Erster landesweiter Pflegeschülerkongress


Erster landesweiter Pflegeschülerkongress in Neubrandenburg

Minister Harry Glawe (CDU): Berufsbild ist geprägt von hohem Verantwortungsbewusstsein - grundlegende Änderungen in der Ausbildung geplant - Ausbau der hochschulischen Pflegeausbildung

„Was macht den Pflegeberuf der Zukunft aus?“ lautete das Thema auf dem ersten landesweiten Pflegeschülerkongress, der am Freitag in der Hochschule Neubrandenburg stattfand. „Das Berufsbild in der Pflege ist geprägt von hohem Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter. Vom Neugeborenen bis zum am Lebensende Stehenden kümmern sich Pfleger um die psychische und physische Gesundheit der Menschen. Um den Beruf trotz der hohen Belastungen weiterhin attraktiv zu gestalten und ausreichend Nachwuchs-Fachkräfte zu gewinnen, wollen wir jetzt Änderungen in der Pflege-Ausbildung und dem Berufsbild angehen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Der Minister hatte die Schirmherrschaft des Kongresses übernommen.

Ab 2020: neue, generalistische Ausbildung zur Pflegefachkraft

Im Fokus der Veranstaltung stand das Pflegeberufereformgesetz (PflBRefG), dessen Umsetzung zum 01. Januar 2020 erfolgen soll. Derzeit gibt es die Pflegeausbildung in drei Fachrichtungen (Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege). Alle drei Berufsausbildungen werden innerhalb von drei Jahren absolviert, umfassen jeweils 2.100 Stunden theoretisch-praktischen Unterrichts und 2.500 Stunden praktische Ausbildung mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten. Künftig sollen die drei bislang getrennten Pflegeausbildungen zu einer sogenannten generalistischen Ausbildung mit dem Abschluss „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ zusammengefasst werden. Kernelement ist, dass in den ersten beiden Ausbildungsjahren eine Ausbildung in der allgemeinen Pflege über alle Altersgruppen erfolgt. Im dritten Ausbildungsjahr besteht für die Auszubildenden die Möglichkeit, die generalistische Ausbildung fortzuführen oder sich in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege bzw. Altenpflege zu spezialisieren. „Mit den Änderungen in der Ausbildung gibt es für die Lernenden eine höhere Flexibilität – es besteht die Möglichkeit, erst ab dem dritten Ausbildungsjahr die generalistische Ausbildung fortzusetzen oder zwischen Kinderkranken- oder Altenpflege zu wählen“, sagte Glawe.

Landesweites Konzept für Hochschulausbildung wird erarbeitet

Der Gesundheitsminister warb darüber hinaus für den Ausbau der hochschulischen Pflegeausbildung. „Mit dem sich derzeit wandelnden Aufgabenspektrum der Pflege werden Pflegefachpersonen künftig komplexere als auch neue Versorgungsaufgaben übernehmen. Diese erfordern eine hochschulische Ausbildung“, erläuterte Gesundheitsminister Glawe. „Ab Januar 2020 ist eine hochschulische Pflegeausbildung vorgesehen. Ziel ist es, gemeinsam mit der Universitätsmedizin Greifswald, der Universitätsmedizin Rostock und der Hochschule Neubrandenburg ein landesweites Konzept für die künftige hochschulische Pflegeausbildung zu entwickeln. Mit dem Studium sollen die Absolventen auf die künftig verstärkte Kooperation und das Arbeiten im multiprofessionellen Team vorbereitet werden“, betonte Glawe.

Ausbildung wird für alle kostenlos

Alle Ausbildungswege in der Pflege sollen künftig für die Lernenden kostenlos werden (derzeit bezahlen Pflege-Auszubildende teilweise Schulgeld). Die Finanzierung erfolgt über einen sogenannten Ausgleichsfonds, der vom Land Mecklenburg-Vorpommern, den Krankenhäusern, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie sozialen und privaten Kranken-/Pflegekassen eingerichtet wird. Die Umsetzung wird vom Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Bildungs-, Sozial- und Finanzministerium unter Einbeziehung der Fachverbände vorbereitet.

Informationen zu Pflegefachkräften und Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern

Im Jahr 2015 waren in den Krankenhäusern sowie ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen insgesamt 16.723 Pflegefachkräfte (Gesundheits- und Krankenpflege: 9.969, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege: 1.253, Altenpflege: 5.501) tätig. Davon arbeiteten 9.531 Pflegefachkräfte in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie 7.192 Pflegefachkräfte in den Krankenhäusern M-Vs.

Zum Ausbildungsstart Oktober 2016 befanden sich insgesamt 2.436 Schülerinnen und Schüler in einer Pflegeausbildung (Gesundheits- und Krankenpflege: 1.569, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege: 84 und Altenpflege: 783). Davon haben 875 Schüler ihre Pflegeausbildung im Oktober 2016 begonnen, 727 Schüler befanden sich im zweiten und 834 Schüler im dritten Ausbildungsjahr.

Schwerin - 09.03.2018
Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit