Winterdienst für kalte Jahreszeit gerüstet


Der Greifswalder Winterdienst ist auf Schnee und Eis vorbereitet. „Die erste Kontrollfahrt durch die Mitarbeiter des Bauhofs erfolgte bereits am 17. November“, informierte Uwe Adam, Leiter des Bauhofs beim Tiefbau- und Grünflächenamt. „Den ersten wirklichen Einsatz gab es heute früh. Aufgrund der tiefen Temperaturen kam es zu Glätte durch überfrierende Nässe oder Reifglätte. Sowohl auf einigen Fahrbahnen als auch auf Geh – und Radwegen musste schon gestreut werden.“

Statt bislang 14 Mitarbeiter stehen in diesem Jahr jeweils 15 Mitarbeiter in zwei Schichten bereit, um rund um die Uhr für freie Straßen zu sorgen. Aufgestockt wurde die Zahl der sogenannten Handarbeitskräfte von 3 auf 4 pro Schicht. Sie kümmern sich insbesondere darum, Kreuzungsbereiche, Bushaltestellen und Übergänge freizuhalten. Auch die Technik ist gerüstet: Pro Schicht sind 3 Lkw, 6 Multicars, 3 Kleintraktoren und ein Bagger im Einsatz. Zudem stehen drei große Aufsatzstreuer mit der entsprechenden Vorrichtung für LKW und Feuchtsalzstreuer zur Verfügung.

Das Silo ist mit 240 Tonnen Salz gut gefüllt. Zusätzlich stehen noch einmal rund 300 Tonnen Salz in so genannten Big Bags bereit. Hinzu kommen 300 Tonnen Sand für die Abstumpfung der Geh- und Radwege sowie 20 Tonnen Granulat für den Boulevard.

Auf dem Riems hat die Stadt den Winterdienst wieder an eine private Firma übertragen, in Friedrichshagen wird der Schnee durch eine Fremdfirma geräumt, das Streuen übernimmt die Stadt. Insgesamt sind im Tourenplan der Stadt 189 Kilometer Straße und 50 Kilometer Geh- und Radwege aufgenommen.

Anlieger sind in der Pflicht

Der städtische Winterdienst beräumt allerdings nur jene Straßen, die auch gereinigt werden. Welche das sind, regelt die Straßenreinigungssatzung:
https://www.greifswald.de/downloads/satzungen/umweltschutz-und-friedhof/Strassenreinigungssatzung-der-Universitaets-und-Hansestadt-Greifswald.pdf

Für verkehrsberuhigte Straßen und Anliegerstraßen sind die Anwohner und Eigentümer selbst verantwortlich. Sie müssen die Straße jeweils bis zur Fahrbahnmitte räumen. Auch der Winterdienst auf den Gehwegen, den gemeinsamen Geh-und Radwegen sowie auf Gehwegen mit dem Zeichen „Radfahrer frei“ ist auf die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke übertragen. Die getrennt vorhandenen Radwege werden durch den städtischen Bauhof beräumt. Der Schnee darf allerdings nicht auf die Straße geschoben werden, sondern muss auf den Grundstücken der Anlieger gelagert werden. Zum Streuen dürfen nur abstumpfende Mittel wie Sand, Kies und Split benutzt werden, Salz oder Asche sind nicht erlaubt. Die Stadt führt entsprechende Kontrollen durch. Wer seinen Pflichten nicht nachkommt, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Weitere Hinweise zum Winterdienst: https://www.greifswald.de/de/wirtschaft-bauen-verkehr/mobil-in-greifswald/hinweise-zum-winterdienst/

Hintergrund:

Auszug aus der Straßenreinigungssatzung:

§ 5 Übertragung der Pflichten zur Schnee- und Glättebeseitigung

(1) Die Schnee- und Glättebeseitigung folgender Straßenteile wird auf die Eigentümer der anliegenden Grundstücke übertragen:
1. Gehwege einschließlich der gleichzeitig als Radweg gekennzeichneten Gehwege sowie die Verbindungs- und Treppenwege. Als Gehweg gilt auch ein begehbarer Seitenstreifen oder ein für die Bedürfnisse des Fußgängerverkehrs erforderlicher Streifen der Fahrbahn, wenn auf keiner Straßenseite ein Gehweg besonders abgegrenzt ist,
2.In ausgewiesenen Fußgängerzonen von der Grundstücksgrenze bis zur wasserführenden Rinne, mindestens aber 1,50 m Breite.
3. Die halbe Breite verkehrsberuhigter Straßen

(2) Die Schnee- und Glättebeseitigung ist wie folgt durchzuführen:
1. Gehwege einschließlich der gleichzeitig als Radweg ausgewiesenen Gehwege sind in ihrer Breite, mindestens aber 1.50 m vom Schnee freizuhalten, und bei Glätte mit abstumpfenden Mitteln, jedoch nicht mit Salz, zu streuen.
2. Im Bereich von Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel ist die Schnee- und Glättebeseitigung bis zur Bordsteinkante vorzunehmen, so dass die Fußgänger die Verkehrsmittel vom Gehweg aus ohne Gefährdung durch Schnee und Eis erreichen und verlassen können. Ausgenommen von der Verpflichtung der Schnee- und Glättebeseitigung sind alle
Fahrgastunterstände und diejenigen Haltestellen, die sich nicht auf dem Gehweg befinden.
3. Schnee ist in der Zeit von 8:00 bis 20:00 Uhr unverzüglich nach beendetem Schneefall,
nach 20:00 Uhr gefallener Schnee bis 8:00 Uhr des folgenden Tages zu entfernen. Auf mit Sand, Kies oder Schlacke befestigten Gehwegen sind die Schneemengen, die den
Fußgängerverkehr behindern, unter Schonung der Gehwegflächen zu entfernen.
4. Glätte ist in der Zeit von 8:00 bis 20:00 Uhr unverzüglich nach ihrem Entstehen, nach 20:00 Uhr entstandene Glätte bis 8:00 Uhr des folgenden Tages zu beseitigen.
Es sollten nur abstumpfende Mittel verwendet werden. Auftauende Mittel dürfen nichteingesetzt werden.
5. Schnee und Eis sind auf dem an die Fahrbahn angrenzenden Drittel des Gehweges oder des Seitenstreifens, wo dieses möglich ist, auf dem Fahrbahnrand zu lagern.

Auf Gehwegen oder Fahrbahnen kann die Ablagerung auf dem an das Grundstück des Reinigungspflichtigen angrenzenden Teiles des Gehweges erfolgen. Der Fahr- und Fußgängerverkehr darf nicht gefährdet werden. Rinnsteine, Einläufe in Entwässerungsanlagen und dem Feuerlöschwesen dienende Wasseranschlüsse sind freizuhalten. Von anliegenden Grundstücken dürfen Schnee und Eis nicht auf die Straße geschafft werden.

Stralsund - 27.11.2018
Quelle: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald