Bau des Stadtarchivs geht weiter


Grundsteinlegung am 12. Juli

Der dringend benötigte Neubau des Stadtarchivs An den Wurthen gehört zu den großen Bauvorhaben in Greifswald. Für das komplexe Projekt erfolgte der Baustart im Oktober 2017. Heute wurde feierlich der Grundstein gelegt.

Noch im vergangenen Jahr erfolgte die Erschließung des Areals An den Wurthen mit Leitungen für Trinkwasser, Abwasser, die Regenentwässerung sowie mit Leerrohren für Elektro. Auch die Gründung ist abgeschlossen. Um den Baugrund zu stabilisieren, wurden rund 60 Pfähle mit einem Durchmesser von 55 Zentimetern etwa 15 bis 20 Meter tief in die Erde gebohrt. Auf ihnen werden jetzt die Fundamente und die Bodenplatte errichtet.

Parallel dazu wurden etwa 10 Sonden für die Geothermieanlage fast 100 Meter tief ins Erdreich getrieben. Diese wird den für den Heiz- und Kühlbetrieb benötigte Energie des neuen Gebäudes zur Verfügung stellen. Eine Photovoltaikanlage wird zusätzlich für die Stromerzeugung sorgen. Es ist geplant, das Gebäude nach dem BNB-Qualitätsstandard „Silber“ zu errichten.

Greifswald - Stadtarchiv

Grundsteinlegung für das Stadtarchiv An den Wurthen (Foto: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald)


Im Frühjahr ruhten die Arbeiten, weil die Ausschreibungsergebnisse beispielsweise für die Betonfassade, den Rohbau und die Fenster deutlich über dem lagen, was die Stadt ursprünglich kalkuliert hatte. Damit können die avisierten Kosten von 6 Millionen Euro nicht mehr gehalten werden. Um die weitere Finanzierung zu sichern, wurde zunächst kein weiterer Auftrag ausgelöst. Inzwischen liegt ein entsprechender Förderbescheid vor. Die Bauarbeiten werden nun wieder aufgenommen, der Rohbau soll bis Februar 2019 fertig gestellt sein.

Offen ist derzeit noch, ob es ein gemeinsames Archivprojekt mit dem Land und der Nordkirche an dem Standort geben wird.  „Wir sind mit beiden weiter im guten Gespräch“, so Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder. „Fragen zu Betriebsabläufen, gemeinsamen Nutzungsbereichen und architektonische Umsetzungsmöglichkeiten werden derzeit diskutiert. Eine Entscheidung des Landes steht allerdings noch aus.“ Der Oberbürgermeister betonte: „Greifswald macht sich für eine Ansiedlung der beiden pommerschen Archive in unserer Stadt stark, weil wir Synergieeffekte mit dem Stadtarchiv sehen und die Nähe zu den beiden Forschungszentren zur pommerschen Geschichte – die Universitäten Greifswald und Stettin – ein wichtiges Anliegen ist.“

Für den Neubau des Stadtarchivs hatte die Stadt einen europaweiten Planungswettbewerb ausgelobt. Insgesamt 36 Büros beteiligten sich daran. Das Konzept des Dresdner Architekturbüros „Code Unique Architekten BDA Volker Giezek, Sieger dieses Wettbewerbs, wird nunmehr umgesetzt. Das Gebäude hat eine Grundfläche von rund 400 Quadratmetern. Es verfügt über vier Geschosse. Im Erdgeschoss ist ein großer Lesesaal untergebracht. Hier wird es zudem die Möglichkeit geben, über verschiebbare Wände eine größere Veranstaltungsfläche herzurichten. Auch das Standesamt erhält hier Räumlichkeiten für sein Archiv. In der 1. Etage ist die Verwaltung untergebracht, die 2. und 3. Etage ist dem eigentlichen Stadtarchiv vorbehalten.

Greifswald - 12.07.2018
Quelle: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald