Angler sind Naturschützer!


Umweltschutzminister Dr. Till Backhaus (SPD): Angler sind Naturschützer! – MV weiterhin beliebtes Angelrevier

Auf der 28. Delegiertenkonferenz des Landesanglerverbands in Linstow würdigte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus heute das Engagement der Angler für den Schutz der natürlichen Ressourcen. Die hiesigen Angler hätten sich beispielsweise maßgeblich für die Renaturierung der Boize bei Greese und des Oberlaufs der Warnow, die Durchgängigkeit der Trebel und der Uecker sowie für die freiwillige Vereinbarung zum Befahren des Schweriner Sees eingesetzt.

„Sie sind der Beweis dafür, dass Schutz und Nutzung keine Gegensätze sein müssen. Sie setzen sich in ehrenamtlicher Tätigkeit in vielen Stunden für die Natur unseres Landes ein und tragen dazu bei, dass die vielen schönen Angelgebiete weiterhin attraktiv bleiben. Das verdient Respekt und Anerkennung!“, so der Minister. Mit Blick auf in der Vergangenheit aufgetretene Havarien, wie das Fischsterben im Panzower Bach und Hellbach im Dezember 2018, verband er die Bitte, dass Landwirte und Angler zum Schutz der Gewässer noch enger zusammenarbeiten sollten.

Seine Anerkennung sprach der Minister dem Landesanglerverband auch für das kürzlich gestartete Projekt „Angeln macht Schule“ aus, das Angeln zum Unterrichtsfach erhebt. Auf dem Plan stehen unter anderem Fisch- und Gewässerkunde. Dabei lernen die Kinder, Fischarten zu unterscheiden und Wechselwirkungen in Ökosystemen zu verstehen. In der Gerätekunde geht es um den Umgang mit der Angel. Und in der Rechtskunde lernen die Kinder den tiergerechten Umgang mit Fischen. Zudem besteht im Rahmen des Projekts die Möglichkeit, einen Fischereischein zu machen.

„Entgegen kritischer Stimmen mancher Tierschutzorganisation halte ich dieses Projekt für sinnvoll und richtig. Nur wer die Natur kennt und sich für sie interessiert, ist auch bereit, sich für ihren Schutz einzusetzen. Allein den moralischen Zeigefinger zu erheben, ist in meinen Augen nicht nur falsch, es bringt uns auch in der Sache nicht weiter“, begründete Backhaus die Förderung des Projekts aus der Fischereiabgabe mit insgesamt 186.000 Euro.

Mit über 43.709 Mitgliedern in 582 Vereinen ist der Landesanglerverband nach dem Kleingarten- und Fußballverband einer der größten und stärksten Interessensvertretungen in Mecklenburg-Vorpommern. Insbesondere für den Tourismus sei die Freizeitfischerei von großer Bedeutung: Mit 121.880 verkauften Angelerlaubnissen und 20.000 Touristenfischereischeine in 2018 sei die Nachfrage zwar etwas rückläufig, aber immer noch auf sehr hohem Niveau, resümierte der Minister.

Zum Thema Pachtanpassung sagte er, dass Preiserhöhungen für die Binnenfischereibetriebe grundsätzlich nur moderat erfolgen sollen. Damit seien auch für die Angler als Mitnutzer berufsfischereilich verpachteter Gewässer keine exorbitanten Kosten zu erwarten. Dies gelte auch für die vom Landesverband und den Mitgliedsverbänden direkt gepachteten Gewässer.

Abschließend brachte Minister Backhaus das Kormoranproblem zur Sprache. „Die Höhe des guten Erhaltungszustandes ist meiner Meinung nach längst erreicht. Nach meinem Dafürhalten haben wir es inzwischen mit einer regelrechten Kormoranplage zu tun. Eine Bewirtschaftung des Bestandes kann aber nur durchgesetzt werden, wenn sich die Bundesregierung endlich erfolgreich bei der EU-Kommission dafür einsetzt, dass der besondere Schutz des ehemals vom Aussterben bedrohten Tieres endlich gelockert wird.“ Derzeit leben in Mecklenburg-Vorpommern rund 15.000 Brutpaare.

Schwerin - 18.05.2019
Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt