sind kostbare und prachtvolle mittelalterliche Kirchengewänder.

"Sowohl beim zahlreichen Publikum als auch in der Welt der Wissenschaft überzeugt das Konzept der Gegenüberstellung und gegenseitigen Aufwertung der prachtvollen Exponate. Eine Freude für den Wissenschaftler ist zudem die außergewöhnlich positive Wahrnehmung durch die Medien", so die Einschätzung der Macher der Ausstellung. Diese zeichnete sich bereits vor der Eröffnung der Ausstellung ab, als die italienische "Tagesschau" in der Hauptsendezeit über die Präsentation berichtete. Das gab es nach Aussage der Ausstellungsmacher bisher noch nicht und "es freut uns daher ganz besonders."

Deshalb fragten die Florenzer Experten auch in Stralsund an, ob es möglich sei, die Paramente einen Monat länger bis zum 15. April als Leihgabe in Italien behalten zu dürfen, was das STRALSUND MUSEUM natürlich umgehend bestätigte. So kann davon ausgegangen werden, dass Dank gerade der Osterzeit, in der sehr viele Besucher nach Italien reisen, der Zuspruch auch für die Stralsunder Schätze noch viel größer sein wird, als bisher angenommen.

Die Galleria dell‘ Accademia Firenze ist nach den Uffizien das am meisten besuchte staatliche Museum Italiens. Zu sehen ist dort unter anderem der David von Michelangelo.

Stralsund - 15.03.2018
Quelle: Pressestelle Hansestadt Stralsund