Artist in Residence


Grußwort des Oberbürgermeisters Silvio Witt anlässlich der Verleihung „Artist in Residence“ an Iveta Apkalna am 16. Februar 2019

Sehr geehrte Frau Stadtpräsidentin, sehr geehrte Iveta Apkalna, liebe Frau Schimberg, sehr geehrter Herr Schumacher, liebe Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger,
meine sehr verehrten Gäste,

wer ein echter Neubrandenburger oder eine echte Neubrandenburgerin ist, weiß bestimmte Dinge über unsere Stadt. Nicht, dass wir dies überprüfen, aber im Stadtgespräch gehört es schon zum guten Ton, den ein oder anderen Fakt hier und da zum Besten zu geben.

Ich kann mir zum Beispiel Zahlen sehr gut merken. Unser Gründungsjahr 1248 ist einfach und quasi unvergesslich – man muss nur die vorherige Zahl verdoppeln; 1-2-4-8. Außerdem steckt im Gründungsjahr die magische Vier – die hat für uns in Neubrandenburg eine besondere Bedeutung. Wir haben vier Tore, vier große Einfahrtsstraßen in die Stadt, vier Hügel, von denen man so wunderbar auf die Stadt schauen kann. Ich könnte Ihnen noch viel mehr Zahlen präsentieren, aber dann ist man der Gefahr ausgesetzt, dass wir Neubrandenburger jemanden als einen „Klookschieter“ bezeichnen.

Daher nenne ich vielleicht einige Namen: Herbord von Raven zum Beispiel, der erste Stadtschulze von Neubrandenburg, der immer noch schützend über die Stadt wacht und jung aussieht wie eh und je. Keine Ahnung, wie er sich seit 771 Jahren so fit hält. Mudder Schulten, Fritz Reuter oder der Maler Caspar David Friedrich sind ebenfalls große Neubrandenburger Namen. Letzterer war zwar kein Einheimischer hatte aber besondere Freude daran, die Hügel um Neubrandenburg viel imposanter zu malen als sie tatsächlich sind. Er würde in der heutigen Zeit sicher im Stadtmarketing für den Tourismus verantwortlich sein.

Natürlich gibt es viele große Namen des Sports, die man mit Neubrandenburg verbindet. Allein acht Olympiasieger, die 13 Titel in die Stadt holten…

Doch seit einigen Jahren gehören noch mehr Namen zu denen, die jede Neubrandenburgerin oder jeder Neubrandenburger kennen sollte: Der Architekt Pekka Salminen, der das Innere dieser wunderbaren Konzertkirche entworfen hat, gehört zweifelsohne dazu. Oder der Unternehmer Günther Weber, dessen Liebe zur Musik soweit ging, dass er der Stadt Neubrandenburg diese einmalige Orgel schenkte. Sie ist handwerkliche Präzision und Kunst der beiden Orgelbauer Klais und Schuke. Und natürlich gehört der Name Iveta Apkalna zu Neubrandenburg. Sie weihte mit drei fantastischen Konzerten die Orgel im Jahr 2017 ein.

Dass wir diese Menschen für Neubrandenburg begeistern konnten und können ist ein Glücksfall. Gerade unsere Stadt, die in ihrer Geschichte so viele Brüche verschmerzen musste, hat mit der Konzertkirche und allem was zu ihr gehört ein echtes, großes und musikalisches Herz zurückerhalten.

Ich danke allen, die fortwährend daran beteiligt sind, dass das Pulsieren dieses Herzens weit über die Stadtgrenzen hinaus zu hören ist – der Neubrandenburger Philharmonie, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Veranstaltungszentrum Neubrandenburg, dem Eigenbetrieb Immobilienmanagement, dem Stadtmarketing und natürlich Ihnen, den immer zahlreichen Gästen der Konzerte.

Ganz besonders freue ich mich, dass wir Iveta Apkalna nun zur „Artist in Residence“ ernennen dürfen. Eine Ehre für uns, mit der die Besonderheit dieses, unseres Konzerthauses unterstrichen wird. Und wenn ich vielleicht noch eine Zahl nennen darf, dann diese: Liebe Iveta Apkalna, dass Sie hier für die Konzertkirche und – im Besonderen für die Orgel „Artist in Residence“ sind – das ist in jeglicher Hinsicht: einmalig.

Vielen Dank.

Neubrandenburg - 15.02.2019
Quelle: Pressestelle Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg am Tollensesee