Quellcode für Corona-Tracing-App


Schwerin stellt Quellcode für Corona-Tracing-App bereit: Schnellere Warnung vor Infektion mit dem Smartphone möglich

Die Landeshauptstadt Schwerin stellt den Programmiercode einer Corona-Tracing-App als Open-Source-Lösung zur Verfügung. Die Smartphone-App kann einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen eine mögliche zweite Infektionswelle leisten. Die Stadt stellt den Quellcode als Open-Source-Variante bereit – parallel zu der von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen „Corona-Warn-App”.

„Als wir unsere App in Auftrag gegeben haben, war noch unklar, wann die Bundeslösung kommt und ob es eine zweite Infektionswelle gibt. Deshalb wollten wir eine schnelle und schlanke Lösung bereitstellen, bevor Mecklenburg-Vorpommern für Touristen wieder offensteht”, sagt Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier.

Die Schweriner IT- und Servicegesellschaft mbH (SIS) und die in Schwerin ansässige Digitalagentur Mandarin Medien hatten bereits seit Anfang Mai im Auftrag der Landeshauptstadt eine bestehende Open-Source-Lösung des Österreichischen Roten Kreuzes weiterentwickelt. Sie bildet die Basis für die Corona-Tracing-App und wurde auf strengere, deutsche Datenschutzvorgaben angepasst. Im Gegensatz zum österreichischen Vorgänger ist die Schweriner Corona-Tracing-App darauf ausgelegt, Kontakte nur manuell zu erfassen. Personenbezogene Daten werden dabei nicht gespeichert.

Die Corona-Tracing-App kann helfen, Infektionsketten in der Covid-19-Pandemie anonym zurückzuverfolgen, schneller als bislang zu unterbrechen und Neuansteckungen zu vermeiden. Sie ersetzt nicht die Arbeit der Ermittlungsteams in den kommunalen Gesundheitsämtern, die die Corona-Infektionsketten im persönlichen telefonischen Kontakt zu Infizierten und ihren Kontaktpersonen rekonstruieren.

Mit der App gewinnt man jedoch einen Zeitvorsprung: Wer sich an Corona infiziert und die App zuvor auf sein Handy geladen hat, meldet die bestätigte Infektion selbstständig an die App. Diese überprüft, welcher Personenkreis mit dem Infizierten Kontakt hatte und eventuell ebenfalls angesteckt wurde. Über die App werden die Kontaktpersonen anonym benachrichtigt und gebeten, sich zu isolieren, bevor sie selbst infektiös werden. Dafür speichert die App die Kontakte der letzten 72 Stunden anonymisiert.

„Nach einer Woche intensiver Arbeit hatten wir die App technisch für Android und iOS fertiggestellt und einsatzbereit”, erklärt Kevin Friedersdorf, Geschäftsführer von Mandarin Medien. Die schnelle Veröffentlichung noch vor Himmelfahrt und den Pfingst-Feiertagen wurde leider auf der Zielgeraden ausgebremst – durch die langwierigen administrativen Prozesse in den App-Stores. Auch nach drei Wochen liegen noch keine Zusagen für die Listung der Corona-Tracing-App vor.

Inzwischen wurde auch der Quellcode der Bundes-App veröffentlicht und ihre Veröffentlichung für die zweite Junihälfte wiederholt angekündigt. „Deshalb bringt es jetzt keinen Vorteil mehr, wenn wir das eigene Projekt parallel ausrollen. Gleichzeitig wollen wir die Ergebnisse unserer Arbeit jedoch mit Institutionen teilen, die davon noch profitieren können“, so der Oberbürgermeister. Der Quellcode der Corona-Tracing-App ist ab sofort auf dem Onlinedienst GitHub verfügbar.

https://sis-schwerin.de/externer-link/?href=https://github.com/Mandarin-Medien/stopp-corona-de-android IOS
https://sis-schwerin.de/externer-link/?href=https://github.com/Mandarin-Medien/stopp-corona-de-ios Backend
https://sis-schwerin.de/externer-link/?href=https://github.com/Mandarin-Medien/stopp-corona-de-functions

Schwerin - 05.06.2020
Quelle: Pressestelle Landeshauptstadt Schwerin