Das Bergwaldprojekt e.V. zu Gast an der Küste


Studierende im Einsatz für Moore im Nationalpark Jasmund: Das Bergwaldprojekt e.V. zu Gast an der Küste


Würzburg / Sassnitz, 21.07.2017 - Vom 23. bis 29. Juli 2017 sind 15 ehrenamtliche Studentinnen und Studenten des Bachelor-Studiengangs Landschaftsnutzung und Naturschutz der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde mit dem Bergwaldprojekt e.V. zu Gast im Nationalpark Jasmund. Die Freiwilligen werden in dieser Zeit verschiedene Arbeiten durchführen, um ein Moor zu renaturieren, und das Projekt wissenschaftlich begleiten. Ziel der Einsatzwoche ist es, gemeinsam einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der ökologischen Situation am Projektstandort zu leisten und die Teilnehmenden auch über die Projektwoche hinaus für eine nachhaltige Lebensweise zu sensibilisieren.

Unter der Anleitung von Lutz Rohland (Bergwaldprojekt e.V.) und Prof. Dr. Uta Steinhardt, Professorin für Landschaftsökologie und Landnutzungsplanung an der HNE Eberswalde, und unter der Regie von Dr. Ingolf Stodian, Leiter des Nationalparks Jasmund im Nationalparkamt Vorpommern, werden die Studierenden an der Wiedervernässung des über Jahrzehnte von Entwässerungsgräben stark gestörten Moors mitarbeiten, um eine naturnahe Entwicklung des Nationalparks zu unterstützen. Dazu werden die einstigen Entwässerungsgräben des Moors verfüllt und mit Sperrwerken aus Holz (z. B. Douglasie) verschlossen.

Die Studierenden begleiten das Projekt in Theorie und Praxis: Im Vorfeld des Einsatzes beschäftigten sie sich mit der potenziellen Vegetationsentwicklung nach der erfolgreichen Wiedervernässung und erarbeiteten entsprechende Szenarien. Dabei griffen sie auf die Vegetationsaufnahmen von Studien aus dem Vorjahr und auf simulierte Wasserstandsänderungen, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule Rottenburg erarbeitet wurden, zurück. Nach dem Einsatz in diesem Jahr wird ein Monitoring stattfinden, das die erwarteten mit den tatsächlichen Ergebnissen vergleicht.

Ein wichtiges Anliegen dieses Einsatzes ist es, den Schutz der Artenvielfalt und des Klimas zu vermitteln: „Moore sind nicht nur wichtige Rückzugsräume für seltene Tier- und Pflanzenarten“, so Lutz Rohland vom Bergwaldprojekt e.V., „sondern auch bedeutende Wasser- und Kohlenstoffspeicher.“ Im naturnahen Zustand sind Moore dauerhafte Kohlenstoffsenken – im degradierten Zustand allerdings signifikante Quellen für Treibhausgase wie CO2, Methan und Lachgas. Ihr Schutz ist deshalb vorsorgender Klimaschutz. Nach der Einsatzwoche ist eine Exkursion vorgesehen, um die vielfältigen Aspekte des Moors näher zu beleuchten und deren Bedeutung, nicht nur für den Menschen, besser verständlich zu machen.

„Die Teilnehmenden der Einsatzwoche leisten einen persönlichen Beitrag zu der wichtigen Wiedervernässung eines Moors und lernen dabei dieses faszinierende Ökosystem näher kennen“, so Ingolf Stodian vom Nationalparkamt Vorpommern. Indem sich die Freiwilligen aktiv für ihre Umgebung engagieren, entwickeln sie oftmals auch neue Beziehungen zu dem Ökosystem, in dem sie arbeiten, und beteiligen sich am gesellschaftlichen Wandel hin zu einer nachhaltigen Entwicklung. Die freudvollen Erfahrungen aus den Projektwochen bestärken die Teilnehmenden darin, auch den eigenen Alltag naturverträglicher, ressourcenschonender und somit nachhaltiger zu gestalten.

Ziele des Bergwaldprojekt e.V.

Das Bergwaldprojekt mit Sitz in Würzburg bringt mit seinen Einsatzwochen allein in Deutschland jedes Jahr über 2.000 Menschen in die Natur. Die Teilnahme für Erwachsene ist kostenlos. 2017 finden 100 Projektwochen an 51 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt. 13 dieser Wochen werden im Rahmen der Waldschule für die biologische Vielfalt in Kooperation mit Bildungseinrichtungen durchgeführt. Ziel der Arbeitseinsätze ist es, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen.

Text: Bergwaldprojekt e.V.