Am 1. Dezember ist Weltaidstag


An jedem 1. Dezember rückt das Thema HIV/AIDS wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit. „Global gesehen ist HIV/AIDS in vielen Teilen dieser Welt noch eine tödliche Krankheit – und das, obwohl es mittlerweile wirksame Medikament gibt. In Deutschland stehen unentdeckte HIV-Infektionen und der vorurteilsbelastete Umgang mit der Infektion im Zentrum der Problematik“, erläutert Steffen Bockhahn, Senator für Jugend und Soziales, Gesundheit, Schule und Sport.

Seit Oktober ist nun ein HIV-Selbsttest in Apotheken und Aidshilfe-Beratungsstellen verfügbar, so dass man nicht mehr zwingend eine Beratungsstelle aufsuchen muss, um sich testen zu lassen. Auch die Präexpositionsprophylaxe wurde in Deutschland zugelassen. Es können also schon rein präventiv Medikamente eingenommen werden, um sich nicht mit HIV zu infizieren.

Dennoch ist es notwendig, beim Thema HIV und AIDS zu differenzieren, so das Gesundheitsamt. Nicht für jeden ist die so genannte Präexpositionsprophylaxe geeignet. Und auch für den Selbsttest ist es wichtig, Zugang zu verlässlichen Informationen zu haben. Im Gesundheitsamt Rostock ist es möglich, sich vertraulich und anonym über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen, zu informieren. „Wir verurteilen keinen und das kommt gut an“, freut sich Madlen Zimmer von der HIV-Beratungsstelle des Gesundheitsamtes, in der allein in diesem Jahr fast 500 Beratungen stattfanden.

HIV ist noch immer mit einem Stigma behaftet: Man holt es sich, man bekommt es nicht einfach. Moralische Schuldzuweisungen sind in vielen Bereichen zumindest unterschwellig vorhanden. Deshalb gehen immer noch zu viele Menschen nicht zum Test, obwohl sie ein Risiko eingegangen waren. Ein weiteres großes Problem ist, dass im Jahr 2017 allein in Mecklenburg-Vorpommern über 60% der HIV-Diagnosen viel zu spät gestellt wurden. „Die heutigen Therapien sind zwar auch noch zu einem sehr späten Diagnosezeitraum äußerst wirksam, aber den Betroffenen hätte viel Leid im Vorfeld erspart werden können“, bedauert Madlen Zimmer. Das Gesundheitsamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock bietet immer dienstags und donnerstags die Möglichkeit, sich kostenfrei, vertraulich und anonym auf HIV testen zu lassen.

Senator Steffen Bockhahn unterstreicht: „Wir sollten den 1. Dezember dafür nutzen, um an diesem Tag Solidarität zu zeigen und für Normalität einzutreten. Der Weltaidstag bietet sich an, um allen Zahlen und Statistiken noch eine Null hinzufügen: für null Diskriminierung!“

Linktipp:
https://rathaus.rostock.de/de/service/aemter/gesundheitsamt/beratungsstelle_fuer_hiv_aids_und_sexuell_uebertragbare_infektionen_sti/257447

Ansprechpartnerin:
Madlen Zimmer
HIV- und STI-Beraterin
Beratungsstelle für sexuell übertragbare Infektionen und HIV/AIDS
Gesundheitsamt
Paulstraße 22, 18055 Rostock
Tel. 0381 381-5313
E-Mail: madlen.zimmer@rostock.de

Rostock - 27.11.2018
Quelle: Pressestelle Hanse- und Universitätsstadt Rostock