Schmierfettanlandungen im Östlichen Strelasund


Im Bereich von Palmer Ort auf der Halbinsel Zudar und in Stahlbrode wurden am 20. und 21. Mai an drei Fundpunkten Schmierfett-ähnliche, violett gefärbte, etwa 5 bis 10 Zentimeter große Klumpen angelandet. Insgesamt wurden etwa 30 Kilogramm dieser Anlandungen am Ufer des Greifswalder Boddens bzw. des östlichen Strelasunds gefunden.

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren und der gemeindliche Bauhöfe haben die Verunreinigungen inzwischen beseitigt. Eine Gefährdung der Umwelt und von Personen bestand nicht.

Die Wasserschutzpolizei und das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern als zuständige Wasserbehörde haben Proben entnommen und lassen die Substanz untersuchen. Sie arbeiten eng mit dem Havariekommando in Cuxhaven bei der Aufklärung der Herkunft der aus den Gewässern angelandeten Verunreinigungen zusammen.

Schwerin - 23.05.2018
Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt


Schmierfett-Verunreinigungen könnten von Baggerschiff stammen

Bei den auf der Halbinsel Zudar, im Bereich Stahlbrode und bei Wampen/Koos über Pfingsten angelandeten Schmierfettklumpen handelt es sich um ein Maschinen-Schmierfett auf Mineralölbasis. Das haben Labor-Analysen heute bestätigt.

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern als zuständige Wasserbehörde und die Wasserschutzpolizeiinspektion Wolgast hatten nach Driftberechnungen des Havariekommandos Cuxhaven mehrere in Frage kommende Schiffe untersucht und auf einem Baggerschiff eine Maschinen-Schmierfett-Probe sichergestellt, die ähnliche Konsistenz und Färbung aufweist, wie die zuvor am Ufer des Greifswalder Boddens und des östlichen Strelasunds angespülten, violett gefärbten Fettklumpen. Die Probe wurde ebenfalls zur Untersuchung in das Labor geschafft.

Inzwischen räumte die Nord Stream 2 AG ein, dass auf einem durch sie beauftragten Baggerschiff Auffälligkeiten festgestellt worden seien, die das Verursachen einer Schmierfett-Verunreinigung nicht ausschließen. Das Schiff sei umgehend außer Betrieb genommen und in den Hafen zu technischen Untersuchungen beordert worden. Der das Schiff betreibende Auftragnehmer sei zur Prüfung bzw. zum Nachweis des Schmiermittelverbrauchs aufgefordert worden.

Derzeit dauern die technischen Überprüfungen auf dem Schiff an. Die Behörden ermitteln weiter zur abschließenden Feststellung des Verursachers.

Schwerin - 24.05.2018
Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt


Schmierfettfunde: Substanzen nicht berühren / Untersuchungen dauern an

Pipelinebauer Nordstream 2 hat eine Kostenübernahme für die Schadensbeseitigung und Beräumung der Schmierfett-Anlandungen am Ufer des Greifswalder Boddens und des östlichen Strelasunds in Aussicht gestellt. Auch wenn noch nicht abschließend geklärt sei, ob eines der Baggerschiffe des von Nord Stream beauftragten Unternehmens die Ursache für die Schmierfett-Funde an einigen Stränden ist, wolle Nord Stream 2 unbürokratisch in Eigenregie die Beräumung und Entsorgung der Verunreinigungen durchführen, teilte das Unternehmen heute Nachmittag dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV mit.

Außerdem richtete der Pipelinebauer eine Telefon-Hotline ein, unter der täglich rund um die Uhr ab sofort jedermann weitere Schmierfett-Funde melden kann. Die Hotline ist erreichbar unter 030 - 28 87 58 116.

Die von Nord Stream 2 veranlassten oder durchgeführten Beräumungsmaßnahmen werden vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Vorpommern behördlich begleitet.

Unterdessen dauern die Untersuchungen der gestern auf einem von Nordstream 2 beauftragten Baggerschiff entnommenen Schmierstoffproben an. Mit dem Vorliegen der endgültigen Untersuchungsergebnisse wird zu Wochenbeginn gerechnet.

Aus Sicherheitsgründen sollten die Schmierfett-Anlandungen oder vergleichbare Verunreinigungen, die im gesamten Uferbereich des Greifswalder Boddens auftreten können, nicht berührt oder aufgenommen werden. Funde können an oben genannte Telefon-Hotline und an die Rufbereitschaft des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern gemeldet werden: 0171 49 03 659.

NACH BERÜHRUNG
GRÜNDLICH REINIGEN!

Nach Berührungs- bzw. Haukontakt mit der Substanz sollte eine gründliche Reinigung mit Wasser und Seife erfolgen. Sollten Teile der Substanz in die Atemwege oder die Augen gelangt oder verschluckt worden sein, so ist in jedem Fall unverzüglich ein Arzt aufzusuchen, da eine geringfügig toxische Wirkung nicht ausgeschlossen werden kann. Eltern sind aufgefordert, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder nicht in verschmutzten Bereichen spielen und die Verunreinigungen berühren oder aufnehmen.

Schwerin - 25.05.2018
Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt


Schmierfett: Ministerium treibt Ermittlungen wegen Verstoßes gegen Wasserrecht voran

Auf Drängen von Umweltminister Dr. Till Backhaus sicherte das Unternehmen Nordstream 2 heute Nachmittag zu, seine Baumaßnahmen im Greifswalder Bodden ab sofort im Einklang mit den umweltrechtlichen Anforderungen durchzuführen. „Der Schutz des Ökosystems muss bei den Baggerarbeiten im Greifswalder Bodden höchste Priorität haben“, betonte der Minister. Nordstream verpflichtet sich, biologisch leichter abbaubare Schmierstoffe auf den mit den Baggerarbeiten beauftragten Schiffen einzusetzen. Außerdem sagte Nordstream die freiwillige Kostenübernahme für alle Gefahrenabwehrmaßnahmen und Maßnahmen zur Bereinigung der betroffenen Strandabschnitte zu.

Unterdessen forciert das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt als oberste Wasserbehörde die Ermittlungen zum Verursacher der wasserrechtlichen Verstöße im Zusammenhang mit den Schmierfett-Anlandungen. Aktuell nimmt ein Labor des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie verfeinerte Analysen von Vergleichsproben der Schmierfett-Anlandungen und der auf einem Baggerschiff entnommenen Probe vor. Das Baggerschiff kommt nach einem vermuteten technischen Defekt als Verursacher der Verschmutzungen in Frage. „Von einer illegalen Entsorgung des Schmierfettes im Sinne einer illegalen Abfallentsorgung ist bisher nicht auszugehen“, so der Minister.

Zudem veranlasste das Umweltministerium heute beim Umweltbundesamt eine weitergehende Einschätzung des gewässerökologischen und ökotoxikologischen Gefährdungspotenzials sowie die Prüfung der im Sicherheitsdatenblatt des Schmierstoff-Herstellers angegebenen Wassergefährdungsklasse 1 – schwach wassergefährdend. Laut Herstellerangaben wirken die Bestandteile des Schmierfettes nicht schädigend auf Wasserorganismen. Erste Gespräche mit der ortsansässigen Fischerei-Erzeugerorganisation und mit Fischern brachten bislang keine Erkenntnisse über Verunreinigungen von Fischereigeräten oder Schäden an Fischen. „Hier brauchen wir zwingend Klarheit“, sagte der Minister. „Die Schmierfettanlandungen im überaus sensiblen Gebiet des Greifswalder Boddens habe ich mit Sorge zur Kenntnis genommen. Durch umgehendes Veranlassen der Strandbereinigung unter Beteiligung des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern konnten wir das Schadensausmaß begrenzen. Von einer akuten Gefährdung des Ökosystems Greifswalder Bodden gehen wir nicht aus. Inzwischen ist der größte Teil der Anlandungen geborgen worden. In den Naturschutzbereichen gehen die Helfer in Begleitung von Mitarbeitern der Naturschutzbehörden besonders umsichtig vor, um Störungen geschützter Vögel zu vermeiden. Ich setze mich weiter für die zügige und restlose Reinigung der betroffenen Ufer und Strände ein“, sagte Dr. Backhaus.

Bislang wurden etwa 30 Kilometer Ufer und Strände kontrolliert. Bis heute Abend soll die Reinigung der Strände Lubmin, Eldena, Ladebow, Wampen, Tremt und Falkenhagen abgeschlossen sein. Die Strände können betreten und genutzt werden; es besteht kein Badeverbot. Eltern sollten darauf achten, dass Kinder nicht in Kontakt mit den Schmierstoffen kommen. Hautkontakt kann allergische Reaktionen auslösen. Angelandetes Schmierfett sollte deshalb nicht berührt werden. Nach Kontakt sollte die Haut mit Wasser und Seife gründlich gereinigt werden. Bei Augenkontakt oder Verschlucken der Substanz sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Schmierfett-Funde können unter der Hotline 030 28 87 58 116 gemeldet werden.

Schwerin - 31.05.2018
Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt


Minister Dr. Till Backhaus (SPD) erleichtert: Nord Stream 2 übernimmt volle Verantwortung

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus zeigte sich auf der heutigen Pressekonferenz in Lubmin zufrieden über das Einlenken von Nord Stream 2 in Sachen Schmierfettverunreinigung der Küste des Greifswalder Boddens. „Ich bin sehr erleichtert darüber, dass Nord Stream 2 nun auch offiziell die Verantwortung für den Vorfall übernommen und seine volle Kooperationsbereitschaft sowie die Kostenübernahme zugesichert hat“, erklärte der Minister. „Ich gehe davon aus, dass die Beräumungsarbeiten am morgigen Tag der Umwelt im Wesentlichen abgeschlossen sein werden.“

In Reaktion auf den Vorfall kündigte der Minister gleichzeitig an, eine wasserbehördliche Anordnung zum Einsatz biologisch leicht abbaubarer Schmierstoffe auf Schiffen bei Arbeiten in den Gewässern des Landes erlassen zu wollen. „Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern prüft derzeit die Möglichkeit einer solchen Anordnung“, teilte der Minister mit. „Gerade in hochsensiblen Ökosystemen wie dem Greifswalder Bodden muss alles im Einklang mit dem Naturschutzrecht geschehen“, sagte der Minister und mahnte an, Pipelinebauer Nord Stream 2 solle aus Vorsorgegründen schon jetzt zum Einsatz biologisch leichter abbaubarer Schmiermittel übergehen.

Nach Angaben des Unternehmens Nord Stream 2 waren vor Pfingsten aufgrund einer zunächst unentdeckten Leckage auf einem der Baggerschiffe, die im Auftrag des Unternehmens Nord Stream 2 einen Graben für die später zu verlegenden Rohrstränge der Gaspipeline ausheben, bis zu 145 kg rötliches Schmierfett in den Bodden gelangt.

Minister Backhaus kritisierte, dass die Wasserbehörden des Landes nicht umgehend von Nord Stream 2 über das Austreten wassergefährdender Stoffe informiert worden waren. „Das hat wertvolle Zeit gekostet, in der man längst hätte gegensteuern können“, sagte er. Den Verstoß des Schiffsführers gegen das Landeswassergesetz werde das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern als untere Wasserbehörde mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren ahnden.

Während der unverzüglich veranlassten Reinigungsarbeiten wurden vereinzelt auch andersfarbige Schmierfettreste in deutlich geringerer Menge gefunden. Daher wurden von Nord Stream 2 alle Baggerarbeiten bis auf Weiteres unterbrochen und die restlichen Baggerschiffe für umfangreiche Untersuchungen in den Hafen Lubmin beordert. Die Baggerarbeiten im Bodden sollen erst wieder aufgenommen werden, wenn sichergestellt ist, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholt.

Die mit 20 Kilogramm größte Menge Schmierfett war bereits am Pfingstsonntag, dem 20. Mai, auf der Halbinsel Zudar in Südost-Rügen angespült und nach einem Bürgerhinweis durch die Freiwillige Feuerwehr vom Strand entfernt worden. Die Wasserschutzpolizei nahm die Ermittlungen auf und schaltete das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Vorpommern als untere Wasserbehörde ein. Weitere etwa 10 Kilogramm Schmierfett waren im Bereich Stahlbrode und bei Tremt im östlichen Strelasund angespült worden; ca. 5 Kilogramm Fett waren durch das Technische Hilfswerk im Bereich Wampen aufgenommen worden. In Koos, Struck, Freesendorfer Wiesen und Greifswald Ladebow waren ebenfalls münz- bis tennisballgroße Schmierfettzusammenballungen von Ufern und Stränden entsorgt worden. Seit dem 28. Mai gab es keine Neufunde mehr.

Insgesamt wurden bislang ca. 70 Kilogramm Schmierfett an Stränden und Ufern auf einer Gesamtlänge von 10 Kilometern entfernt.

Minister Backhaus unterstrich, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Leib und Leben bestand. „Auch von einer akuten Gefährdung für das gesamte Ökosystem Greifswalder Bodden gehen wir derzeit nicht aus“, sagte er. Befragungen ortsansässiger Fischer und einer Usedomer Erzeugergemeinschaft ergaben keine Hinweise auf Schäden an Fischen oder Verunreinigungen der Fanggeräte.

Das StALU Vorpommern werde die von Nord Stream freiwillig vorgenommene Reinigung der Strände weiterhin begleiten und kontrollieren. Außerdem kündigte Backhaus Kontrollfahrten zum Baggerbereich im Bodden mit dem landeseigenen Gewässerüberwachungs- und Ölfangschiff „Strelasund“ an.

Schwerin - 04.06.2018
Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt