Verkehrsentlastung am Hafen Vierow


Verkehrsentlastung am Hafen Vierow geschaffen

Staatssekretär Dr. Stefan Rudolph: Bedingungen für Güterabfertigung erheblich verbessert – nächstes Ziel: Hafenentwicklung zukunftssicher zu gestalten

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat am Freitag (28.09.) die Erweiterung des Industrie- und Gewerbestandortes am Hafen Vierow offiziell an die Gemeinde Brünzow übergeben. „Ziel der Investition war die dringend notwendig gewordene Lenkung des Schwerlastverkehrs. Da die Zufahrtsstraße bislang als Aufstaufläche für LKW genutzt und in den Sommermonaten zudem sehr stark von Radfahrern frequentiert wurde, entwickelte sich daraus ein erhebliches Gefahrenpotential. Mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums ist jetzt Abhilfe geschaffen worden über den Bau einer zusätzlichen Aufstellfläche. Und das bringt erhebliche Vorteile mit sich. Die Güterabfertigung vom Schiff auf Schiene und Straße ist deutlich effektiver. Ankommende Schiffe können so schnellstmöglich entladen werden, mit dem Effekt einer Kostenersparnis beim Überliegegeld. Das ist ein Gewinn für alle“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Möglichkeiten für weiteren Infrastrukturausbau werden geprüft – Ziel ist, Hafenentwicklung zukunftssicher zu gestalten

Der Hafen liegt am südlichen Rand des Greifswalder Boddens und verfügt über eine Fingerpier mit zwei Liegeplätzen; die Wassertiefe beträgt siebeneinhalb Meter und ermöglicht so die Beladung von Schiffen mit bis zu 8.000 tdw (tdw = Tragfähigkeit von einem Schiff in der Maßeinheit Tonne). Im Jahr 2017 betrug der gesamte Hafenumschlag insgesamt rund 469.000 Tonnen. Erwartet wird, dass auch bei einer Zunahme des Bahntransportes der LKW-Anteil in einer Größenordnung von mindestens 40.000 bis 500.000 Tonnen Jahresaufkommen anzusetzen ist. Parallel nehmen auch die Lieferverkehre, die unabhängig vom Hafenumschlagsbetrieb stattfinden, zu. Ein Anteil von etwa 25 Prozent des LKW-gebundenen Zuliefertransportes erfolgt aus Regionen mit deutlich mehr als 200 Kilometer Entfernung. Deshalb ist vor Ort in eine Aufstellfläche für bis zu 40 Lastkraftwagen mit Beleuchtung, Verkehrsleiteinrichtungen, Ver- und Entsorgungsanlagen und Müllfangeinrichtungen investiert worden. Zusätzlich entsteht unter anderem ein Servicegebäude mit Sanitäranlagen für die Fahrer und eine Schleuse für Reifendesinfektion/Reinigung. Nach Angaben der Gemeinde sollen die Restarbeiten im Frühjahr nächsten Jahres abgeschlossen sein. Der Hafen hat eine spezielle Ausrichtung auf Umschlag und Lagerung von Massen- und Ernährungsgütern wie beispielsweise Getreide, Futtermittel, Weißzucker und weiteren Produkten der Agrarwirtschaft. „Vor allem Dank der direkten Lage an der Bundeswasserstraße und dem eigenen Gleisanschluss für Güterzüge sind hier exzellente Standortbedingungen vorhanden. Jetzt lautet die nächste Aufgabe, die Hafenentwicklung zukunftssicher zu gestalten. Da ziehen der Betreiber des Hafens und die Gemeinde an einem Strang. Hier wird langfristig und strategisch geprüft, welche weiteren, auch touristischen Möglichkeiten es gibt, die Infrastruktur weiter auszubauen. Dabei unterstützen wir gern, beispielsweise mit der Förderung einer Machbarkeitsstudie“, betonte Rudolph.

Neue Düngerlagerhalle am Hafen Vierow

Im Anschluss an die offizielle Inbetriebnahme der Logistikfläche ist am Standort ebenfalls eine neue Düngerlagerhalle ihrer Bestimmung übergeben worden. Die Kosten von 3,8 Millionen Euro für die Düngerlagerhalle wurden zu 100 Prozent von der Hafen Vierow GmbH getragen. Mieter der Düngerlagerhalle ist die BayWa Ag. Der Konzern ist mit etwa 17.000 Mitarbeitern (davon rund 100 in Mecklenburg-Vorpommern) mit in den Geschäftsbereichen Energie und Agrar auf allen Kontinenten aktiv und verzeichnete im Jahr 2017 einen Umsatz in Höhe von 16 Milliarden Euro.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Die Gesamtinvestition für die neue Logistikfläche beträgt rund 1,4 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium hat das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro unterstützt. Insgesamt hat der Hafen Vierow seit 1997 für Infrastrukturmaßnahmen aus Mitteln der GRW 12,5 Millionen Euro bei Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 15,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden.

Schwerin - 28.09.2018
Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit