Greifswald stemmt große Bauprojekte


Weiterbau des Stadtarchivs und Start für Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie

Der Bauboom in Greifswald reißt nicht ab. Zu den wichtigsten Projekten gehören derzeit der Neubau des Stadtarchivs an den Wurthen, der Ersatzneubau für die Gesamtschule Erwin Fischer oder die Sanierung der Ernst-Moritz-Arndt-Schule. Für weitere große Vorhaben wie beispielsweise das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie, zwei Kita-Ersatzneubauten oder die Radstation am Bahnhof ist in diesem Jahr Baustart.

Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie

Zu den größten Vorhaben, die sich Greifswald jemals vorgenommen hat, gehört das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie. Anfang des Jahres 2019 werden die ersten Ausschreibungsergebnisse erwartet. In der aktuellen Haushaltsplanung für 2019/2020 ist eine Summe von 37,7 Millionen Euro eingestellt. Sie enthält auch eine Pauschale von 10 Prozent für mögliche Risiken. Das Land unterstützt das Projekt mit 16,5 Millionen Euro. „Wir sind im Gespräch mit dem Land, die Förderung den voraussichtlich steigenden Baukosten anzupassen“, sagte Bausenatorin Jeannette von Busse. „Dieses Projekt ist für die weitere Etablierung Greifswalds als Technologiestandort von besonderer Bedeutung und ein wichtiger Baustein für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.“ Etwa 240 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie ist als Leitprojekt Bestandteil des Aktionsplans im Masterplan Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern 2020.

Neubau des Stadtarchivs

Baustart für das Gebäude war im Oktober 2017. Bis März 2019 soll der Rohbau fertig gestellt werden und der Innenausbau beginnen. Die Arbeiten ruhten zwischenzeitlich, weil die Ausschreibungsergebnisse beispielsweise für die Betonfassade, den Rohbau und die Fenster deutlich über den ursprünglichen Kalkulationen lagen. Hierdurch gab es zeitliche Verzögerungen und deutliche Kostenerhöhungen von 6,4 auf jetzt ca. 7,5 Millionen Euro. Das Land als Fördermittelgeber sicherte inzwischen zu, zusätzlich zu den bereits angekündigten 3 Millionen Euro Städtebaufördermitteln einen Teil der höheren Kosten zu übernehmen. Das Stadtarchiv soll bis 2020 fertiggestellt werden. Das Land hat inzwischen entschieden, an diesem Standort auch das Pommersche Archivzentrum anzusiedeln.

Ersatz-Neubau für Integrierte Gesamtschule „Erwin Fischer“

Das Vorhaben liegt sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen von 18,5 Millionen Euro. Derzeit erfolgt der Innenausbau. Der dreigeschossige, multifunktionale Neubau und ein Teil der Außenanlagen sollen planmäßig zum Schuljahresbeginn 2019/20 übergeben werden. Anschließend wird das Bestandsgebäude abgerissen. Bis zum Frühjahr 2020 werden die Sport- und restlichen Außenanlagen neu gestaltet. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern fördert das Vorhaben mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Umfang von 10,25 Millionen Euro. Es ist das größte Bauvorhaben des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Bereich der integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung.

Sanierung Ernst-Moritz-Arndt-Schule

Der Umbau gestaltet sich schwieriger und komplexer als ursprünglich gedacht. Probleme bei Materiallieferungen, Einschränkungen bei den Arbeitszeiten aufgrund des laufenden Schulbetriebs und die unerwartete Schadstoffsanierung im letzten Jahr haben zu erheblichen Verzögerungen geführt. Die Stadt geht derzeit davon aus, dass die Sanierung bis Ende des Jahres 2019 abgeschlossen wird. In diesem Fall würde der Verzug ein halbes Jahr betragen. Die Container, in denen die Schüler der 5. und 6. Klasse unterrichtet werden, können bis zum Ende der Bauzeit genutzt werden. Nach derzeitigem Stand steigen die Baukosten um rund 300.000 Euro auf derzeit insgesamt 6,85 Millionen Euro. Bund und Land stellen Finanzhilfen aus der Städtebauförderung in Höhe von rund 5,03 Millionen Euro zur Verfügung.

Brandschutztechnische Sanierung der Karl-Krull-Grundschule

Das 1916 fertiggestellte Gebäude hat bis heute seinen alten Charme erhalten. Aktuelle Bestimmungen zum Brandschutz werden allerdings nicht mehr erfüllt, weswegen ein im letzten Jahr erstelltes Brandschutzkonzept nun umgesetzt werden muss. Die Maßnahmen betreffen vor allem die Schottung der Treppenhäuser, eine Sprachalarmierungsanlage, eine Brandmeldeanlage sowie die Sicherheitsbeleuchtung. Die Maßnahmen kosten rund 1,26 Millionen Euro und werden in einzelnen Bauabschnitten über mehrere Jahre umgesetzt.

Sanierung des Wiecker Hafens geht weiter

Im vergangenen Jahr wurden die Kaikanten auf beiden Seiten umfangreich saniert und die Promenaden beidseitig teilweise neu gepflastert. In diesem Jahr sollen diese Arbeiten fortgeführt werden. Auf der Südseite wird der alte Holzsteg von der Slipanlage bis zum Fischereihof ersetzt, auf der Nordseite die Kaikante von der Schiffstankstelle bis zur Wiecker Brücke saniert. Voraussetzung ist allerdings, dass der von der Bürgerschaft im Dezember verabschiedete Doppelhaushalt für 2019/20 durch das Innenministerium bestätigt wird.

Mehr Freizeitangebote rund um den Sportplatz Dubnaring

Nachdem im vergangenen Sommer bereits der Kunstrasen inklusive der Ballfangnetze für den Sportplatz am Dubnaring erneuert wurde, wird nun auch das Umfeld umgestaltet. Der Stadtteilpark erhält einen eingezäunten Kinderspielbereich mit Seilklettergerüst, einer Stehwippe und Rutsche. Gleichzeitig werden Bewegungsgeräte zur sportlichen Betätigung für alle Generationen aufgestellt, wie beispielsweise ein Steh- und Sitzkarussell, Balancier-, Bein- und Rücken-Hüfttrainer. Auch überdachte Aufenthaltsbereiche am Sportplatz, am Spielplatz und zum Grillen werden geschaffen und diese mit Bänken und Papierkörben ausgestattet. Die Bauleistung soll nun beauftragt werden und wird ab April bis Juli erfolgen. Die Kosten belaufen sich auf rund 270.000 Euro. Bereits im vergangenen Herbst erhielt die Stadt einen Zuwendungsbescheid von rund 200.000 Euro aus Städtebaufördermitteln.

Renaturierung des Ketscherinbachs

Ein großes Bauvorhaben im Osten der Stadt ist derzeit die Renaturierung des Ketscherinbachs. Dieser soll wieder als frei fließendes Gewässer an den Ryck angebunden werden. Das Abwasserwerk als Eigenbetrieb der Stadt will damit die Regenentwässerung der südöstlichen Stadtgebiete verbessern, zumal hier weitere Baugebiete erschlossen werden sollen. Die Kosten liegen bei rund 6,3 Millionen Euro.

Ersatzneubauten für Kita Zwergenland und Marschak

Der Eigenbetrieb Hanse-Kinder startet im Frühjahr mit gleich zwei Ersatzneubauten – zum einen für die Kita Zwergenland im Ostseeviertel-Ryckseite, zum anderen für die Kita Samuil Marschak in Schönwalde II. Die bestehenden Gebäude in Plattenbauweise sind stark sanierungsbedürftig und entsprechen nicht mehr den Anforderungen. Beide Neubauten werden aus Kosten- und Effizienzgründen baugleich errichtet, jeweils neben dem alten Gebäude. Zusätzlich zu den Gruppenräumen wird es eine offen gestaltete Gemeinschaftsfläche und eine Kochküche geben. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2020 geplant. Auch die Außenanlagen werden neu gestaltet. Anschließend werden die alten Gebäude übergangsweise als Ausweichquartier für die weiteren Sanierungsvorhaben des Eigenbetriebes genutzt und später abgerissen. Die Kosten für die neuen Kitas belaufen sich nach bisherigem Stand auf jeweils rund 4,7 Millionen Euro. Das Land unterstützt den Bau der Kita Marschak mit Städtebaufördermitteln in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Die Baukosten, welche nicht durch Förderungen abgedeckt sind, werden über Kredite aus dem KfW-Programm Energieeffizientes Bauen und Sanieren finanziert.

Radstation am Bahnhof

Die Baugenehmigung ist erteilt, der Förderbescheid liegt vor. Die Umsetzung soll nun in diesem Jahr erfolgen. Die ebenerdige Radstation wird neben den überdachten Fahrradstellplätzen bei den KAW- Hallen in der Nähe des Bahnhofs errichtet. Geplant sind rund 130 Fahrradstellplätze, davon 40 Boxen. Die Gesamtkosten liegen bei rund 350.000 Euro. Das Bauvorhaben wird aus dem EFRE-Förderprogramm für Maßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr in Höhe von 75 Prozent finanziell unterstützt.

Toilettenneubau am ZOB beim Südbahnhof

Ebenfalls noch in diesem Jahr soll am Busbahnhof in der Südstadt eine öffentliche Toilette errichtet werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 160.000 Euro. Die Hälfte wird über Städtebaufördermittel finanziert.

Für weitere große Bauvorhaben wird die Planung vorbereitet: Dazu gehören die Sanierung des Theaters, die Sanierung der Sporthalle 3, der Neubau des Schulcampus am Ellernholzteich sowie die Errichtung eines Park-und-Ride-Parkplatzes einschließlich einer öffentlichen Toilette gegenüber der Klosterruine in Eldena.

Greifswald - 01.02.2019
Quelle: Pressestelle Univesitäts- und Hansestadt Greifswald