Bauboom in Greifswald reißt nicht ab


Start für neues Stadtarchiv, neue Fischer-Schule, neue Turnhalle – 2018 folgen das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie und die Radstation am Bahnhof

Der Bauboom in Greifswald reißt nicht ab. Im vergangenen Jahr hat die Universitäts- und Hansestadt viele Bauvorhaben angeschoben. Zu den größten Projekten zählen/gehören der Neubau des Stadtarchivs an den Wurthen, der Ersatzneubau für die Gesamtschule „Erwin Fischer“, die Sanierung der Ernst-Moritz-Arndt-Schule sowie der Neubau der Zweifeldhalle an der Caspar-David-Friedrich-Schule. Sie werden die Stadt auch in den kommenden Jahren begleiten. Für das größte Bauprojekt, das sich Greifswald jemals vorgenommen hat, wurde im Herbst der Förderbescheid übergeben. Der voraussichtliche Baubeginn für das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie wird Ende des Jahres sein, die Fertigstellung ist dann für 2020 geplant. 2018 soll zudem der Startschuss für den Bau einer neuen Radstation am Bahnhof sowie die Ersatzneubauten für die Kitas „Marschak“ und Zwergenland“ erfolgen.

Neubau des Stadtarchivs
Mit der Bohrpfahlgründung starteten im November die Bauarbeiten, im Januar 2018 folgen die Arbeiten für die Geothermie. Das Stadtarchiv soll bis 2020 fertiggestellt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 6,4 Millionen Euro, davon werden rund 3 Millionen über Städtebaufördermittel finanziert.

Ersatz-Neubau für die Integrierte Gesamtschule „Erwin Fischer“
Die Bauarbeiten begannen im Juli. Inzwischen sind die Erd- und Erschließungsarbeiten abgeschlossen, die für den Rohbau haben begonnen. Der dreigeschossige, multifunktionale Neubau und ein Teil der Außenanlagen sollen zum Schuljahresbeginn 2019/20 fertiggestellt werden. Anschließend wird das Bestandsgebäude zurück gebaut. Bis zum Frühjahr 2020 werden die Sport- und restlichen Außenanlagen neu gestaltet. Der Ersatzneubau der Integrierten Gesamtschule „Erwin Fischer“ wird als Modellprojekt für eine stadtteilintegrierende und inklusive Schule umgesetzt. Er ist zugleich das derzeit größte Förderprojekt des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Bereich der integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung. Die Gesamtkosten des Neubaus und der Gestaltung der Außenanlagen belaufen sich auf ca. 18,2 Mio. Euro. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern fördert das Vorhaben mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Umfang von 10,25 Mio. Euro. Die Sanierung der Schul-Sporthalle ist nicht Bestandteil dieses Fördervorhabens. Das Projekt soll über ein weiteres Förderverfahren realisiert werden.

Neubau Sporthalle Caspar-David-Friedrich-Schule
Die Bauarbeiten für die neue Zweifeld-Turnhalle starteten Ende August 2017. Inzwischen ist der Rohbau für das Funktionsgebäude fertig. Ende Januar soll mit dem Aufbau der Stahlkonstruktion für die eigentliche Sporthalle begonnen werden. Ziel ist es, im März mit dem Innenausbau zu beginnen. Bislang liegen die Baufirmen sehr gut im Zeitplan. Die Zweifeldhalle hat eine Grundfläche von insgesamt 2.300 Quadratmetern, der eigentliche Sportbereich misst 22 mal 45 Meter. In der neuen Halle wird auch Platz für ca. 112 Gäste sein. Die Sporteinrichtung, die Ende 2018 fertig gestellt werden soll, kann dann auch von Vereinen genutzt werden. Die Gesamtkosten liegen bei rund 4 Millionen Euro.

Sanierung der Ernst-Moritz-Arndt-Schule
Die Grundleitungen sind verlegt und der neue Fußboden im Erdgeschoss eingebaut. Die neue Heizung ist installiert. Die vorher nicht geplante Asbestsanierung des gesamten Dachraumes und des Erdgeschosses haben die Bauarbeiten jedoch stark verzögert. Derzeit wird neben den Dacharbeiten am Um- und Ausbau des Dachgeschosses und eines Teils des Erdgeschosses gearbeitet. Die dort erforderlichen Abbrucharbeiten sind weitgehend abgeschlossen und neue Wände eingezogen. Durch den Ausbau des Dachgeschosses sollen weitere Räume gewonnen werden. Gleichzeitig werden der Brandschutz und die komplette Haustechnik auf den neuesten Stand gebracht. Auch die Gründung wird verbessert. Rampen an den Eingängen und ein Aufzug sorgen zukünftig für die Barrierefreiheit. Die Sanierung bei laufendem Schulbetrieb soll etwa zwei Jahre dauern. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 6,6 Millionen Euro, davon werden 3,7 Millionen über Städtebaufördermittel finanziert.

Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie
Die Baugenehmigung für das Laborgebäude ist erteilt. Rund 32 Millionen Euro will die Stadt investieren. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit unterstützt das Vorhaben mit 16,5 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Der neue Komplex soll im Innenhof zwischen dem BioTechnikum und dem INP mit einer Nutzfläche von rund 5.400 Quadratmetern errichtet werden. Als Forschungs-, Dienstleistungs- und Gründerzentrum soll es die Branchen Bioökonomie und Plasmatechnologie unter einem Dach vereinen. Etwa 240 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Radstation am Bahnhof
Die Genehmigungsplanung liegt vor, die Baugenehmigung ist erteilt. Beim Landesförderinstitut wurde der Förderantrag gestellt. Sobald dieser vorliegt, folgt die Ausführungsplanung. Baubeginn soll in diesem Jahr sein. Die ebenerdige Radstation soll neben den überdachten Fahrradstellplätzen bei den KAW Hallen in der Nähe des Bahnhofs errichtet werden. Geplant sind rund 130 Fahrradstellplätze, davon 40 Boxen. Die Gesamtkosten liegen bei rund 350.000 Euro.

Ersatzneubauten für die Kitas „Marschak“ und „Zwergenland“
Der Eigenbetrieb „Hanse-Kinder“ will noch in diesem Herbst mit dem Ersatzbau für die Kitas „Marschak“ und „Zwergenland“ beginnen. Im Januar wird die Vorplanung abgeschlossen sein. Beide Einrichtungen sollen über jeweils 153 Plätze verfügen. Die geschätzten Kosten liegen bei jeweils 4,1 Millionen Euro. Für beide Bauvorhaben wurden und werden noch Fördermittel beantragt.

BauunterhaltungIm Rahmen der Bauunterhaltung wurden im vergangenen Jahr rund 300.000 Euro in Schulen und Horte investiert. Größte Maßnahme war die Installation einer modernen Heizungsanlage in der Caspar-David-Friedrich-Schule. Die anderen Arbeiten umfassten hauptsächlich Elektroinstallationen, Maler- u. Bodenbelagsarbeiten

Insgesamt 255 Baugenehmigungen wurden im vergangenen Jahr durch die Untere Bauaufsichtsbehörde erteilt. Darunter fielen allein 42 Einfamilienhäuser und 26 Mehrfamilienhäuser. Auch andere Einrichtungen und Unternehmen der Stadt investieren in neue Gebäude. So wurde beispielsweise die Genehmigung für den Bau einer neuen Sporthalle durch den Landkreis Vorpommern-Greifswald in der Siemensallee erteilt. Die Firma ml&s will ein neues Laborgebäude errichten, das Berufsbildungswerk eine neue Ausbildungsstätte auf seinem Gelände.

Greifswald - 04.01.2018
Quelle: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald