Innenhofbegrünung im Quartier 33


GRÜNE: Innenhofbegrünung im Quartier 33 von CDU/FDP und BfS abgelehnt

Suhr: „Konservative verweigern sich der inhaltlichen Debatte“

Trotz erheblicher fachlicher Bedenken haben die Fraktionen von CDU/FDP und Bürger für Stralsund eine Innenhofbegrünung für die zukünftige Bebauung des Quartiers 33 abgelehnt. Dazu erklärt der Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Stralsunder Bürgerschaft, Jürgen Suhr:

Die Grünen - Jürgen Suhr

(Foto: Privat)

Die ganze Welt redet von Klimaschutz und modernen Verkehrskonzepten, während die konservativen Bürgerschaftsfraktionen von CDU/FDP und Bürger für Stralsund nach wir vor dem überalterten Konzept einer „autogerechten Stadt“ das Wort reden. Da interessiert offensichtlich weder das Votum des Gestaltungsbeirats noch die Studie der Planer, wonach von dem ursprünglich geplanten begrünten Quartiersinnenhof nahezu nichts mehr übrig bleibt, wenn die geplante Innenhofbegrünung einer Erschließungsstraße mit Stellplätzen geopfert wird.

Es hat schon etwas mit Arroganz der Macht zu tun, dass im Fachausschuss jede fachliche Auseinandersetzung verweigert wird. Auf mehrfache Aufforderung und Bitte, einmal die inhaltlichen Gründe für diese Entscheidung vorzutragen, verweigerten CDU/FDP und Bürger für Stralsund jede Stellungnahme. Es wurde einfach ohne jede fachliche Auseinandersetzung durchgestimmt.

CDU/FDP und Bürger für Stralsund leisten der Stadtentwicklung damit einen Bärendienst, denn die Attraktivität, gerade einer Welterbestadt wie Stralsund, besteht nicht darin, möglichst viele Autos auf Straßen und Innenhöfen zu platzieren, sondern Flächen zum Wohnen, Leben, zum Wahrnehmen und Genießen der Kultur und zum Verweilen und zur Ruhe kommen zu entwickeln. Das fordern inzwischen zu Recht immer mehr Menschen und eben nicht alte Konzepte aus dem vorherigen Jahrhundert, die das Auto zur Priorität jeglicher Planungen machen.

Die GRÜNE Bürgerschaftsfraktion wird das Thema Quartier 33 weiterhin engagiert und immer wieder auf die Tagesordnung der Bürgerschaftsgremien setzen, auch, weil wir nicht akzeptieren, dass sich die konservativen Bürgerschaftsfraktionen jeglicher Diskussion verweigern.“

Stralsund - 08.10.2018
Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Bürgerschaft der Hansestadt Stralsund

 


Autofreie Stadt als Vision

Verträgt eine Stadt wie Stralsund ein Konzept, bei der kein einziger Stellplatz in unmittelbarer Nähe der jeweiligen Wohnungen angeordnet wird? Diese Frage beschäftigt derzeit die Bürgerschaft, vor allem aber auch viele Bürgerinnen und Bürger. Bei den Planungen zur Wohnbebauung vor der Kulturkirche St. Jakobi (Quartier 33) ist ein grüner Innenhof ohne Autos geplant. PKWs werden in der Nähe untergebracht. Dazu ist eine Quartierstiefgarage im Bereich der derzeitigen Polizei an der Böttcherstraße vorgesehen.

Die UTB – Projektgesellschaft in Greifswald plant das Quartier Hafenstraße, in dem die Lebens- und Wohnqualität im Vordergrund steht und die Autos im Quartier deutlich reduziert werden sollen. Der Geschäftsführer der UTB, Dr. Klaus Boemer, stellt diese innovativen Mobilitätsansätze im Grünen Büro in Stralsund einmal vor und diskutiert hier auch mit zahlreichen Gästen über beide Projekte.

Stralsund - 10.09.2018
Text: Stephan Pundt
Video: Stephan Pundt