Renaturierung des Ketscherinbachs


Renaturierung des Ketscherinbachs als Vorsorge gegen Überschwemmungen im Stadtgebiet - Im Stadtpark soll historischer Flusslauf teilweise wiederbelebt werden

Die Renaturierung des Ketscherinbachs gehört zu den derzeit anspruchsvollsten Bauvorhaben in Greifswald. Die Arbeiten begannen im Juli 2018. Der bislang verrohrte Bach soll wieder als frei fließendes Gewässer an den Ryck angebunden werden. Das Abwasserwerk der Stadt Greifswald will damit die Regenentwässerung der Stadtgebiete Schönwalde I und II sowie des Ostseeviertels wesentlich verbessern. Bei Starkregen kommt es hier immer wieder zu Überschwemmungen. Auch für die Entwicklung der neuen Baugebiete rund um den Elisenpark ist eine leistungsstarke Regenentwässerung eine wesentliche Voraussetzung. „Die Renaturierung des Ketscherinbachs ist ein Beispiel dafür, dass die Stadt angesichts des in Greifswald ausgerufenen Klimanotstands weitsichtig und verantwortungsvoll agiert“, betont Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder.

Die umfangreichen Bauarbeiten für die Renaturierung des Ketscherinbachs sind weit fortgeschritten. So wurde bereits 2018 das neue offene Flussbett zwischen Wolgaster Straße und Ryck modeliert und angelegt. Auch wurden neue Durchlässe an der Wolgaster Straße sowie am Treidelpfad zum Ryck geschaffen. Kurz vor dem Abschluss befinden sich die Arbeiten für den neuen offenen Kanal entlang der Koitenhäger Landstraße. In einem weiteren Bauabschnitt soll nun auf einer Länge von rund 1.300 Metern ein neuer Graben mit Anschlüssen an den Regenwasserkanal im Stadtpark hergestellt werden.

Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder sowie die Leiterin des Abwasserwerkes Antje Köppe und der technische Leiter Peter Franke laden Vertreter der bürgerschaftlichen Gremien und der Medien zu einem Vororttermin ein, um ihnen noch einmal die Planungen für den neuen Bauabschnitt sowie den Stand der Finanierung vorzustellen.

Der neue Graben soll zusätzlich zu dem bestehenden unterirdischen Kanal dafür sorgen, dass bei Starkregen das Wasser abfließen kann. Dafür sollen auch Abschnitte des historischen Gewässerverlaufs wieder aktiviert werden. Durch die Verrohrung des Ketscherinbachs hatten diese in den letzten Jahren keine Funktion mehr und verwilderten. Zahlreiche Sträucher und Bäume müssen daher gerodet werden. Als Ausgleichsmaßnahme wird unter anderem ein neuer Wald in Ladebow mit insgesamt 16.800 Bäumen angelegt.

Dr. Fassbinder und Antje Köppe wollen zudem den aktuellen Stand der geplanten Gesamtinvestitionen erläutern. Diese sind aktuell rund 670.000 Euro höher als die bislang geschätzten 6,3 Millionen Euro. Davon werden 1,765 Millionen durch das Land gefördert. Gründe hierfür sind unter anderem höhere Kosten für Bauleistungen, höhere Ausschreibungsergebnisse als erwartet, nicht förderfähige Planungskosten sowie zusätzliche Projektkosten wegen Hindernissen im Baugrund oder technisch schwierigen Leitungsanpassungen. Das Abwasserwerk kann vom Fördermittelgeber nur dann eine zusätzliche Förderung erhalten, wenn die Finanzierung des Eigenanteils durch die Stadt gesichert ist. Für den nächsten Gremienlauf ab dem 11. November wird deshalb eine entsprechende Beschlussvorlage vorbereitet.

Greifswald - 30.10.2019
Quelle: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald