Ehrenamtliches Engagement wird gewürdigt


Greifswald würdigt ehrenamtliches Engagement bei Stadtempfang am 14. Mai 2018

Alljährlich lädt Greifswald am 14. Mai, dem Datum der Verleihung des Lübischen Stadtrechts 1250, zum Stadtempfang ein. An diesem Tag werden außergewöhnliche Leistungen und hervorragendes ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Stadt gewürdigt. Neben der Rubenow-Medaille werden zwei verdienstvolle Greifswalder Bürgerinnen und Bürger mit dem „Silbernen Greifen“ und vier mit einem Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt ausgezeichnet.

Die höchste Auszeichnung der Stadt, die Rubenow-Medaille, wird der Vorsitzenden der Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft und der Ehrenamtsstiftung MV, Hannelore Kohl, verliehen. Zur Begründung erklärte Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder: „Die Universitäts- und Hansestadt möchte damit ihr vielseitiges und jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement zum Wohle Greifswalds würdigen. Trotz der langjährigen beruflichen Herausforderung sowohl als Präsidentin des Oberverwaltungsgerichts als auch des Landesverfassungsgerichts Mecklenburg-Vorpommern hat sie Zeit und Kraft gefunden, sich in zahlreichen Einrichtungen und Vereinen in verantwortungsvoller Position für unterschiedlichste Projekte einzusetzen. Ihr Engagement für das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Greifswald und darüber hinaus ist beispielhaft. Ruhig und besonnen, immer konsequent und beharrlich setzt sie sich für den Zusammenhalt der Gesellschaft ein.“

Als Laudator wählte Hannelore Kohl den ehemaligen Landtagspräsidenten in Mecklenburg-Vorpommern, Hinrich Kuessner.

Im Vorfeld konnten Institutionen, Vereine und Initiativen besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger benennen, die ausgezeichnet werden sollen. Insgesamt 35 Vorschläge gingen ein. Eine Jury, bestehend aus dem Oberbürgermeister und einem Gremium der Bürgerschaft, wählte die zu Ehrenden aus. Zur Festveranstaltung in der Stadthalle werden rund 200 Gäste erwartet.

Einer der Ausgezeichneten kann beim Stadtempfang nicht anwesend sein, Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder und Bürgerschaftspräsidentin Birgit Socher ehren ihn am Mittwoch, dem 23. Mai, in seinem Büro.

Programm zum Stadtempfang am 14. Mai 2018, 16 Uhr in der Stadthalle Greifswald


Es musizieren Schülerinnen und Schüler der Musikschule Greifswald.


Bisherige Träger der Rubenow-Medaille:


Greifswald - 04.05.2018
Quelle: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald


Rede des Oberbürgermeisters zum Stadtempfang am 14. Mai 2018, 16:00 Uhr, Stadthalle Greifswald

Sehr geehrte Frau Kohl – Rubenow Preisträgerin des Jahres 2018, sehr geehrter Herr Kuessner – Laudator auf die diesjährige Preisträgerin, ich begrüße die Mitglieder des Landtages, Frau Schwenke und Herrn Liskow, ich begrüße als Vertreter unseres Landkreises den Kreistagspräsident Herrn Sack,den zweiten stellvertretenden Landrat Herrn Wille und den Beigeordneten Herrn Scheer, ich begrüße den stellvertretenden Staatssekretär für Vorpommern, Herrn Schubert, Magnifizenz, sehr geehrte Frau Rektorin, Professorin Weber, sehr geehrte Frau Prorektorin, Professorin Riedl, Spektabilitäten, sehr geehrte Vertreter der Gerichte, der Landes- und Bundesbehörden, der Schulen und der Kirchen, ich begrüße die Vertreter der Firmen, Banken und sozialen Einrichtungen, verehrte Kollegen, Bürgermeisterin Nachtweih von Pasewalk, Bürgermeisterin Dinse von Gützkow, Bürgermeister Weigler von Wolgast, Bürgermeister Neumann von Diedrichshagen, Bürgermeister Virgils von Dersekow, sehr geehrte Bürgerschaftspräsidentin Frau Socher, ich begrüße die Mitglieder der Greifswalder Bürgerschaft, darunter die Fraktionsvorsitzenden Herrn Hochschild, Herrn Kasbohm, Herrn Krüger und Herrn Meyer, sehr geehrter Herr Dr. König, sehr geehrter Herr Hochheim, ganz besonders begrüße ich die Rubenow-Medaillenträger Herrn Prof. Baumgartner, Herrn Dörnen, Herrn Prof.Mettenleiter, Herrn Gerbitz, Herrn von der Wense, Herrn Prof. Spieß sowie Frau Prof. Braun und Herrn Braun, herzlich begrüßt seien auch die Träger des „Goldenen Greifen“ Herr Braune, Herr Dr. Drenckhan und Herr Dr. Meyer, meine sehr verehrten Damen und Herren, ich freue mich sehr, Sie zum diesjährigen Stadtempfang begrüßen zu dürfen.

Dieser Empfangwurde von meinem Vorgänger im Amt, Herrn Dr. König, ins Leben gerufen und ist mittlerweile zu einer schönen Tradition geworden. Heute können wir sogar ein kleines Jubiläum feiern - den 15. Greifswalder Stadtempfang!

Die meisten von Ihnen wissen, dass das Datum für diese Veranstaltung auf den Tag der historischen Stadtgründung zurückgeht; am 14. Mai 1250 wurde Greifswald das Lübische Stadtrecht verliehen. Wie an Geburtstagen allgemein üblich, möchte ich mit Ihnen gemeinsam auf das vergangene Lebensjahr - in diesem Fall unserer Stadt - zurückblicken. Ich finde diese komprimierte Rückschauimmer wieder interessant, weil sie unseren Blick tatsächlich auf das Stadtgeschehen lenkt, währendunsere eigenen Erinnerungen stets eine Mischung aus persönlich Erlebtem, individuellen Eindrücken, beruflichen Erfahrungen sowie regionalen und Welt-Ereignissen sind.

Das Herzstück der heutigen Festveranstaltung, meine Damen und Herren, ist jedoch die Ehrung des ehrenamtlichen Engagements in Greifwald. Frau Hannelore Kohl wird heute die Rubenow-Medaille verliehen, die höchste Auszeichnung unserer Stadt. Außerdem werden Bürgerinnen und Bürger mit dem Silbernen Greifen und einer Eintragung in das Ehrenbuch der Stadt ausgezeichnet. Diese Menschen verdienen jeder Einzelne meine Hochachtung und meinen tiefen Respekt. Gern betone ich aber auch, dass sie stellvertretend für viele andere stehen, die unsere Gesellschaft mit ihrer unermüdlichen Arbeit bereichern und stärken.

Auch in diesem Jahr fiel der Jury unter Leitung der Bürgerschaftspräsidentin, Frau Socher,die Auswahl der heute zu Ehrenden aus der Vielzahl der Vorschläge nicht leicht. Die Präsidentin wird später mit mir die Auszeichnungen vornehmen. Lassen Sie mich aber zunächst eine kurze Rückschau halten. Wie hat sich das Geburtstagskind, - die Stadt, entwickelt?

Das Geburtstagskind, meine Damen und Herren, entspricht dem aktuellen Trend, - denn es ist selbst mit 768 Jahren eine äußerst vitale, jung gebliebene Seniorin, der es erfolgreich gelingt,ein gutes Gleichgewicht aus Tradition und Moderne zu entwickeln und zu gestalten. Die Bevölkerung in Greifswald wächst entgegen der Vorhersage weiter – letztes Jahr um 1.000 Einwohner! - , und ihr Durchschnittsalter bewegt sich um die 42 Jahre. Sie alle, liebe Gäste, können sicher bezeugen, dass sich unsere Stadt seit der friedlichen Revolution gravierend verändert hat, dass sie schöner, bunter und sowohl für Gäste als auch für Einheimische sehr viel attraktiver geworden ist. Diese positive Entwicklung, die in den letzten beiden Jahren noch an Dynamik zugenommen hat, ist ein Prozess, der sich nicht im Selbstlauf ergibt, sondern Bürgerschaft, Gesellschaft und natürlich auch die Stadtverwaltung immer wieder vor große finanzielle, planerische und personelle Herausforderungen stellt.

Wie konnten wir diese Herausforderungen im vergangenen Jahr meistern? Was konnten wir ganz konkret erreichen?

1) Greifswald ist ein bedeutender Schul- und Bildungsstandort.

Dass man dies auch überregional wahrnimmt, das zeigt die Nominierung der Martinschule für den Deutschen Schulpreis – quasi der Oscar des deutschen Bildungswesen. Es ist mir eine ausgesprochen große Freude, Ihnen nun verkünden zu können, dass die Martinschule vor wenigen Stunden in Berlinden Deutschen Schulpreiserhalten hat! /den XX Platzbeim Deutschen Schulpreis erhalten hat! / in die Runde der letzten zehn gekommen ist! Das ist ein Applaus wert!

Derstete Ausbau des Bildungsstandortes ist - neben der Förderung von Wissenschaft und Wirtschaft, von Gesundheit, Kultur und Umwelt ein wichtiges Ziel im Leitbild unserer Stadt und wird von uns energisch voran getrieben. So konnten wir den Neubau einer Grundschule auf den Weg bringen. Dies wird die erste Neugründung einer staatlichen Schule in Mecklenburg-Vorpommern seit der Wende überhaupt! Für die Integrierte Gesamtschule „Erwin Fischer“ entsteht ein dringend benötigter Ersatz-Neubau.

Im Oktoberwurde der Grundstein dafür gelegt, und die Bauarbeiten gehen planmäßig voran.Der dreigeschossige, multifunktionale Neubau soll zum Schuljahresbeginn 2019 fertiggestellt werden.Er istdas derzeit größte Förderprojekt des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Bereich der integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung. Neben diesem Projekt sanieren wir gegenwärtig die Ernst-Moritz-Arndt-Schule.

Und die Regionale Schule „Caspar David Friedrich“ erhält eine Zweifeld-Sporthalle, dienoch dieses Jahr fertig gestellt wird. Diese Halle kann neben dem Schulsport auch von Vereinen genutzt werden und bietet Platz für über 100 Zuschauer. Ein weiteres äußerst komplexes Bauvorhaben ist der Neubau des Greifswalder Stadtarchivs, für den ebenfalls die Bauarbeiten im letzten Oktober begannen. Auch der Ausbau der Straßen wurde dieses Jahr fortgesetzt.

2017 wurden die Arbeiten an der Heinrich-Heine-Straße und am Trelleborger Weg abgeschlossen - sowie mit der Umgestaltung der Martin-Luther- und der Pfarrer-Wachsmann-Straße begonnen. Für dieses Jahr stehen zahlreiche weitere Instandsetzungs- und Ausbauvorhaben auf dem Programm.

Die Stadt hat noch nie so viele und so große Bauprojekte gleichzeitig am Laufen gehabt. Dies fordert die Verwaltung sehr und ich möchte an dieser Stelle auch all meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meinen Dank für ihren Einsatz aussprechen.

2) Neben den Bauprojekten, liebe Gäste, sind der Schutz von Umwelt und Klima wichtige städtische Anliegen.

Mit dem Masterplan „100 %Klimaschutz“, der ein Maßnahmenpaket umfasst, mit dem Greifswald bis zum Jahr 2050 nahezu CO2-frei sein möchte, verfolgen wir anspruchsvolle Ziele. Damit gehören wir zu bundesweit 22 Kommunen, die zu Leuchttürmen des nationalen Klimaschutzes entwickelt werden. Um dieses Ziel zu erreichen und Weichen für die Zukunft zu stellen, haben wir z.B. eine Broschüre zum energieeffizienten Sanieren und Bauen in Greifswald herausgegeben, wir fördern die Elektromobilität und bauen das Carsharing weiter aus. Im November fand auf Einladung des Klimaschutzbündnisses Greifswald 2020 der 8. Klima-Aktionstag statt.

Beim Stadtradeln sammelten die Greifswalder 2017 einen Kilometerwert, der der dreimaligen Umrundung des Äquators entspricht. Auch in diesem Jahr nimmt die Stadt wieder an dieser Aktion teil. Ich hoffe auch aus Ihren Reihen auf weitere Mit-Radlerinnen und Mit-Radler! Erstmalig lud im Oktober 2017 die Initiative „Sauberer Ryck“ zu einem Aktionstag ein, bei dem sich alles um unseren Fluss drehte - und wo viel Information und Aktion für Groß und Klein, wie z.B. eine Exkursion und eine Baumpflanzaktion geboten wurden. Mehr Sauberkeit, nicht nur für den Ryck, sondern für die gesamte Stadt – diesem Ziel verschreibt sich auch der Tag „Greifswald räumt auf“, der am 24. März zum ersten Mal stattfand und an dem sich viele Greifswalderinnen und Greifswalder beteiligten.

Unsere neuen Papierkörbe, die Müll mit Hilfe von Solarenergie pressen, sind Ihnen bestimmt schon aufgefallen, liebe Gäste. Wer Ihnen vielleicht noch nicht aufgefallenist, das sind zwei Herren, die sich seit dem vergangenen Frühjahr um die Rad- und Fußwege der Stadt kümmern und gern auch Touristen die ein oder andere Frage beantworten: unsere zwei neuen Rad- und Gehwegewarte.

3) Eine schönere, saubere Stadt, meine Damen und Herren, das ist ein Wunsch, der viele verbindet.

Aber die entscheidende Basis für diese Stadt ist natürlich ihre Wirtschaft. Wie ist es darum in Greifswald bestellt? Gut, wie nicht zu übersehen ist! Neben dem Bevölkerungswachstum und dem stetigen Rückgang der Arbeitslosenquote auf derzeit 8,7 %sind für uns Investitionen, Neugründungen und Firmenerweiterungen mit der damit verbundenen Schaffung von Arbeitsplätzen von fundamentaler Bedeutung.

Für das von uns geplante Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie, das größte Bauprojekt, das sich die Stadt bislang vorgenommen hat, wurde im September der Zuwendungsbescheid über 16,5 Mio. € vom Landeswirtschaftsministerium übergeben. Hier werden unsere Kompetenzen in den Bereichen Plasma- und Biotechnologien gebündelt und 240 hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. Ich freue mich auch über Investitionen, wie die in den Forschungsneubau von IDT Biologika
im Riemserort und über Firmenerweiterungen, z.B. bei Cziotek und Cheplapharm.

Die Fortschreibung unseres Einzelhandelskonzeptes ist nicht nur von Bedeutung für die Wirtschaft der Stadt, sondern auch für deren Attraktivität und Ausstrahlung. Sie stimmen mir sicher zu, meine Damen und Herren, wenn ich in diesem Zusammenhang feststelle, dass das neu eröffnete „Gleis4“am Bahnhof sich weithin großer Beliebtheit erfreut - und die bisher erfolgte, äußerst gelungene Neugestaltung des Domcenters gespannt auf Fortführung und Abschluss der Baumaßnahmen dort macht.

Direkt im Zentrum eröffnete z. B.im vergangenen Jahr auch das Ladencafe von Martin‘s, in dem neben gesunder Ernährung auch die Nutzung regionaler Produkte großgeschrieben wird. Als perfektes Instrument zur Beförderung der Vermarktung von Erzeugnissen aus unserer Region erwies sich zum zweiten Malauch die Regionalproduktemesse im Pommerschen Landesmuseum, die auf großes Interesse stieß und wahre Besucherströme anzog. Nicht nur Besucher unserer Stadt, sondern auch Einheimische werden den planmäßigen, weiteren Ausbau des öffentlichen WLAN-Netzes, z.B. im Museumshafen, der Stadtbibliothek und in Wieck, begrüßen.
4) Was Greifswald weit über die Stadtgrenzen hinaus besonders attraktiv macht, meine Damen und Herren, istdas vielfältige und hochwertige Kultur- und Sportangebot.

Unsere Musik- und Kulturfestivals sind längst zu beliebten Klassikern geworden, - vielleicht gerade weil sie immer wieder und ganz bewusst Raum für moderne und avantgardistische Elemente bieten. Auch bei der Präsentation und Förderung von Kunst und Kultur öffnen wir neue Wege. Gute Beispiele dafür sind der Kubus am Karl-Marx-Platz und die gezielte Unterstützung der Kultur- und Kreativwirtschaft.

In der noch jungen Kreativwirtschaft geht es um die Verknüpfung und gemeinsame Vermarktung von kulturellen, innovativen und kreativen Gütern und Dienstleistungen, die in Greifswald in großer Zahl vorhanden sind. Neue Wege - wie den der Kreativwirtschaft - zu beschreiten, bedeutet nicht, Historisches zu vernachlässigen, - sondern gleichzeitig auch, Denkmale zu setzen und Jubiläen zu begehen.

So konnte z.B. das Denkmal für Bürgermeister Carl Päpke festlich wiedereingeweiht werden, und dieStadtbibliothek feierte ihren20. Geburtstag. Im nächsten Monat wird dort übrigens der 125. Geburtstag Hans Falladas mit einer Festwoche begangen, ein weiteres bedeutendes Jubiläum in diesem Jahr ist der 200. Jahrestag des Alten Friedhofs. Seit 2017, meine Damen und Herren,ist Greifswaldnicht nur Universitäts- und Hansestadt, sondern auch „Reformationsstadt Europas“. Dieser Titel wurde uns im März feierlich verliehen und ist dem konstruktiven Zusammenwirken von Stadt und Kirche sowie der Unterstützung durch zahlreiche Ehrenamtliche zu verdanken. Unsere Geschichte für Groß und Klein auch lebhaftund bunt in Szene zu setzen:- dies gelang im letzten Jahr eindrucksvoll bei der 4. Neuauflage des Eldenaer Klostermarktes.

5) Stadtentwicklung in all ihren Facetten, meine Damen und Herren, kann nur unter der Beteiligung der Bevölkerung stattfinden.

Die Greifswalderinnen und Greifswalder hatten die Möglichkeit, sich an der Entwicklung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes ISEK Greifswald 2030plusund der Entwicklung eines Handlungskonzeptes für Schönwalde I zu beteiligen. Zu wichtigen städtischen Themen, wie dem Hotelneubau am Hansering, der Umgestaltung der Mühlenstraße oder dem Bebauungsplan Hafenstraßewurde zu Informationsveranstaltungen eingeladen.

Zurzeit können sich Interessierte auch an der Internetumfrage zur Gründung eines Kinder- und Jugendbeirates beteiligen. Einen besonders hohen Stellenwert für die Stadt besitzt gegenwärtig die intensive Arbeit an einem umfassenden Sportentwicklungskonzept, in das wir alle Alters- und Interessengruppen einbeziehen möchten. Sport, liebe Gäste, ist nicht nur eine beliebte Freizeitbeschäftigung, sondern auch ein wichtiger physischer und psychischer Ausgleich für viele Greifswalderinnen und Greifswalder. Deshalb steht auch die Sanierung unserer Sportstätten an prominenter Stelle im städtischen Aufgabenkatalog.

So liegt uns z.B. die schrittweise Sanierung des Volksstadions am Herzen: dort investiert die Stadt seit Jahren kontinuierlich. Im vergangenen Jahr wurde der Ostplatz mit einem Kunstrasen modernsten Standards ausgestattet, dieses Jahr erfolgt die Ausrüstung der kompletten Flutlichtanlage mit neuen Leuchten. Wir haben noch nie so viel Geld in den Sport investiert, wie im laufenden Haushalt. Und wenn es nach mir geht – und die Bürgerschaft mit macht - dann wird das auch im kommenden Haushalt so sein.

Persönliche Anliegen, die die Menschen neben Sport, Wirtschaft und Kulturbewegen, können regelmäßig in meinen Bürgersprechstunden vorgetragen werden. Ein stärkeres Mitspracherecht wurde auch den Greifswalder Ortsteilen über das 2017 eingeführte Ortsteilbudget eingeräumt.Die Verwaltung und Abrechnung der Ortsteilbudgets hat zwar noch Kinderkrankheiten, doch schon jetzt zeigt sich, was für ein großartiges Instrument wir uns mit dem Ortsteilbudget geschaffen haben.

Die Beteiligung der Greifswalder Senioren am städtischen Leben besitzt im Vergleich dazu schon längere Tradition. Unter Beteiligung vieler Akteure wurde ein umfassendes Seniorenförderkonzept erstellt, - und die Stadt erreichte im vergangenen Jahr den 2.Platz im Landeswettbewerb um die seniorenfreundlichste Kommune.

All diese Bilder, meine Damen und Herren, vermitteln Eindrücke dessen, was in unserer Stadt geschieht. Aber sie sind nur Ausschnitte und umfassen bei weitem nicht alle Bereiche, in denen wir uns engagieren und für die wir uns starkmachen.Ich denke an den Erhalt des Parisers für die Jugendarbeit, an die Frühblüher-Aktion in den Grünanlagen, an die Senkung der Straßenreinigungsgebühren, legale Graffitti-Flächen und und und …

Unsere Stadt ist viel zu vielfältig, um die Ereignisse eines Jahres in einer kurzen Rede Revue passieren zu lassen. Ich möchte aber noch auf ein Thema eingehen, das viele Menschen seit einem guten Jahr bewegt: Der Name unserer Universität. Nach einer langen Diskussion, die heftig – und leider manchmal nicht mit der gebotenen Achtung gegenüber demjenigen, der eine andere Meinung als die eigene vertritt – geführt worden ist, - steht nun ein Kompromiss:

Die Universität trägt wieder ihren alten Namen – „Universität Greifswald“. Aber unter bestimmten Bedingungen kann auch der Namensbestandteil „Ernst Moritz Arndt“ verwendet werden. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Kompromiss nicht alle zufrieden stellt. Manche derjenigen, die für den Beibehalt des Namensbestandteil „Ernst-Moritz Arndt“ gestritten haben, sind enttäuscht.

Manche derjenigen, die das Patronat Ernst-Moritz Arndts für problematisch für unsere Universität halten, befürchten nun, dass es quasi über die Hintertür der Ausnahmen doch wieder kommt. Ich kann nur an alle Seiten appellieren, sich im Interesse unserer Universität und unserer Stadt erst einmal auf den Kompromiss einzulassen. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob es ein kluger Kompromiss ist.

Ich erwähnte bei meinem Jahresrückblick die Seniorenarbeit. Nicht nur bei dieser, sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen,zeigt es sich immer wieder, dass wir am stärksten und leistungsfähigsten sind, wenn sich viele Kräfte zusammenschließen: Haupt- und Ehrenamtliche, Alt und Jung, Stadt und Universität, Wirtschaft und Wissenschaft.

Ein gelungenes Projekt in diesem Sinne ist das Welcome Center Region Greifswald. Hier haben sich viele unterschiedliche Partner zusammengefunden haben, um mit vereinten Kräften einem gemeinsamen Ziel näherzukommen. Das Zentrum wird Anfang Juli in Greifswald eröffnet, und es steht Fachkräften, Zuzüglern, Rückkehrerinnen und Studierenden als zentrale Anlaufstelle mit Beratung und Betreuung zur Seite. Durch die Arbeit des Welcome Centers soll eine regionale Willkommenskultur entwickelt und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. Ich freue mich sehr über diese durch das Wirtschaftsministerium geförderte Initiative, die die Attraktivität unserer Region weiter erhöht.

Träger des Zentrums ist unsere ABS – Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung mbH;sie wird dabei von der Stadt und zahlreichen Firmen und Einrichtungen unterstützt. Dazu gehören der Landkreis Vorpommern-Greifswald, die Agentur für Arbeit, die Universität, die WITENO GmbH, die WVG mbH, die Stadtwerke Greifswald GmbH, die Sparkasse Vorpommern, die Volksbank Raiffeisenbank eG Greifswald, die HanseYachts AG, die Greifswald Marketing GmbH sowie die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern mbH.

Vertreter all dieser Institutionen sind heute unter uns, und ich möchte sie an dieser Stelle noch einmal besonders herzlich begrüßen und ihnen für ihre Mitwirkung an diesem besonderen Projekt danken. Ja, liebe Gäste, andere willkommen heißen, sich der Kultur und den Ideen anderer zu öffnen, das sind auch wichtige Anliegen unserer internationalen Arbeit. Wir pflegen unsere Kontakte und Projekte mit den Greifswalder Partnerstädten und konnten in jüngster Zeitauch mehrere Jubiläen begehen:

10 Jahre Partnerschaft mit Newport News,

20 Jahre mit dem norwegischen Hamar

und die 30-jährige Verbindung mit Osnabrück, die wir vor drei Tagen in Osnabrück gefeiert haben.

Unsere skandinavischen Partnerstädte - neben Hamar sind das Kotka und Lund - sind auch in diesem Jahr wieder unverzichtbare und wertvolle Akteure und Unterstützer des Nordischen Klangs. Neben den klassischen Städtepartnerschaften verbinden uns neue, projektorientierte Kooperationen mit Orten in Griechenland, der Ukraine und China. An zwei unserer Schulen gibt es seit diesem Schuljahr Chinesisch-Unterricht.

Die Entwicklung Greifswalds wird von einer unglaublichen, positiven Dynamik bestimmt, die sich in jüngster Zeit noch verstärkt hat. Eine wachsende Stadt bringt es mit sich, dass Konflikte zwischen verschiedenen Interessen auftauchen. Ein Beispiel ist die Entwicklung unseres Museumshafens: Arbeitsplätze, wirtschaftliche und touristische Entwicklung, Freizeitbedürfnisse und Sport ringen hier miteinander um Flächen. Hier gilt es kluge Kompromisse zu finden.
In diesem Zusammenhang freue mich auch über den anstehenden Bürgerentscheid in knapp zwei Wochen zum weiteren Umgang mit einer Grünfläche am Hafen. Dass der Bürgerentscheid stattfindet, das ist ein Zeichen unserer lebendigen, engagierten Stadtgesellschaft. Ich kann nur an alle Greifswalderinnen und Greifswalder appellieren, diese Chance der Mitbestimmung wahrzunehmen.

Am gleichen Tag - am 27. Mai - findet auch die Landratswahl statt. Manch Greifswalder hat noch nicht ganz verinnerlicht, dass wir seit 2011 zum Landkreis Vorpommern-Greifswald gehören und somit an diesem Tag auch den Landrat, die Landrätin für Greifswald wählen. Auch zu dieser Wahl rufe ich alle auf. Falls Sie noch nicht sicher sind, wen Sie wählen möchten, empfehle ich das persönliche Gespräch. Mehrere Kandidaten und Kandidatinnen sind hier anwesend.

Ich werde nun die höchste Auszeichnung unserer Stadt - die Rubenow-Medaille – verleihen. Diese Medaille erhalten Menschen, die sich in hervorragender Weise um Greifswald verdient gemacht haben. Die Ehrung geht in diesem Jahr an Frau Hannelore Koh. Mit dieser Auszeichnung wird ihr vielseitiges und jahrzehntelanges Engagement zum Wohle Greifswalds gewürdigt.

Frau Kohl hat sich in zahlreichen Einrichtungen und Vereinen in verantwortungsvoller Position für die unterschiedlichsten lokalen und regionalen Ideen und Projekte eingesetzt. Ich möchte an dieser Stelle nicht der Laudatio auf die Preisträgerin vorgreifen.

Dazu begrüße ich nun noch einmalden ehemaligen Landtagspräsidenten Mecklenburg-Vorpommerns, Herrn Hinrich Kuessner, ganz herzlich. Herr Kuessner, wir freuen uns auf Ihre Laudatio.

Greifswald - 14.05.2018
Quelle: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald


Ehrung durch die Präsidentin der Bürgerschaft zum Stadtempfang 2018

Sehr geehrte Frau Jutta Hietkamp, Ihr ehrenamtliches Wirken in seiner Vielfalt heute vollständig zu würdigen, wird kaum möglich sein. Dem Verein zur Unterstützung krebskranker Kinder und der Krebsforschung im Kindesalter Greifswald/Vorpommern e. V. und dem Förderverein für krebskranke Frauen in der Frauenklinik Greifswald e. V. widmen Sie sich seit Jahren in ganz besonderer Weise.
Im Verbund mit Ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern setzen Sie konkrete hilfreiche Projekte um. Mit Kreativität, außerordentlicher Beharrlichkeit und großer Energie.

Der 11. Juni 2016 war für Sie – davon gehe ich aus – ein ganz besonderer Tag. Der Neubau des Eltern-Kind-Hauses „ Dr. Mildred Scheel“ in der Makarenkostraße 39 wurde feierlich eingeweiht. Eltern und Geschwisterkinder finden dort eine Heimstatt. Oft monatelang. Vertraute Menschen können so die an Krebs erkrankten Kinder in ihrer Therapie unmittelbar unterstützen und begleiten. Eine Million EURO haben die Vereinsmitglieder zusammen gesammelt. EURO für EURO Spendengelder. Der Verein kümmert sich u.a. um

. die psychosoziale Betreuung der krebskranken Kinder und ihrer Familien
. die materielle Unterstützung der Einführung neuer Therapie-verfahren
. die gezielte Förderung wissenschaftlicher Forschungsvorhaben in der Kinderonkologie.

Ein Blick zurück in das Jahr 2013. Ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in verantwortlichen Positionen kam bereits mehreren Vereinen und Initiativen maßgeblich zu Gute. Ich nenne

. den Kreissportbund Vorpommern-Greifswald e. V.
. den Reitsportclub Greifswalder Bodden Neuenkirchen e. V.
. den Kreisreiterbund und
. den Schüleraustausch im Rahmen der Städtefreundschaft unserer Stadt mit der texanischen Stadt Bryan/College Station.

Also 2013: Sie hörten vom unermüdlichen Kampf einer engagierten Frau, selbst an Brustkrebs erkrankt, die sich für Verbesserungen der Bedingungen besonders in der Onkologischen Tagesklinik einsetzte. Ich zitiere Sie, sehr geehrte Frau Hietkamp, aus einem Artikel in der OZ vom 10. Mai 2013 „Das hat mich so beeindruckt, dass ich mitmachen musste.“ Mitmachen hieß hier konkret: Seit der Gründung Vorstandsmitglied im Förderverein für krebskranke Frauen in der Frauenklinik Greifswald e.V. .

In Ihrer offenen Art verstehen Sie es immer wieder, Mitmenschen für Ihre Projekte zu begeistern. So organisieren Sie die jährliche Tombola-Aktion und in regelmäßigen Abständen einen ganz besonderen Flohmarkt. Einen Flohmarkt der „Lieblingsstücke von Frau für Frau für Jung und Alt“. Ich erinnere an den Spenden-Team-Marathon „Laufend helfen“. Die Aktivitäten der derzeit 42 aktiven Vereinsmitglieder zielen auf die Verbesserung der Gegebenheiten in der onkologischen Tagesklinik, zuvorderst auf das Wohlergehen der Patientinnen.

„Das Leben ist ein Schatz – jeder einzelne Moment davon ist kostbar“ so steht es auf der Internetpräsenz des Fördervereins geschrieben. Da muss man erst einmal innehalten.

Sehr geehrte Frau Jutta Hietkamp, zahlreiche Kinder, deren Eltern und Geschwisterkinder, zahlreiche Frauen und deren Angehörige verdanken Ihnen ganz persönlich zahlreiche kostbare Lebensmomente. Ich gratuliere Ihnen im Namen der Bürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald herzlich zu Ihrer heutigen Ehrung mit dem „Silbernen Greifen“.

Sehr geehrte Frau Christiane Sitterlee, der Seniorenbeirat der Universitäts- und Hansestadt Greifswald wurde vor gut 23 Jahren gegründet. An Jahren noch jung – besonders aus dem Blickwinkel Älterer. 23 Jahre erfolgreiches Wirken für die Belange unserer älteren Greifswalderinnen und Greifswalder. Seit dem 17. Mai 2010 gehören Sie zu den überaus engagierten Beiratsmitgliedern. Bis 2016 zunächst als stellvertretende und seit zwei Jahren als Vorsitzende. Persönlich im Mittelpunkt stehen, das ist so gar nicht Ihr Bestreben. Das kann ich Ihnen heute nicht ersparen. Da müssen Sie jetzt durch.

Es ist wirklich an der Zeit, Ihre langjährige herausragende ehrenamtliche Arbeit öffentlich zu würdigen. Etwas mehr als ein Viertel der Greifswalder Bevölkerung gehört zu den ab 60-Jährigen. Äußerst zielstrebig, geduldig und mit merkbarer Freude nehmen Sie deren Interessen wahr. Und das nicht, weil es in Satzungen so niedergeschrieben ist. Sie gehen aktiv auf Verantwortliche zu. Ganz gleich ob es sich zum Beispiel um Mitarbeitende in der Stadtverwaltung, Kommunalpolitiker oder Landesminister handelt.

Die spezifischen Bedürfnisse älterer Menschen rücken Sie immer wieder charmant und nachdrücklich in den Fokus der jeweiligen Entscheidungsträger. Das reicht von A wie altersgerechtes und bezahlbares Wohnen, über Pflege und Gesundheit, Seniorensport, Teilhabe am kulturellen Leben, Sicherheit auf Fuß- und Radwegen bis hin zu Z wie Zukunftsvisionen als seniorenfreundliche Stadt.
In Zusammenarbeit mit zahlreichen aktiven Seniorinnen und Senioren sorgen Sie unermüdlich dafür, dass alle Aktivitäten gebündelt und gründlich vorbereitet werden.

Da schwingt sich die Radlergruppe des Beirates schon einmal extra auf die Fahrräder, damit eine hochaktuelle Einschätzung der Wege eine Gesprächsbasis bilden kann. Da spricht das anspruchsvolle und facettenreiche Programm der Seniorentage für sich.
Da wäre das Seniorenförderkonzept. Maßgeblich von Ihnen miterarbeitet. Nunmehr gehen Sie mit viel Energie, Tatkraft und Kreativität an die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen.

So ganz nebenbei bemerkt: Der 2. Platz unserer Stadt im Wettbewerb „Seniorenfreundliche Kommune in MV“ ist eine besondere Anerkennung – auch für das Engagement des Seniorenbeirates.

Sehr geehrte Frau Christiane Sitterlee, der Erfolg hat bekanntlich immer viele Mütter und Väter. Sie persönlich

. halten die Fäden des Seniorenbeirates in der Hand.
. ermutigen und unterstützen Menschen, die auch im fortgeschrittenen Lebensalter aktiv sein wollen.
. gewinnen mit Ihrer Begeisterung zahlreiche Kooperationspartner.
. sorgen dafür, dass der Kontakt zu den Seniorenbeiräten in unseren Partnerstädten bestehen bleibt.

Ich zitiere Sie aus dem diesjährigen Bericht des Beirates in der Bürgerschaft: „Seniorenpolitik ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Seniorenbeirat der Stadt wird sich auch weiterhin den spezifischen Problemen der älteren Mitbürgern verpflichtet fühlen und sich für deren Lösungen einbringen.“ Das wird gelingen. Mit ihrer herausragenden ehrenamtlichen Arbeit sind Sie ein Garant dafür. In Anlehnung an das Motto des vorjährigen Seniorentages sage ich: Bleiben Sie bitte mit Freunde in Schwung!

Ich gratuliere Ihnen im Namen der Bürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald herzlich zu Ihrer heutigen Ehrung mit dem „Silbernen Greifen“.

Sehr geehrte Frau Maria Aulrich, Ihre jahrzehntelange beispielhafte Arbeit im Ehrenamt ist mit dem Datum 26. April 1986 verbunden.
Der Tag, an dem sich die Nuklearkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl ereignete. Auch ein erheblicher Teil der Fläche
Weißrusslands wurde radioaktiv verstrahlt. Die Städte Gomel, Dobrusch und deren Umland waren mit am stärksten betroffen. Keine 150 km von Tschernobyl entfernt.

Nach über 30 Jahren verblassen die Erinnerungen daran möglicherweise. Nicht so bei den dort einheimischen Menschen und ihren Nachgeborenen, die noch heute unter den Folgen enorm leiden. Gleiches gilt für Menschen, die es sich seit Jahrzehnten zur Aufgabe gemacht haben, Betroffenen zu helfen. Die Mitglieder des Vereins Tschernobyl-Hilfe Vorpommern e. V. gehören dazu.

Frau Maria Aulrich ist Vereinsmitglied der ersten Stunde. Unermüdlich, selbstlos und auch bei Schwierigkeiten niemals aufgebend, engagiert sie sich seit 1990 für die Ziele des Vereins. Mit aller Kraft und steter Hilfsbereitschaft kümmert sie sich um bedürftige Kinder und Erwachsene aus Dobrusch und Umgebung.

Unzählige Mal haben Sie sich, sehr geehrte Frau Aulrich, zusammen mit anderen Vereinsmitgliedern auf den rund 1.600 km langen Weg nach Dobrusch gemacht. Vor Ort haben Sie sich persönlich darum gekümmert, dass Bedürftige u.a. Kleidung, Nahrungsmittel und Spielzeug auch wirklich erhalten haben. Die medizinische Behandlung von körperlich geschädigten Kindern wurde finanziell und materiell unterstützt.

Eine Herausforderung der besonderen Art ist die Planung und Organisation des zweiwöchigen Ferienaufenthaltes für bis zu 30 Kinder und deren Betreuer im Sommer jeden Jahres. Immer wieder ist es erneut notwendig, Spenden für die Durchführung zu sammeln und Verbündete zu gewinnen. Diese Mühsal tritt schnell in den Hintergrund, wenn die Kinderschar eintrifft.

Zwei erlebnisreiche und unbeschwerte Wochen mit Ausflügen in die Region. bei gesunder Ernährung und mit viel Bewegung an der frischen Luft stärken das Immunsystem der Kinder. Frau Aulrich übernimmt einen besonderen Part – und das in der Muttersprache der Gäste. Sie kocht und backt mit den Kindern. Gemüse schnippeln, Teig kneten, Zutaten vorbereiten sind echte Highlights für die Kinder. Mit viel Geduld und liebevoller Zuwendung gibt Frau Aulrich ihre Koch- und Backkünste weiter. So ganz nebenbei vermittelt sie, wie man sich ausgewogen und gesund ernähren kann.

Es ist berührend, wenn der Kommentar für einen Ferientag im vergangenen Jahr so lautet: „25.07.2017 Heute am Dienstag wurde gebacken, Pizza gemacht und gesundes Müsli hergestellt. Das alles hat unsere Maria Aulrich mit den Kindern gemacht. Danke Maria.“
„Danke Maria.“ Zwei Worte, die Ihr beispielhaftes ehrenamtliches Dasein für Mitmenschen auf den Punkt genau würdigen.

Sehr geehrte Frau Maria Aulrich, Sie geben ganz konkrete Lebenshilfe. Ihnen liegt das Wohlergehen Ihrer „Kinder auf Zeit“ sehr am Herzen. Sie können gewiss sein, dass Sie und Ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter den Kindern in guter und dankbarer Erinnerung bleiben. Beim Wiedersehen Ihrer einstigen Ferienkinder als Erwachsene erleben Sie das schon.
Heute ehrt Sie die Universitäts- und Hansestadt Greifswald!
Ich gratuliere Ihnen im Namen der Bürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald herzlich zu Ihrer heutigen Ehrung mit der Eintragung in das Ehrenbuch unserer Stadt.

Sehr geehrter Herr Rüdiger Galitz, unsere Stadt ohne Berufsfeuerwehr – schwerlich vorstellbar. Die Berufsfeuerwehr ohne die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr – schwerlich vorstellbar. Die Freiwillige Feuerwehr ohne Sie – überhaupt nicht vorstellbar. Seit Ihrem 22. Lebensjahr – und das ist vier Jahrzehnte her – versehen Sie Ihren Dienst ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr. Sie sind mit Herz und Verstand, mit Leib und Seele Feuerwehrmann. Engagiert haben Sie alle Ausbildungen erfolgreich durchlaufen.

Sie fungieren als erfahrene und umsichtige Führungskraft in zahlreichen Einsätzen. Sie führen fachlich versiert im Einsatzfall eigenverantwortlich neun Kameraden. Sie verantworten die jederzeitige Funktionsfähigkeit eines Löschfahrzeuges. Darüber hinaus unterstützen Sie bei längeren Einsätzen und Ausbildungsdiensten die Versorgungsgruppe. Dann sorgen Sie für die Verpflegung der Feuerwehrfrauen und –männer aus Greifswald, dem Amt Landhagen und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald.

Egal zu welcher Tageszeit und Aufgabenstellung, Ihre Kameradinnen und Kameraden können sich immer auf Sie verlassen. Die Leitung der Reserveabteilung der Greifswalder Freiwilligen Feuerwehr ist Ihre Hauptaufgabe. Das hört sich ziemlich unspektakulär an. Verlangt jedoch ein ständiges Übermaß an Engagement. Überblick behalten, Flexibilität beweisen, Verständnis für die Lebenssituation der Feuerwehrangehörigen, sind erforderlich.

Die Reserveabteilung bilden Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, die trotz beruflicher und persönlicher Beanspruchung im Feuerwehrdienst weiter aktiv bleiben wollen. Im Klartext: Deren Zeitkontingent für die Belange der Feuerwehr ist begrenzt. Herr Galitz plant und organisiert individuell die erforderlichen Ausbildungsdienste. Und das heißt für ihn: Zusätzliche Stunden im Feuerwehrdienst, vorrangig an Abenden. Hilfsbereit steht er mit seiner fachlichen Kompetenz seinen Kameradinnen und Kameraden zur Seite. Er trägt maßgeblich dazu bei, dass Einsatzbereitschaft und Ausbildungsstand auf dem unerlässlich hohen Niveau gehalten werden. Das ist unbedingt erforderlich, um im Alarmierungsfall bei Großschadenlagen die Kräfte der Berufsfeuerwehr optimal unterstützen zu können.

Sehr geehrter Herr Rüdiger Galitz, freiwillig, selbstlos und mit außerordentlicher Einsatzbereitschaft stellen Sie sich in den ehrenamtlichen Feuerwehrdienst. In diesem Ausmaß, über so viele Jahre hinweg einfach vorbildhaft. Und ohne das Verständnis und die Unterstützung Ihrer Familie wahrscheinlich auch nicht zu leisten. Sie gehören zu den Menschen in unserer Stadt, die völlig selbstverständlich Mitmenschen in Notsituationen beistehen. Ohne Ihr Zutun hätte das Leben Betroffener sicherlich oftmals einen anderen Verlauf genommen.

Mit Freude zitiere ich aus dem Schreiben Ihres Wehrführers: „... Rüdiger Galitz ist ein hochgeschätztes Mitglied innerhalb der Feuerwehrfamilie und durch sein vielseitiges Engagement ein Stützpfeiler der Freiwilligen Feuerwehr und damit auch für die Sicherheit der Stadt Greifswald.“ So ist es!

Ich gratuliere Ihnen im Namen der Bürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald herzlich zu Ihrer heutigen Ehrung mit der Eintragung in das Ehrenbuch unserer Stadt.

Sehr geehrte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TelefonSeelsorge Vorpommern, sehr geehrte Frau Dagmar Simonsen, als Leiterin der TelefonSeelsorge Vorpommern sind Sie der Einladung zum diesjährigen Stadtempfang gefolgt.
Sie nehmen in Stellvertreterfunktion für 50 ehrenamtliche TelefonSeelsorgerinnen und TelefonSeelsorger die Ehrung ihrer so wichtigen und äußerst verantwortungsvollen Arbeit entgegen. Sie sind heute als sichtbarer Adressat zugegen. Die Spezifik des ehrenamtlichen Dienstes TelefonSeelsorge erfordert die Wahrung der Anonymität der Hilfegebenden.

Jedermann kann unter den gebührenfreien Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/ 111 0 222 Kontakt zu Ihrem Team aufnehmen. Ich zitiere aus der Internetpräsenz der TelefonSeelsorge Deutschland: „... Probleme und Krisen können uns in jeder Lebensphase treffen. Probleme mit der Partnerin oder dem Partner, Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz, Arbeitsplatzverlust, Sucht, Krankheit, Einsamkeit, Sinnkrisen, spirituelle Fragen. Solche Ereignisse und Verletzungen bringen uns oft an unsere Grenzen.“

24 Stunden am Tag und das an jedem Kalendertag sind die Ehrenamtlichen dienstbereit. Alle kümmern sich professionell und dem jeweiligen Menschen vorurteilsfrei zugewandt. Sie hören zu und gehen auf die erzählte konkrete Lebenssituation ein. Verantwortungsvoll, feinfühlig und sorgsam. Oftmals ist das für Menschen in besonderen Lebensphasen die einzige Möglichkeit, um mit einem anderen zu sprechen. Stellt das Sprechen eine unüberwindbare Hürde dar, dann steht der Weg über das Internet per Mail oder Chat zur Verfügung.

Jedes Gespräch wird vertraulich gehandhabt. So unterschiedlich die Gründe der Anrufenden sind, so verschieden wird der Gesprächsverlauf sein. Ziel wird es immer sein, erste Impulse für Problemlösungen zu geben und einen möglichen Weg aus der Lebenskrise heraus aufzuzeigen. Weiterführende Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung der besonderen Lebenssituation wird angeboten.

Die TelefonSeelsorgenden werden sorgfältig und gründlich auf ihren Dienst vorbereitet. Die Ausbildung währt mindestens 12 Monate. Sie erwerben das notwendige Rüstzeug und die erforderlichen fachlichen Kompetenzen für ihren anspruchsvollen und fordernden Dienst. Sie sind Helfer in der Not. Sie geben im wahrsten Sinne des Wortes Lebenshilfe. Monatlich 12 bis 15 Stunden Dienst am Telefon sind von jeder und jedem Ehrenamtlichen zu leisten. Dazu kommen verpflichtende Supervisionen und Fortbildungsveranstaltungen. Fachlicher Austausch und gemeinsame Unternehmungen im Team sind Ergänzungen.

Jedem Anrufenden wird sich gewidmet, jeder Anruf wird ernst genommen. Sorgen kann man teilen – diesem Leitspruch sehen sich unsere TelefonSeelsorger besonders verpflichtet.

Sehr geehrte Frau Simonsen, bitte seien Sie Botin und reichen die Wertschätzung an alle Ehrenamtlichen Ihres Teams weiter. Die TelefonSeelsorgenden geben alle einen Teil ihrer kostbaren eigenen Lebenszeit anderen Menschen. Uneigennützig, beseelt von dem Gedanken zu helfen. Sie tragen die Lebenslasten anderer mit. Sie kümmern sich mit Anteilnahme und Herzenswärme um hilfebedürftige Menschen.

Sehr geehrte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TelefonSeelsorge Vorpommern, sehr geehrte Frau Dagmar Simonsen, ich gratuliere den namentlich ungenannt bleibenden und Ihnen, im Namen der Bürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald herzlich zu Ihrer heutigen Ehrung mit der Eintragung in das Ehrenbuch unserer Stadt.

Sehr geehrter Herr Dr. Wölfel, seit Ihrer Schulzeit beschäftigen Sie sich mit der Fotografie. 1967 kamen Sie zum Studium an der Ernst-Moritz-Arndt Universität nach Greifswald. Vor sage und schreibe einem halben Jahrhundert. Ab Studienbeginn arbeiteten Sie in verschiedenen Fotoclubs mit. Im Fotoclub des Kulturbundes der ehemaligen DDR; dem späteren Fotoclub der Universität.

Seit nunmehr 30 Jahren leiten Sie überaus engagiert den Fotoclub Greifswald. Herr Dr. Wölfel wird von seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern sehr geschätzt. Als Mentor, Ideengeber, Lehrer und Kurator gleichermaßen. Seit 1998 erarbeiten die Mitglieder des Fotoclubs unter seiner kompetenten Anleitung und Führung eine jährliche Ausstellung. Sie präsentieren so im wahrsten Sinne des Wortes Lebensbilder. Mit großer Resonanz in der Öffentlichkeit. In der Rückschau nenne ich beispielhaft:

. 1998 im Hufelandheim „Pommersche Ansichten und Aussichten“
. 1999 in der Stadtbibliothek „C.D. Friedrich – Landschaften und Motive“
. 2006 im BioTechnikum „Bilder einer Universitätsstadt“
. 2010 in Griebenow „Faszination Baum“
. 2012 im Rathaus „Wir über uns“

Eine besondere Anerkennung seines langjährigen fotografischen Schaffens wurde Herrn Dr. Wölfel und seinen Mitschaffenden durch Ausstellungen in unseren Partnerstädten Goleniów, Lund und Newport News zuteil. Die unermüdliche ehrenamtliche Arbeit von Herrn Dr. Wölfel beschränkt sich nicht auf die Kunst der Fotografie. Zahlreiche Veröffentlichungen, einführende Worte zu Ausstellungseröffnungen – kurz Öffentlichkeitsarbeit – gehören ebenso dazu.

Ich zitiere gern aus dem Vorschlagsschreiben: „ ... Er nahm erfolgreich an zahlreichen regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerben und Ausstellungen teil. In seinem Oeuvre findet man eine breite Motivpalette. Heute ...“ ist „ ... in erster Linie Natur- und Reisefotografie, z. T. mit kritischer Sicht auf Umweltprobleme sein Thema. Personalausstellungen dazu wurden bisher in Greifswald, Waren, Malchow und vielen anderen Orten präsentiert.“ Ergänzend dazu darf ich die kürzlich im Kulturkonsum Loitz präsentierten Fotografien „Momente der Natur“ erwähnen.

Auf sein über 50jähriges fotokünstlerisches Schaffen im Ehrenamt kann der Herr Dr. Wölfel mit Stolz zurückblicken. Uneigennützig hat er seine fotografischen Wegbegleiter gefördert. Im Verbund mit ihnen hat er das Leben in unserer Stadt, in unserer Region per Bild in die Welt hinaus getragen. Das Leben zahlreicher Menschen hat er bereichert. Freude bereitet, Erinnerungen aktiviert, Staunen hervorgerufen, Nachdenken initiiert, Phantasie beflügelt. Die Begeisterung für die Fotografie weiter gegeben.

Sehr geehrter Herr Dr. Lothar Wölfel, ich gratuliere Ihnen im Namen der Bürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald herzlich zu Ihrer heutigen Ehrung mit der Eintragung in das Ehrenbuch unserer Stadt. Herr Dr. Wölfel kann am heutigen Stadtempfang leider nicht teilnehmen. Wir – der Oberbürgermeister und ich – freuen uns sehr darauf, Herrn Dr. Wölfel persönlich am 23. Mai zu ehren.

Greifswald - 14.05.2018
Quelle: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald