Landeshauptstadt legt Sozialbericht vor


Armutsrisiko bei Kindern deutlich höher als bei Rentnern

Der erstmals vorgelegte fachübergreifende Sozialbericht der Landeshauptstadt befasst sich schwerpunktmäßig mit Armutsrisiken und zeigt, dass es in Schwerin viel Kinderarmut und wenig Altersarmut gibt. Mehr als jedes vierte Kind in Schwerin lebt inzwischen von Sozialleistungen. Dagegen sind 3,9 % der über 65-Jährigen auf Grundsicherung im Alter angewiesen. Für den Bericht wurden, sofern vorhanden, auch stadtteilbezogene Daten zu Demografie, Erwerbstätigkeit, sozialer Sicherung, Wohnen und Gesundheit analysiert.

Danach sind Kinder von der räumlichen Konzentration sozial benachteiligter Gruppen in bestimmten Stadtteilen (Segregation) am stärksten betroffen: So lebt sogar jedes zweite Kind in den Stadtteilen Neu Zippendorf und Mueßer Holz von Sozialleistungen. „Dieses Armutsrisiko geht einher mit einem Mangel an Lebenschancen. Auch der Zugang zu Bildung, Gesundheit, Wohnen und Erwerbstätigkeit ist für diese Kinder dauerhaft erschwert. Besonders gravierend ist, dass die räumliche Ballung außerdem zu selbstverstärkenden Effekten führt, die sich vor allem beim Bildungserfolg niederschlagen“, berichtet die Leiterin der Arbeitsgruppe Sozialbericht Lisa Manhart.

„Diese komplexe Problemlage erfordert integrierte und stadtteilbezogene Planungs- und Handlungsansätze. Eine Handlungsempfehlung, die Experten zur Verringerung der Segregation geben, ist die Schaffung von Sozialwohnungen in Stadtteilen, wo Arme typischerweise nicht leben. Diese Diskussion werden wir in Schwerin führen“, sagt Oberbürgermeister Rico Badenschier. „Der Sozialbericht ist dafür ein wichtiges Planungs- und Steuerungsinstrument. Wir müssen die soziale Infrastruktur unserer Stadt auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse weiter entwickeln“, bekräftigt Badenschier.

Der Sozialbericht wurde 2017 von der Stadtvertretung in Auftrag gegeben und ist von einer fachübergreifenden Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung erarbeitet worden.

Ziel des Berichtes ist es, die Bevölkerungsstruktur und soziale Lange in Schwerin differenziert zu beschreiben, Entwicklungen und Zusammenhänge zu erkennen und daraus Handlungsempfehlungen für Verwaltung und Kommunalpolitik abzuleiten. Der Sozialbericht wird künftig alle drei Jahre aktualisiert, mit wechselnden Schwerpunktthemen. Im nächsten Bericht soll das Thema Bildung im Mittelpunkt stehen.

Daten & Fakten aus dem Sozialbericht:


Schwerin - 26.10.2018
Quelle: Pressestelle Landeshauptstadt Schwerin