Dr. Terpe zur Lage der MV Werften


Zur heutigen Sitzung des Finanzausschusses und zur Lage der MV Werften erklärt Dr. Harald Terpe, BÜNDNISGRÜNER Fraktionsvorsitzender:

Die Grünen - Harald Terpe

(Foto: Privat)

„In dem nun begonnenen Insolvenzverfahren muss zum Einen sichergestellt werden, dass das Schiff 'Global Dream' in Wismar fertiggestellt wird. Darüber hinaus muss zum Anderen verhindert werden, dass Werte aus den MV Werften abfließen. Die Unterstützungen, die Genting Hongkong erhalten hat, sind für die MV Werften bestimmt und nicht für andere Ziele, die der milliardenschwere Mutterkonzern verfolgt. Der Insolvenzantrag ist auch ein bitterer Beleg für ein kollektives Scheitern in der Werftenpolitik des Landes aus den letzten Jahren.
Die Situation ist vor allem für die Beschäftigten dramatisch und es muss schnell sichergestellt werden, dass sie ihren Lebensunterhalt weiter bestreiten können. Zudem ist das Wichtigste jetzt, schnellstmöglich die zukünftige Perspektive aufzuzeigen.

Die Dauerkrise unserer Werften können wir nur überwinden, wenn die Geschäftsfelder breiter aufgestellt werden und die Konzepte ökologisch und sozial fortschrittlich sind.“

Schwerin - 10.01.2022
Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Mecklenburg Vorpommern

 


Sondersitzung des Landtags zu den Werften - Dr. Terpe: "Die ersten Prozesse zur Schaffung von Perspektiven für die Beschäftigten laufen."

Dr. Harald Terpe, Fraktionsvorsitzender der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, zu den Entwicklungen bei den MV Werften und dem Konzern Genting Hongkong:

Die Grünen - Harald Terpe

(Foto: Privat)

„Die Vergesslichkeit von Harry Glawe und der CDU in ihrer neuen Oppositionsrolle ist bemerkenswert. Bis vor ein paar Wochen war die CDU selbst über ein Jahrzehnt in Land und Bund voll verantwortlich für die Werftenpolitik. Peter Altmeier im Bund und Harry Glawe im Land haben es als Wirtschaftsminister nicht vermocht, tragfähige Lösungen zu Stande zu bringen. Das jahrelange, konzeptlose Vorgehen der CDU ist nun auf tragische Weise gescheitert. Stattdessen lässt der CDU-Fraktionsvorsitzende Franz-Robert Liskow die absurde Behauptung durchblicken, dass die jetzige Bundesregierung ideologische Ziele verfolge.

Auch die Lösungsverweigerung von Genting trifft bei uns auf großes Unverständnis. Wir Grüne bestehen darauf, dass die Spielregeln wieder eingehalten werden und alle Seiten ihre Hausaufgaben machen. Es darf nicht weiter Konzernpolitik auf dem Rücken der Beschäftigten gemacht werden. Die Angebote von Land und Bund liegen weiter auf dem Tisch.

Für die Beschäftigten ist die Lage fatal und wir müssen jetzt gemeinsam alles daran setzen, zügig echte Perspektiven zu schaffen. Die ersten Prozesse dazu laufen bereits: Im Land, im Bund und auch in unseren Kommunen. Zentral ist, dass die Global 1 zu Ende gebaut werden kann. Dies sichert die bereits geleistete, hochwertige Arbeit der Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer und verhindert, dass Werte abfließen.

Nur mit einer größeren Vielfalt der Geschäftsmodelle und einer nachhaltigen Neuaufstellung der maritimen Industrie bei uns im Land können wir die Dauerkrise auf den Werften beenden. Chancenreiche Geschäftsfelder sind für die Zukunft unter anderem die offshore-Windbranche, das Schiffsrecycling und die Entwicklung nachhaltiger Schiffsantriebe. Ökologie und Industrie können Hand in Hand gehen, machen wir uns auf den Weg.“

Schwerin - 13.01.2022
Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Mecklenburg Vorpommern