Präsidententreffens des Karnevallandesverbandes


Rede des Oberbürgermeisters Silvio Witt anlässlich des Präsidententreffens des Karnevallandesverbandes Mecklenburg-Vorpommern (KLMV) am 6. März 2019 in Neubrandenburg

Sehr geehrte Frau Ministerin Hesse, liebe Birgit, sehr geehrte Präsidenten Fess und Scherling, lieber Klaus-Ludwig, lieber Lutz, geschätzte Präsidentinnen und Präsidenten aus M-V,
und natürlich – liebe Närrinnen und Narren,

schön, dass Sie, dass ihr alle heute nach Neubrandenburg gekommen seid. Wenn man in Deutschland an Karneval, Fasching und Fastnacht denkt, hat man nicht unbedingt gleich Mecklenburg-Vorpommern im Sinn. Schon gar nicht Neubrandenburg. Obwohl wir im September 2018 die Hauptstadt des Karnevals waren – schließlich hat der Bund Deutscher Karneval bei uns getagt.

Wer sich aber heute hier in der Stadthalle umschaut, wird eines Besseren belehrt: Wir sind das Epizentrum, der brodelnde Kessel der guten Laune in unserem Land. Lasst das mal hören! Eine Bitte habe ich jedoch – nehmt ein wenig auf die alte Dame Stadthalle Rücksicht. Sie wird in diesem Jahr 50 Jahre alt und wir wollen sie erst 2020 sanieren. Dafür bekommen wir auch Fördermittel vom Land. Jedoch nur für eine Sanierung, nicht für einen kompletten Wiederaufbau!

Seit dem 11.11. regiert ihr in den Rathäusern Mecklenburg-Vorpommerns und damit sind endlich mal die Richtigen am Ruder. Schließlich zählen wir mehr als 7000 Karnevalistinnen und Karnevalisten in über 80 Vereinen in unserem Land. So viele Mitglieder und Ortsvereine hat nicht einmal die SPD – und die regiert sogar das ganze Land.

Seit eurer Amtsübernahme hat die Landesregierung daher auch viel möglich gemacht – man möchte sozusagen an eure Erfolge anknüpfen. Zum Beispiel, dass das Geschwisterkind seit Januar kostenlos zur Kita gehen kann. Aber wie will man das eigentlich feststellen? Also wer jetzt das wievielte Geschwisterkind ist. Was für manche Mutter das zweite Kind, ist für die Väter Nummer 3, 4 oder 5. Naja, ab nächstes Jahr wird die Kita dann sowieso für alle kostenlos. Ich sage – nur zu! Schule ist ja auch seit Jahren umsonst.

Auch die A 20-Sanierung ist eine bemerkenswerte Maßnahme, die nun aber vorankommt. Geradezu karnevalistisch vorankommt. Wer über die provisorische Brücke bei Tribsees fährt, kommt automatisch ins Schunkeln. Daher erkennt man heute hier auch diejenigen, die aus dem Westteil des Landes gekommen sind – die schunkeln schon etwas mehr.

Die Werften waren seit dem 11.11. auch wieder ein Thema. In Wolgast darf man keine Patrouillenboote mehr bauen – aber bei anderen Schiffen sieht es ganz anders aus; die sind politisch eher genehm. So dürfen beispielsweise die großen Kreuzfahrtschiffe weiterhin gebaut werden. Doch hier ist die Terrorgefahr viel größer, wenn wir mal ehrlich sind.

Was kann man da für Kriegsszenen beobachten: Erwachsene Menschen im Kampf um das 24-h-Buffett. Bis an die Zähne bewaffnet mit Messer, Gabel, Klunkern und viele Vaddis und Muddis mit ihren Handtaschen voller Tupperdosen.

Aber ihr seid ja friedliebend – und das meine ich aus tiefstem Herzen. Jedes Jahr aufs Neue bastelt ihr an euren Programmen, opfert eure Freizeit, um anderen Menschen schöne Tage und Stunden zu bescheren. Dabei ist jeder willkommen, der mit anpackt und fröhlich ist. Bei euch darf jeder singen, tanzen, moderieren oder einfach nur helfen und dabei sein. So viel Zusammenhalt wünsche ich mir auch an so manch anderer Stelle in unserer Gesellschaft. Dafür danke ich euch.

Und Politiker und Karnevalisten haben auch Gemeinsamkeiten. Nicht was ihr denkt. Zum Beispiel geht auch ihr am frühen Morgen nach der Feier nach Hause, trinkt einen Kaffee und dann geht es schon wieder ab zum Kinderfasching, danach Seniorenfasching und einen Tag später gibt es dann den Rosenmontagsball. Zumindest ist das hier bei uns in Neubrandenburg der Fall. Herzlichen Dank für euer Engagement, ihr macht das toll!

Zu guter Letzt noch eine Anmerkung, das Land sucht ja gerade eine Landeshymne – es gibt sogar ein wenig Streit darum. Ich finde, die Arbeit muss man sich nicht machen. Wir haben eine Hymne und die funktioniert seit Jahren bestens. Der Mecklenburger Karneval.

So, das war’s von meiner Seite. Nur noch einen Hinweis: Liebe Friedländer Karnevalistinnen und Karnevalisten – haut nicht so doll auf’n Putz. Wir wollen heute Abend bei euch noch 775 Jahre Stadtjubiläum feiern.

Neubrandenburg - 05.03.2019
Quelle: Pressestelle Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg am Tollensesee