Winterdienst trotzt Wintereinbruch


Greifswalder Winterdienst trotzt Wintereinbruch – Salzsilo ist gut gefüllt

Angesichts der kräftigen Schneefälle ist der Winterdienst der Universitäts- und Hansestadt Greifswald pausenlos im Einsatz. „Bereits gestern waren die Mitarbeiter des Bauhofs 12 Stunden unterwegs, um die Straßen frei zu räumen“, sagte Einsatzleiter Christian Zumkowski. „Heute früh begann die Schicht um 3 Uhr.“ Insgesamt 28 Mitarbeiter sorgen in zwei Schichten rund um die Uhr für freie Straßen. Sie werden durch 7 Handarbeitskräfte unterstützt, die Bushaltestellen und Übergänge frei räumen.

Bis zum Nachmittag wurden die Hauptstraßen, die Hauptbuslinien und die Zufahrstraßen zu den Kliniken bereits das 3. Mal geräumt. Auf Nebenstraßen sind Mulicars unterwegs. Auch die Radwege wurden bereits zwei Mal vom Schnee befreit. Insgesamt 30 Tonnen Salz und 5 Tonnen Sand wurden verbraucht, auf dem Boulevard wurde eine halbe Tonne Granulat gestreut.

Innerhalb des Stadtgebietes sorgte der Schnee für keine größeren Behinderungen. Die Greifswalder Feuerwehr musste nach eigenen Aussagen nur ein Mal witterungsbedingt ausrücken, um auf dem Riems einen Rettungswagen freizuräumen.

Wie Christian Zumkowski versicherte, ist noch ausreichend Streugut vorhanden. Das Salzsilo sei noch gut gefüllt, hinzu kämen 100 Tonnen Salz in Bigbags. Im Laufe des Tages werde mit weiterem Salznachschub gerechnet. Auch Sand und Granulat liege bereit. Die Technik sei einsatzbereit. Pro Schicht sind 3 Lkw, 6 Multicars, 3 Kleintraktoren und ein Bagger im Einsatz. Zudem stehen drei große Aufsatzstreuer mit der entsprechenden Vorrichtung für LKW zur Verfügung. Auch die Feuchtsalzstreuer stehen bereit.

Insgesamt sind im Tourenplan der Stadt 189 Kilometer Straße und 50 Kilometer Geh- und Radwege aufgenommen. Der städtische Winterdienst beräumt allerdings nur jene Straßen, die auch gereinigt werden. Welche das sind, regelt die Straßenreinigungssatzung. Hier sind auch die Pflichten der Anlieger geregelt.

Anlieger sind für Räumung mit verantwortlich

Für verkehrsberuhigte Straßen und Anliegerstraßen sind die Anwohner und Eigentümer selbst verantwortlich. Sie müssen die Straße jeweils bis zur Fahrbahnmitte räumen. Auch der Winterdienst auf den Gehwegen, den gemeinsamen Geh-und Radwegen sowie auf Gehwegen mit dem Zeichen „Radfahrer frei“ ist auf die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke übertragen. Die getrennt vorhandenen Radwege werden durch den städtischen Bauhof beräumt. Der Schnee darf allerdings nicht auf die Straße geschoben werden, sondern muss auf den Grundstücken der Anlieger gelagert werden. Zum Streuen dürfen nur abstumpfende Mittel wie Sand, Kies und Split benutzt werden, Salz oder Asche sind nicht erlaubt. Die Stadt führt entsprechende Kontrollen durch. Wer seinen Pflichten nicht nachkommt, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Hintergrund:

Auszug aus der Straßenreinigungssatzung:

§ 5 Übertragung der Pflichten zur Schnee- und Glättebeseitigung

(1) Die Schnee- und Glättebeseitigung folgender Straßenteile wird auf die Eigentümer der anliegenden Grundstücke übertragen:
1. Gehwege einschließlich der gleichzeitig als Radweg gekennzeichneten Gehwege sowie die Verbindungs- und Treppenwege. Als Gehweg gilt auch ein begehbarer Seitenstreifen oder ein für die Bedürfnisse des Fußgängerverkehrs erforderlicher Streifen der Fahrbahn, wenn auf keiner Straßenseite ein Gehweg besonders abgegrenzt ist,
2.In ausgewiesenen Fußgängerzonen von der Grundstücksgrenze bis zur wasserführenden Rinne, mindestens aber 1,50 m Breite.
3. Die halbe Breite verkehrsberuhigter Straßen

(2) Die Schnee- und Glättebeseitigung ist wie folgt durchzuführen:
1. Gehwege einschließlich der gleichzeitig als Radweg ausgewiesenen Gehwege sind in ihrer Breite, mindestens aber 1.50 m vom Schnee freizuhalten, und bei Glätte mit abstumpfenden Mitteln, jedoch nicht mit Salz, zu streuen.
2. Im Bereich von Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel ist die Schnee- und Glättebeseitigung bis zur Bordsteinkante vorzunehmen, so dass die Fußgänger die Verkehrsmittel vom Gehweg aus ohne Gefährdung durch Schnee und Eis erreichen und verlassen können. Ausgenommen von der Verpflichtung der Schnee- und Glättebeseitigung sind alle Fahrgastunterstände und diejenigen Haltestellen, die sich nicht auf dem Gehweg befinden.
3. Schnee ist in der Zeit von 8:00 bis 20:00 Uhr unverzüglich nach beendetem Schneefall,
nach 20:00 Uhr gefallener Schnee bis 8:00 Uhr des folgenden Tages zu entfernen. Auf mit Sand, Kies oder Schlacke befestigten Gehwegen sind die Schneemengen, die den Fußgängerverkehr behindern, unter Schonung der Gehwegflächen zu entfernen.
4. Glätte ist in der Zeit von 8:00 bis 20:00 Uhr unverzüglich nach ihrem Entstehen, nach 20:00 Uhr entstandene Glätte bis 8:00 Uhr des folgenden Tages zu beseitigen. Es sollten nur abstumpfende Mittel verwendet werden. Auftauende Mittel dürfen nichteingesetzt werden.
5. Schnee und Eis sind auf dem an die Fahrbahn angrenzenden Drittel des Gehweges oder des Seitenstreifens, wo dieses möglich ist, auf dem Fahrbahnrand zu lagern.

Auf Gehwegen oder Fahrbahnen kann die Ablagerung auf dem an das Grundstück des Reinigungspflichtigen angrenzenden Teiles des Gehweges erfolgen. Der Fahr- und Fußgängerverkehr darf nicht gefährdet werden. Rinnsteine, Einläufe in Entwässerungsanlagen und dem Feuerlöschwesen dienende Wasseranschlüsse sind freizuhalten. Von anliegenden Grundstücken dürfen Schnee und Eis nicht auf die Straße geschafft werden.

Greifswald - 26.02.2018
Quelle: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald