Digitalisierung und Modernisierung im Handwerk


Betriebstour im Landkreis Ludwigslust-Parchim

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU): Neue Informations- und Kommunikationstechnologien gewinnen an Bedeutung für das Handwerk

Die Themen „Digitalisierung und Modernisierung im Handwerk“ waren das Leitmotiv einer Informationstour, die Wirtschaftsminister Harry Glawe am Mittwoch gemeinsam mit der Handwerkskammer Schwerin im Landkreis Ludwigslust-Parchim unternahm. Neben der SME Stahl- und Metallbau Ehbrecht GmbH & Co. KG in Dömitz standen die Fleischerei Ockens in Ludwigslust und der Betrieb von Dachdeckermeister Henry Huber in Neustadt-Glewe auf dem Tourenplan. „Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern stellt sich mit innovativen Ideen den immer komplexer werdenden Herausforderungen der Wirtschaft. Vor allem neue Informations- und Kommunikationstechnologien werden immer wichtiger für das Handwerk. Gleichzeitig gilt es, neue Zukunftsfelder mit ökonomischem Potenzial zu erschließen. Die drei Betriebe aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim stellen sich den ändernden Wettbewerbsbedingungen in kreativer Weise“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Innovation trifft traditionelles Handwerk – SME Stahl- und Metallbau Ehbrecht GmbH & Co. KG in Dömitz

Erste Station war die SME Stahl- und Metallbau Ehbrecht GmbH & Co. KG in Dömitz. Das mittelständische Familienunternehmen fertigt auf einer Produktionsfläche von 3.500 Quadratmetern mit insgesamt 65 Mitarbeitern Produkte aus dem Stahl- und Metallbau. Jüngst hat der Betrieb beschlossen, in Zusammenarbeit mit einem sächsischen Unternehmen eine autarke Speicheranlage für Wärme- und Kälteregulierung zu fertigen. Die Produktion ist bereits in Dömitz als Kleinserienfertigung gestartet. Ziel ist es nach Unternehmensangaben, die gesamte Produktion schrittweise zu automatisieren. „Innovation trifft traditionelles Handwerk – so lässt sich die Ausrichtung der SME Stahl- und Metallbau Ehbrecht treffend beschreiben. Um die Anforderungen an Energieeffizienz bei Gebäuden zu steigern, ist die neue Technologie zur Energiebereitstellung entstanden. Jetzt gilt es, die Innovation erfolgreich in den Markt zu bringen“, sagte Glawe.

Beruf erfordert Vielseitigkeit und Kreativität - Fleischerei Ockens in Ludwigslust

Die Fleischerei Ockens in Ludwigslust begeht in diesem Jahr ihr 85-jähriges Firmenjubiläum und wird in dritter Generation familiengeführt. Der Betrieb zählt sieben Mitarbeiter und betreibt eine Filiale. Betriebsinhaber Fleischermeister Hans-Christian Ockens ist zudem Landesinnungsmeister des Fleischerhandwerks in Mecklenburg-Vorpommern sowie Obermeister der Fleischerinnung Hagenow-Ludwigslust. „Das hohe Engagement des Betriebsinhabers trägt dazu bei, einer breiten Öffentlichkeit die Vielseitigkeit und Kreativität des Berufes näher zu bringen“, sagte Glawe.

Nach Angaben des Deutschen Fleischer-Verbandes e.V. gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 120 Fleischer-Fachgeschäfte und 175 handwerklich betriebene Filialen.

Digitalisierung umfassend umgesetzt – Dachdeckermeister Henry Huber in Neustadt-Glewe

Dritte Station war der Betrieb von Dachdeckermeister Henry Huber in Neustadt-Glewe. Das Unternehmen hat zusammen mit der Steffen Huber GmbH 15 Mitarbeiter und bietet alle Leistungen einer Dachdeckerei in Kombination mit Photovoltaikanlagen sowie Gebäudeenergieberatung. Jetzt sind alle Unternehmensbereiche umfassend digitalisiert worden, so dass unter anderem tagesaktuelle Bautagebücher mit Arbeitszeiten, Warenlieferungen und Baufortschritten direkt auf der Baustelle erstellt werden können. Projekte lassen sich so genau dokumentieren, Kalkulationen sind auf Knopfdruck möglich. Dafür erhielt die Steffen Huber GmbH im vergangenen Jahr den VR-Innovationspreis zum Thema „Angewandte Digitalisierung“. „Digitales Baustellen- und Dokumentationsmanagement sowie der Einsatz von Drohnen sind bei Dachdeckermeister Henry Huber eine Selbstverständlichkeit. Das Unternehmen ist ein Beispiel, wie die Digitalisierung in Handwerksbetrieben effektiv eingesetzt werden kann“, sagte Glawe abschließend.

Informationen zum Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und 5.061 Lehrlinge, die einen jährlichen Umsatz in Höhe von neun Milliarden Euro erwirtschaften. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden. Mit 12,4 Handwerksbetrieben je 1.000 Einwohner wird in Mecklenburg-Vorpommern der deutsche Durchschnitt von 11,8 Betrieben pro 1.000 Einwohnern deutlich übertroffen.

Im Kammerbezirk der Handwerkskammer Schwerin sind insgesamt etwa 7.700 Handwerksbetriebe ansässig. Diese beschäftigen über 35.000 Menschen. Im Landkreis Nordwestmecklenburg gibt es 2.500 Handwerksbetriebe, die 700 Lehrlinge ausbilden und 12.000 Beschäftigte zählen.

„Besser ein Meister“

Die Betriebsbesichtigungstour fand im Rahmen der Meisterkampagne „Besser ein Meister“ statt. Die Meisterkampagne des Handwerks in Mecklenburg-Vorpommern ist eine durch das Wirtschaftsministerium und den Handwerkskammern gemeinsam initiierte Image- und Marketingkampagne zur Positionierung des Meister-Titels als Premium-Marke. Bei den besuchten Unternehmen handelt es sich um meistergeführte Handwerksbetriebe, die ausbilden.

Schwerin - 20.02.2019
Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit