Stralsunder Tapetenschätze


Band 6 übergeben

Stralsunder Tapetenschatz

Gunnar Möller von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Hansestadt Stralsund hält den sechsten Band der Tapetenbücher in den Händen, zu sehen ist eine hellblaue blumenhafte Ornamentierung auf kräftigem blauen Grund aus dem 19. Jahrhundert, darunter eine Seite aus dem fünften Buch mit einer Tapete aus dem späten 19. / frühen 20. Jahrhundert. (Foto: Pressestelle Hansestadt Stralsund)

Stralsund hat viele Schätze. Einer davon ist aus Papier. Nicht aus gewöhnlichem Papier sondern einem ganz besonderen: Tapeten. Sie stammen aus Häusern der Stralsunder Altstadt aus der Zeit des 18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Geordnet sind sie in sogenannten Tapetenbüchern nach Motiven sowie Adressen und Ort der Auffindung. Sie geben so einen interessanten Einblick über die einstigen Wandgestaltungen. Die im Zuge von Sanierungsmaßnahmen geretteten Tapeten verraten nicht nur etwas vom Zeit- und Individualgeschmack der ehemaligen Bewohner, sondern sie sind auch Indizien für wirtschaftliches Vermögen und Importe beispielsweise aus England oder Frankreich bzw. deutschen Fabriken.

Zu den bisher fünf Tapetenbüchern ist jetzt ein weiteres gekommen. Restaurator Wolf Thormeier, von der Hansestadt Stralsund beauftragt, hat es soeben an die Untere Denkmalschutzbehörde übergeben. Damit liegen nun sechs derartige gebundene, großformatige Bände aus geborgenen und gesammelten historischen Tapetenbefunden vor.

Mit den sechs Tapetenbüchern und weiteren folgenden verfügt Stralsund über einen für den norddeutschen Raum einmaligen Schatz an derartigen Kulturgütern des Alltags aus drei Jahrhunderten.

Stralsund - 19.02.2021
Quelle: Pressestelle Hansestadt Stralsund