Abschaffung des Vorpommern-Tickets


Ein abgesprochenes Spiel

Zur Abschaffung des Vorpommern-Tickets mit Wirkung zum 1. Dezember 2017 erklärt der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Prof. Dr. Ralph Weber:

AfD - Prof. Dr. Ralph Weber

(Foto: Privat)

„‘Heimlich, still und leise hat Verkehrsminister Pegel den gemeinsamen Verkehrstarif für Vorpommern abgeschafft‘, wie dies die OZ vom 12. Dezember 2017 richtig umschrieben hat. Mit diesem deutlich verbilligten Ticket konnte man mit Bus und Bahn zwischen Barth, Velgast, Stralsund, Greifswald und Züssow sowie auf der gesamten Insel Usedom bis nach Swinemünde fahren.

Nachdem nunmehr auch alle Rettungsversuche trotz teilweise heftiger Kritik seitens der Bürger Vorpommerns, aber etwa auch innerhalb der SPD-Fraktion gescheitert sind und der Verkehrsminister seine Planung nachdrücklich verteidigt, ist es an der Zeit, zu dieser weiteren, für Vorpommern negativen Strukturentscheidung deutlich Stellung zu nehmen. Denn auch der Vorpommern-Staatssekretär Dahlemann schweigt hierzu leider, anstatt gegen die Entscheidung seines Parteikollegen deutlich zu intervenieren. Dort wird zwar viel über Vorpommern geredet, aber eben nur sehr wenig Substanzielles auf den Weg gebracht.

Leidtragende dieser ohne vorherige Ankündigung getroffenen Entscheidung ist ganz Vorpommern, vor allem aber die gerade hier sehr zahlreichen Berufspendler trifft dies besonders hart. Nach den noch immer nicht vom Tisch gewischten Debatten um eine Abschaffung des Diesel-Privilegs bei der Mineralölsteuer und der flächendeckenden Autobahnmaut nun also ein neuer Schlag gegen alle, die weite Wege zur Arbeitsstelle auf sich nehmen müssen. Pendler zwischen Stralsund und Greifswald, deren Zahl auf täglich ca. 7000 geschätzt wird, müssen für ein Bahnticket monatlich nun 30 Euro mehr bezahlen! Der hierfür benannte Grund, die Neuausschreibung der Bahnstrecken, scheint vorgeschoben, zumal in mindestens einem der vom Verkehrsministerium vorformulierten Ausschreibungstexte die Passage zu finden ist, dass ‚der Gemeinschaftstarif Vorpommern keine Anwendung‘ mehr finden soll.

Ein abgesprochenes Spiel auf dem Rücken der Pendler, aber auch vieler Studenten an beiden Hochschulstandorten. All dies zeigt, um nochmals mit der OZ zu sprechen, ‚wie ernst es die Landesregierung mit ihrer Vorpommernförderung meint‘.“

Schwerin - 07.02.2018
Text: Alternative für Deutschland Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern