Minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland


Greifswald möchte fünf unbegleitete minderjährige Geflüchtete aus Griechenland aufnehmen – Dr. Fassbinder bittet Landkreis um Unterstützung

Angesichts der drohenden humanitären Katastrophe in den überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland hat Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder erneut die Bereitschaft Greifswalds bekräftigt, unbegleitete minderjährige Geflüchtete aufzunehmen. Er appellierte an den Landkreis Vorpommern-Greifswald, bei den Bemühungen der Stadt Greifswald behilflich zu sein. In einem Schreiben bat er Landrat Michael Sack: „Da Greifswald kreisangehörig ist und die jugendschutz- und ausländerrechtliche Zuständigkeit beim Landkreis liegen, bitte ich Sie, das Engagement der Universitäts- und Hansestadt Greifswald bei diesem Anliegen und bei der Suche nach praktischen Wegen und Lösungen zu unterstützen. So könnte die Unterstützung beispielsweise darin bestehen, dass Sie als Landkreis die Bereitschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald gegenüber dem Land und dem Bund bekräftigen. Darüber hinaus möchten wir mit Ihnen konkret prüfen, wie eine Aufnahme von fünf schutzbedürftigen Kindern und Jugendlichen aus den griechischen Flüchtlingslagern in Greifswald aussehen könnte, welche Zusammenarbeit zwischen den enstprechenden Fachämtern des Landrkeises Vorpommern-Greifswald und der Universitäts- und Hansesatdt Greifswald hierzu notwenig wäre und welche Lösungen gefunden werden könnten, um ggf. die entsprechenden Kapazitäten zur Aufnahme zu schaffen.“

„Aufgrund der aktuellen Corona-Situation verschärft sich die Lage in den überfüllten Flüchtlingslagern auf den Ägäis-Inseln dramatisch. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge müssen schnellst möglich aus diesen desaströsen Verhältnissen evakuiert werden.“, so der Oberbürgermeister. „Neben unserer humanitären Verantwortung gegenüber den Geflüchteten besteht für Greifswald eine besondere Verpflichtung auch angesichts unserer langjährigen guten Partnerschaft mit Samos.“ Auch diese griechische Insel ist durch ihre Lage an der EU-Außengrenze stark betroffen und hat – ähnlich wie das bekanntere Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos – ein großes, überfülltes Flüchtlingslager in Vathy in unmittelbarer Nähe der Samos-Stadt. Dort leben rund 7.500 Menschen, darunter auch viele Familien und Kinder, unter menschenunwürdigen Lebensverhältnissen, in einem Lager, das nur für 650 Menschen ausgelegt ist.

Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald gehört mit dem Beschluss der Bürgerschaft vom 22.10.2018 zu den Städten Sicherer Häfen und ist seit 2019 im Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ aktiv. Anfang März 2020 hatte die Bundesregierung die Aufnahme von rund 350 unbegleiteten besonders schutzbedürftigen Minderjährigen aus den griechischen Flüchtlingslagern beschlossen. Bisher wurden jedoch nur 47 Kinder und Jugendliche in Deutschland aufgenommen und werden derzeit nach einer zweiwöchigen Quarantäne in Niedersachsen auf die Bundesländer - unter Berücksichtigung u. a. der Aufnahmebereitschaft der Bundesländer - verteilt. Wann die Aufnahme weiterer Kinder beginnt, ist derzeit ungewiss.

Greifswald gehört zu den insgesamt über 130 Städten Sicherer Häfen in Deutschland, die bereit sind, hierbei Unterstützung zu leisten. Als kreisangehörige Stadt kann die Bereitschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald zur Aufnahme von schutzbedürftigen Kindern und Jugendlichen nur mit der Unterstützung des Landkreises in die Tat umgesetzt werden.

Greifswald - 07.05.2020
Quelle: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald